Aufstieg geschafft, Rheintaler helfen

Ein wichtiges Signal im Jahr der Heim-Europameisterschaft in Zürich: An der Team-EM im lettischen Riga wird Yves Zellweger Zweiter und Lea Herrsche Siebte.

Michele Bellino
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Am Gesa-Cup sammelte Yves Zellweger Punkte für den KTV Altstätten, in Riga für die Schweiz. (Bild: Yves Solenthaler)

Am Gesa-Cup sammelte Yves Zellweger Punkte für den KTV Altstätten, in Riga für die Schweiz. (Bild: Yves Solenthaler)

LEICHTATHLETIK. Die Schweizer Equipe schaffte als Sieger zusammen mit Lettland die postwendende Rückkehr in die First League. Ein Jahr nach dem ärgerlichen Abstieg in Dublin (Irl) setzte das Schweizer Team knapp zwei Monate vor der EM in Zürich ein wichtiges Zeichen. Die Schweizer Leichtathleten werden nächstes Jahr wieder in der First League starten können. Das Schweizer Team gewann mit 210 Punkten. Sie distanzierten die Einheimischen um 3,5 und die drittplatzierten Bulgaren um fast 20 Punkte. Absteiger in die Third League sind die Slowakei und Österreich.

Premiere halbwegs geglückt

Lea Herrsche glückte der erste Auftritt in den Nationalfarben halbwegs. Sie rangierte sich auf dem zu erwartenden siebten Rang und holte zwei Punkte für die Schweiz. Wohl blieb der weitenmässige Exploit mit 13,54 m aus. Mit einer Verbesserung ihrer Bestleistung (14,08 m) um gut zwanzig Zentimeter hätte der überraschende dritte Rang herausgeschaut. Dies zeigt aber auch, dass ihre Gegnerinnen ebenfalls nicht ihre Bestleistung abrufen konnten. Bei diesen kalten, windigen und oft regnerischen Verhältnissen hatten viele ihre Mühe. Vielleicht war es auch der Respekt vor ihren starken, mehrheitlich aus den Ostblockstaaten stammenden Gegnerinnen, die sie leicht hemmten.

«Riiiesige» Gegnerinnen

Am Freitag beim gemeinsamen letzten Training vor dem sonntäglichen Wettkampf traf sie erstmals auf ihre Gegnerinnen und schrieb ihrem Trainer: «Habe meine Gegnerinnen von weitem erkannt. Sie sind riiiesig!!» Die zierliche zwanzigjährige Athletin des KTV Altstätten fällt als athletische Person unter diesen eher massigen Kugelstösserinnen eben auf. «Ich war vor dem Wettkampf brutal nervös. Auch wenn ich mit meiner Leistung nicht zufrieden bin, so konnte ich wichtige Erfahrungen für meine persönliche Entwicklung machen. Nächstes Jahr will ich bei diesem tollen Mannschaftswettkampf wieder dabei sein. Die nötigen Schlüsse aus diesem Anlass habe ich nun gezogen.» Mit einem überzeugten und strahlendem Lachen fügt sie an: «Ich werde nächstes Jahr versuchen, mehr Punkte für die Schweiz zu holen.»

Windlotterie im Weitsprung

Yves Zellweger konnte von seinen letztjährigen Erfahrungen profitieren. Denn auch in diesem Jahr war der Wind ein entscheidender Faktor. Hinzu kamen die kühlen und oft nassen Bedingungen. Dies waren also ganz andere Voraussetzungen als bei seinem besten Sprung der Saison (7,98 m in Zofingen). Ähnlich war es vor einem Jahr in Dublin. Denn wie damals wehte es von allen möglichen Seiten. In seinem ersten Versuch in Riga sprang Zellweger bei einem Gegenwind von minus 2,4 m/s 7,36 m weit. Seine beste Weite gelang ihm im dritten Versuch mit 7,66 m. Dort herrschten dann wieder 2,2 m/s Rückenwind. Im Interview meinte er dazu: «Es ist nicht einfach gewesen und es hat viele Nuller gegeben. Bei mir war es eher so, dass ich den Balkan nie getroffen habe, aber wenigstens waren die Sprünge gültig und ich konnte so für das Team wichtige sieben Punkte gewinnen.» Der 27-jährige Altstätter ärgerte sich aber auch über seinen besten Versuch: «Ich habe noch nicht ganz den perfekten Anlauf ausgeführt. Die hohe Position vor dem Balken fehlt noch. Die Sprünge sind aber sehr gut. Wenn diese auf dem Balken sind, dann gehen sie sehr weit. Es ist also noch einiges möglich und es kommt für die EM in Zürich sehr gut.» Einen solchen perfekten Sprung gelang dem einheimischen Letten Elvijs Misãns, der im letzten Versuch mit viel Wind eine Weite von 8,05 m erzielte.

Mit der Weltspitze im Juli

Sowohl Herrsche als auch Zellweger werden nun weitere internationale Starts haben. Zellweger wird erstmals bei einem höchstdotierten Meeting der Welt im Hauptprogramm starten. Am Donnerstag, 3. Juli, startet er bei der Diamond League in Lausanne. Er wird um 20.35 Uhr auf die weltbesten Weitspringer der Welt treffen. Vom amtierenden Olympiasieger, zum Welt- und Europameister bis hin zum Saisonbesten sind sie alle dabei. Herrsche wird bei Spitzenleichtathletik in Luzern am Dienstag, 15. Juli, wohl auf die weltbeste Kugelstösserin, Valerie Adams (NLZ), treffen.

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