Auferstehung nicht leicht zu verstehen

Mehrmals wurde im Festgottesdienst der Völkerapostel Paulus erwähnt. Wenn Christus nicht auferweckt worden ist, ist euer Glaube sinnlos, sagte er immer wieder zu seinen Gemeinden.

Theodor Looser
Drucken
Teilen
Am Karsamstagabend wurde das Osterfeuer vom Kirchplatz in die Kirche gebracht. (Bild: Theodor Looser)

Am Karsamstagabend wurde das Osterfeuer vom Kirchplatz in die Kirche gebracht. (Bild: Theodor Looser)

Altstätten. Vom Hohen Donnerstag bis Ostermontag wurde in der katholischen Kirchgemeinde Sterben und Auferstehung von Jesus Christus mit verschiedenen Feiern gedacht. Höhepunkte waren am Gründonnerstag die Abendmahlsfeier, am Karfreitagnachmittag die Karfreitagsliturgie, am Karsamstagabend die Osternacht mit Osterfeuer und Eucharistiefeier und am Ostersonntagmorgen der Festgottesdienst.

Eindrückliche Liturgie

In der Karfreitagsliturgie wurde die ganze Passionsgeschichte durch verschiedene Sprecher und Sprecherinnen vorgelesen. Der Kirchenchor sang zwischendurch Karfreitagsmotetten. Am Schluss wurde das anfänglich mit violettem Tuch verhüllte, vorne in der Mitte stehende Kreuz Stück um Stück von Pfarrer Albert Wicki enthüllt und zur Anbetung freigegeben.

Jugendwerk von Schubert

Am Ostersonntag, dem Hochfest der Auferstehung des Herrn Jesus Christus, wurde der Festgottesdienst mit viel Musik gefeiert. Organist Bernhard Loss spielte zum Einzug einen Choral von Theodor Dubois. Während der Messfeier wurde die «Messe in B-Dur D 324» von Franz Schubert gespielt und gesungen. Der gut vorbereitete katholische Kirchenchor sang unter der Leitung von Andreas Peterl, Andrea Mannhart war Konzertmeisterin des hervorragenden Orchesters «Freunde der Kirchenmusik». Renate Ess, Rita Peterl, Walter Ess und Thomas Fellner sangen die Solopartien in diesem Jugendwerk von Franz Schubert. Laut Bernhard Loss, dem Organisten, wird dieser Komponist vielfach unterschätzt. Da dieser nur 31 Jahre alt wurde, würde man sich fragen, wie er es schaffte, über 600 Lieder, acht Sinfonien, Kammermusik, Klavierwerke und mehr zu komponieren.

In dem vom Kirchenchor und den Solisten sehr gut gesungenen Werk ist ein ständiges Lavieren zwischen Freude und Schmerz, zwischen Angst und Zuversicht herauszuhören.

Über ähnliche Themen sprach ebenfalls Pfarrer Albert Wicki in der Predigt. Auch der gläubige Mensch habe seine Zweifel über die Auferstehung Christi, bemerkte er. Letzten Endes könne man das nur glauben. Wäre allerdings die Auferstehung eine Erfindung gewesen, wäre damals die Kirche schnell am Ende gewesen. Auch hätten dann die Apostel nicht ihr Leben für den Glauben hingegeben.

Kind der Welt oder Kind Gottes, das seien die zwei Möglichkeiten, die wir hätten. Ostern sei die Botschaft, dass wir nicht nur Biologie, sondern Kinder Gottes seien. Das letzte Wort habe nicht der Tod und die Verzweiflung, sondern Gott. Das sei letzten Endes die Osterbotschaft.

Traditioneller Schlussgesang

Zum Schluss sang der Kirchenchor, wiederum begleitet vom Orchester, das «Halleluja» aus dem Oratorium «Der Messias» von Georg Friedrich Händel. Für die schönen Darbietungen wurde dem Kirchenchor, den Orchestermusikern, den Gesangssolisten und dem Dirigenten gedankt, zuerst mit viel Applaus von der versammelten Gemeinde und speziell auch von Pfarrer Albert Wicki. Nach dem Schluss-Segen spielte Organist Bernhard Loss eine Toccata von Charles Marie Widor. Am Ostermontag endeten die Feiern mit einem weiteren Festtag.