Auf der Suche nach Kontinuität

Am Samstag um 17 Uhr steigt auf der Rheinauen das Derby Diepoldsau – Widnau. Beide Mannschaften hatten einen durchzogenen Saisonstart und versuchen sich zu stabilisieren.

Reto Wälter
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Legendäres Derby: In der Saison 2005/06 trafen sich Widnau und Diepoldsau nach deren Aufstieg in die 2. Liga nach vielen Jahren wieder einmal zu einem Derby: Diesen zweiten Vergleich am 9. April 2006 (Bild) gewann Diepoldsau 1:0 (0:0). Beim ersten Derby am 20. August 05 siegte Widnau 5:1 (1:1). Die Akteure auf dem Bild sind immer noch aktiv: links Dominik Nüesch, dahinter Ivan Katavic und rechts Roger Meyer. (Bild: Archiv/ys)

Legendäres Derby: In der Saison 2005/06 trafen sich Widnau und Diepoldsau nach deren Aufstieg in die 2. Liga nach vielen Jahren wieder einmal zu einem Derby: Diesen zweiten Vergleich am 9. April 2006 (Bild) gewann Diepoldsau 1:0 (0:0). Beim ersten Derby am 20. August 05 siegte Widnau 5:1 (1:1). Die Akteure auf dem Bild sind immer noch aktiv: links Dominik Nüesch, dahinter Ivan Katavic und rechts Roger Meyer. (Bild: Archiv/ys)

fussball. «Licht und Schatten wechselten sich bei uns ab», sagt Widnaus Trainer Misko Rankovic. Gegen ein starkes Chur habe man eine Top-Leistung gezeigt, verdient 3:1 gewonnen. Gegen Altstätten habe man gut begonnen, sei dann aber regelrecht in ein Loch gefallen. Widnau verlor dieses erste Derby der Saison 3:2 (1:0). «Noch schlimmer war es letzte Woche gegen Wängi, als wir beinahe noch einen 2:0-Vorsprung preisgaben, nur mit Mühe und Glück das 3:2 (2:1) sicherstellen konnten», sagt Rankovic,

Widnau fehlen Routiniers

Er meint dazu: «Vor allem gegen Wängi sah man deutlich, dass wir eine junge und unerfahrene Mannschaft haben, Routiniers fehlen, die beispielsweise bei einem klaren Vorsprung auf Konterfussball umstellen können.» Deshalb versucht Rankovic Kontinuität und Stabilität in die Mannschaft zu bringen. Aufgrund der vielen Wechsel im Sommer ist für ihn auch klar, dass dies Zeit braucht.

Momentan arbeiten sie im Training daran, dass die Mannschaft schneller von der Offensive in die Defensive umstellen kann, weniger auf Konter anfällig ist.

Widnaus Stürmer treffen kaum

Offensichtlich ist auch, dass die eigentlichen Stürmer kaum treffen. Da macht sich der neue Widnauer Trainer aber keine Sorgen.

«Das ist eine reine Kopfsache und ich bin mir sicher, wenn wir in den Abläufen sicherer werden, wird sich dieser Knopf in den Köpfen der Stürmer lösen», sagt Misko Rankovic. Tore schiessen würde der FC Widnau ja, und es sei nicht schlecht, dass auch die Mittelfeldspieler treffsicher seien. «So sind wir schwieriger auszurechnen.» Ein solch gefährlicher Flügelspieler ist Sahin Irisme, der eine Sperre absitzen musste, weil er immer wieder unangenehm auffällt – am Samstag ist er wieder einsatzbereit.

«Er ist ein wichtiger Spieler für uns, da er die gegnerische Defensive durcheinander wirbelt und auch bei uns für Schwung sorgt.»

Insgesamt sei er mit dem jetzigen Saisonverlauf zufrieden, er entspreche den Erwartungen. «Klar ist, dass wir nach zwei Niederlagen, zwei Unentschieden und zwei Siegen nun das Plus-Konto erhöhen wollen», sagt Rankovic. Da er in Diepoldsau wohnt, ist es für ihn auch ein wenig ein Heimspiel.

FCD mit besserer Derby-Bilanz

Die Favoritenrolle schiebt er aber dem Gegner zu: «Wir sind etwa gleich stark, Diepoldsau hat aber mehr Routiniers und damit mehr Erfahrung.» Diepoldsaus Trainer Roman Hafner will sich nicht auf solche Vergleiche einlassen: «Derbies haben immer eigene Gesetze: Da kann der Tabellenletzte den überlegenen Leader in Grund und Boden spielen.» Viele Zuschauer kitzeln oft die letzten Reserven aus den Spielern, nebst Punkten geht es für einmal auch um Ruhm und Ehre.

Dabei kann Diepoldsau- Schmitter nur verlieren, die letzten beiden und ersten zwei Vergleiche auf Interregio-Niveau konnten sie gewinnen.

FCD: Viele Routiniers verletzt

Allerdings plagen den FCD arge Verletzungssorgen. Bereits zum Saisonstart mussten sie auf die Routiniers Roger und Philipp Meyer Ivan Katavic, Sandro Kälin und Dominik Ratz verzichten. Teilweise fallen diese Akteure immer noch aus oder sind noch nicht auf voller Leistungsfähigkeit. Kommt dazu, dass Mittelfeldmotor Daniel Keel im WK weilt und Trainingsrückstand aufweist.

Trotzdem sieht Hafner dem Derby positiv entgegen: «Wir können gegen Widnau gewinnen. Es ist mir dabei egal, ob wir 1:0 oder 5:4 siegen, Hauptsache drei Punkte» Das ist nicht Zweckoptimismus eines Übungsleiters einer angeschlagenen Mannschaft, sondern die Hoffnung liegt in der Entwicklung, die in den letzten Spielen statt fand. So konnte er letztes Wochenende gegen das starke Balzers eine Mannschaft sehen, die mehr als nur mithielt und am Schluss etwas unglücklich durch zwei individuelle Fehler doch noch 4:2 verlor.

Individuelle Fehler abstellen

Solche groben Schnitzer abzustellen, wird in den Trainings denn auch intensiv geübt.

Zaubermeister Hafner hatte zudem in den letzten Jahren immer wieder mit knappen Kadern und Verlusten von Schlüsselspielern zu kämpfen. Selbst B-Junioren oder Viertliga-Spieler mussten auf Interregio-Niveau integriert werden und nach zwei Spielen hatte sie Hafner soweit, dass sie im Mannschafts-Verbund ihre Position ausfüllen konnten – was sich jeweils sofort in den Resultaten zeigte.

Auf der Suche nach Kontinuität, also Stetigkeit ist Diepoldsau deshalb wohl schon ein Schrittchen weiter als Widnau.