Auch Katzen machen Dreck

Hundehalter werden oft ermahnt, fremdes Eigentum zu respektieren und Hundekot aufzunehmen. Was bei den Hunden Pflicht ist, wird von Katzenhaltern nicht verlangt.

Susi Miara
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Nicht alle freuen sich über den Besuch der Nachbarskatze. (Bild: depositphotos)

Nicht alle freuen sich über den Besuch der Nachbarskatze. (Bild: depositphotos)

Der Gemeinderat Widnau machte kürzlich einmal mehr die Hundehalter darauf aufmerksam, ihre Tiere nicht unüberwacht frei herumlaufen zu lassen und den Hundekot aufzunehmen. Dem Gemeinderat sei es ein Anliegen, dass in der Gemeinde das Verhältnis zwischen Einwohnern mit und ohne Hund von Rücksichtnahme geprägt ist. Weil einige uneinsichtige Hundehalter negativ auffielen, wachse in der Bevölkerung ein starkes Vorurteil und eine abwehrende Haltung gegenüber Hundehaltern.

Katzen im Garten

Ein abwehrende Haltung wächst aber in letzter Zeit auch gegenüber Katzenhaltern. Die Zahl der frei laufenden Katzen nimmt zu. Besonders stark können nachbarschaftliche Beziehungen darunter leiden, wenn eine Katze beschliesst, Nachbars Rosenbeet, dessen Gemüsegarten oder den Sandkasten als Toilette zu benutzen. Der Widnauer Gemeinderatsschreiber Andreas Hanimann antwortet auf unsere Anfrage: «Bis anhin haben wir diesbezüglich keine Klagen erhalten. Wer Katzen hält, sollte aber analog Hundehaltung sich der besonderen Situation des Tieres annehmen. Das heisst unter anderem, die Katze muss an einem geeigneten Platz im Haus eine Katzentoilette haben, wo sie ihren Kot verscharren kann.» Er verweist auf das Merkblatt des Schweizerischen Tierschutzes zu «Katze und Nachbarn.» Dort finde man verschiedene Tips für die Praxis.

Zu viele Katzen

Bereits verlangen auch Naturschützer Massnahmen gegen die Katzenplage, denn die frei laufenden Katzen fressen nebst Büchsenfutter auch Vögel, Blindschleichen und Eidechsen. Dabei wird auch über die Einführung einer Katzensteuer und den obligatorischer Chip wie bei den Hunden diskutiert. In der Schweiz leben rund 1,5 Millionen Hauskatzen, 72 Prozent von ihnen haben Zugang ins Freie. Erschreckende Zahlen lieferte kürzlich das Aargauer Museum Naturama: 1,8 Millionen Vögel, 600 000 Reptilien und drei Millionen Schmetterlinge werden jedes Jahr von Katzen getötet oder gefressen.

Der Zürcher Tierschutz ruft deshalb dazu auf, die Katzenpopulation zu verkleinern, um die Wildtiere zu schützen. So soll ein Haushalt nicht mehr als ein Büsi haben.

Eigenes Revier

Aus Sicht der Katze ist das Verhalten absolut verständlich. Das Jagen kann man Katzen nicht abgewöhnen, da es arttypisch ist. Ausserdem liebt die Katze lockeren, durchlässigen Untergrund als Klo. Ärgerlich aber für den Nachbarn und ebenso für den Katzenhalter, weil er die Katze nicht dirigieren kann, wohin sie koten soll. Soweit Katzen nicht ausschliesslich in der Wohnung gehalten werden, pflegen sie sich ein eigenes Revier zu schaffen, das sich nicht auf das Grundstück ihres Herrchens oder Frauchens beschränkt. Katzen können, anders als ein Hund, kaum auf dem eigenen Grundstück gehalten werden und beziehen die Nachbargrundstücke in ihr Revier mit ein. Interessenkollisionen sind vorgezeichnet, vor allem wenn nebenan ein Gartenfreund besonders schöne Blumen gepflanzt hat oder besondere Vorkehrungen trifft, dass die heimische Vogelwelt sich in seinem Grundstück besonders wohl fühlt.

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