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Auf zum Fitness-Himmel

Kommt der Frühling, steigt die Lust auf Bewegung. Ein besonders beliebter Trainingsort befindet sich an schönster Aussichtslage in Bernecks Reben: die Treppe mit rund 700 Tritten. Freizeitsportler schwören auf sie.
Hildegard Bickel

Sie ist ein öffentlicher Weg, markiert mit der gelben Wanderwegraute. Die Treppe vom Eggerweg hoch zum Rüden. Sobald die Tage länger und die Temperaturen wärmer werden, herrscht reger Betrieb. Die Ambitionierten in multifunktionalem T-Shirt und mit Musik im Ohr sind genauso vertreten wie die gemütlichen Läufer in weiter Trainerhose. Ganze Schulklassen und Sportvereine messen sich hier.

Die Treppe hat sich in der Umgebung einen Namen gemacht. Aus den Nachbardörfern und aus Vorarlberg pilgern die Freizeitsportler ins Weindorf. Sie ist das Nonplusultra einer effizienten Trainingsstrecke. Treppen laufen steigert die Schnellkraft, verbessert die Lauftechnik und die Ausdauer. Wer die Treppe einmal hochläuft, dem stecken rund hundert Höhenmeter in den Beinen.

Auf die Plätze, fertig, los

Start ist beim Eggerweg Berneck, hinter dem Restaurant Traube. Die ersten Stufen sind leicht zu nehmen, fast möchte man lostraben, wäre da nicht der Blick aufwärts, der auffordert, die Kräfte einzuteilen. Die Stufen führen scheinbar endlos nach oben. Nach zwei scharfen Kurven und stetig gewonnenen Höhenmetern gibt es eine erste Belohnung.

Die Aussicht über die Häuser Bernecks und über das Rheintal ist herrlich. Linkerhand rauscht der Bach im Schlifitobel, die Vögel zwitschern, etwas raschelt im Laub. Eine Sitzbank kommt ins Sichtfeld und lässt die Gedanken in bequeme Richtungen abschweifen. Man könnte auch durch den Wingert abzweigen und ohne Steigung weitergehen. Aber nein, zu früh, der Puls pocht zwar schnell, doch man will laufen, nicht aufgeben. Weiter geht es hoch. Auf einzelnen Stufen helfen gelbe Markierungen beim Zählen. 250, 500, bis zum Ende der Treppe sind es stolze 702 Tritte. Oben muss sich erst mal der keuchende Atem beruhigen. Die Treppe ist nahrhaft. Und jetzt? Geht es gleich wieder runter und nochmals hoch?

Wer mehr Genuss statt Drill mag, wählt den Weg dem Waldrand entlang zum nächsten Haus, wo man mitten durch den Garten von Altherrs auf die Rüdenstrasse gelangt. Dass die Läufer unter seinem Rosenbogen hindurchgehen, stört Werner Altherr nicht im Geringsten. «Es ist doch schön, wenn die Leute den Weg nutzen», sagt der 67-Jährige.

Letzten Sommer, als sein Kirschbaum viele Früchte trug, forderte er die vorbeigehenden Sportler sogar auf, sich bei den Kirschen zu bedienen. Als Anwohner der Treppe nimmt er Menschen und ihre Geschichten wahr. Vormittags kämen häufig Pensionierte, nach Feierabend und am Wochenende sind es die Massen, darunter die Ehrgeizigen, die Tempo machen. Werner Altherr fällt auch Anderes auf. Manchmal sieht er eine schmale Frau den Weg hochkommen. Er hat den Eindruck, sie sei krank, das Laufen wirke zwanghaft.

Solche Begegnungen machen ihn nachdenklich. Einem Ziel oder einer Illusion nachzujagen könne trügerisch sein, immer noch mehr zu wollen, das lasse sich in verschiedenen Lebensbereichen beobachten. Selber benützt er die Treppe nur noch ab und zu für einen Spaziergang mit seiner Frau. Den vier Kindern des Ehepaars diente die Treppe früher als Schulweg. «Das war gesundes Training», schmunzelt Werner Altherr.

Die Genusstour anhängen

Den Freizeitsportlern bieten sich vom Rüden mehrere Jogging-Runden an, beispielsweise über das Kobel und den Rebberg bis zurück ans untere Ende der Treppe.

Hier kann das Stufenzählen von vorn beginnen, bis der Schweiss rinnt. Wenn sich aber die Müdigkeit einschleicht und die Beine schwer werden, gilt es aufzupassen und nicht zu stolpern. Denn die Treppe hat ihre Tücken und fordert mit vereinzelt schrägen Tritten Konzentration.

Sport bleibt eben eine Kopfsache. Es beginnt damit, vom Sofa aufzustehen und die Joggingschuhe zu schnüren.

Hinweis

Wo joggen und trainieren Sie Ihre Fitness am liebsten? Schreiben Sie uns Ihre Lieblingsstrecke an redaktion@rheintaler.ch

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