Auf die Adventszeit eingestimmt

ALTSTÄTTEN. Bereits am Vorabend in Altstätten und dann am Abend des ersten Adventsonntags in Widnau eröffnete der Orchesterverein Widnau den Reigen der diesjährigen Adventskonzerte. Als Solistin bereicherte den Auftritt Ulrike Neubacher auf der Harfe.

Max Pflüger
Drucken
Teilen
Mit gefälliger Musik führte der Orchesterverein Widnau seine Zuhörer in die Adventszeit. (Bild: Max Pflüger)

Mit gefälliger Musik führte der Orchesterverein Widnau seine Zuhörer in die Adventszeit. (Bild: Max Pflüger)

ALTSTÄTTEN/WIDNAU. Im rund neunzigminütigen Adventskonzert führte der Orchesterverein Widnau unter der Leitung von Tom Pegram weihnachtliche Werke aus dem späten 17. und dem 18. Jahrhundert auf. Modernere Werke von Debussy und Britten rundeten das Konzert ab. Als Solistin bereicherte Ulrike Neubacher das Konzert auf der Harfe. Die international renommierte Harfenistin ist in unserer Region vor allem als Lehrerin an den Rheintaler Musikschulen sowie an der Kantonsschule Heerbrugg bekannt. Als weitere Solistinnen wirkten die beiden jungen Violinistinnen Leonie Brauchle und Adriana Däppen mit.

Reise durch die Musikgeschichte

Eröffnet wurde der Reigen der ohrengefälligen klassisch-barocken Musikwelt mit den Werken zweier weniger bekannten Komponisten. Von Giuseppe Torelli (1658 bis 1709) erklang ein Weihnachtskonzert, von Karl Ditters von Dittersdorf (1739 bis 1700) das Konzert für Harfe und Orchester in A-Dur. Von Johann Christian Bach (1735 bis 1782), dem jüngsten Sohn des grossen Bach, führte der Orchesterverein die «Sinfonia Op. 9 No. 2» auf. «Danses pour Harpe Chromatique» von Claude Debussy (1862 bis 1918) und «Sentimental Sarabande» von Benjamin Britten (1913 bis 1976) führten die Zuhörer musikalisch in die Gegenwart zurück.

Gefühl und Präzision

Dynamisch und rhythmisch sicher führte der musikalische Leiter sein Orchester durch den Abend. Mit einer für ein Amateur-Streichorchester beachtenswerten Stimmigkeit und Präzision interpretierten die Musikerinnen und Musiker die Werke und schufen in der in ihrer Akustik hervorragenden evangelischen Kirche Altstätten eine transparente und strahlende Klangwelt. Jubilierende Kadenzen und sanft dahinfliessende Themen brachte das Orchester bestechend zur Geltung. Besonders eindrücklich zum Beispiel der warme und gefühlvolle Mittelteil der Bach-Sinfonia, das fein gespielte «Andante con Sordini». Oder die phantastische Begleitung der Harfe in den mystischen, fast schwermütigen Harfen-Tänzen von Debussy.

Virtuose Harfenklänge

Mit zu den bleibenden Erinnerungen an das prächtige Adventskonzert des Widnauer Orchestervereins gehört sicher das Harfenspiel von Ulrike Neubacher.

Virtuos und reich an dynamischen Qualitäten tanzten ihre Finger über die Saiten und zauberten eine strahlende musikalische Klangwelt ins Kirchenschiff. Erwähnenswert etwa das lebhafte und lebendige «Rondeau Allegretto» im Harfenkonzert von Karl Ditters.