AU: Würdevolle Friedhofsgestaltung

Die Sanierung und Umgestaltung des Auer Friedhofs konnte nach zweijähriger Planungs- und Bauzeit ­abgeschlossen werden. Ein Kunstwerk bietet die Möglichkeit, Namen von Verstorbenen zu verketten.

René Jann
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Namen, die verbunden werden, lassen Verstorbene aus der Anonymität heraustreten. (Bilder: René Jann)

Namen, die verbunden werden, lassen Verstorbene aus der Anonymität heraustreten. (Bilder: René Jann)

René Jann

Gestern Mittag traf sich die Projektierungsgruppe auf dem umgestalteten Auer Friedhof, um im Rahmen einer kurzen Begehung die vergangenen zwei Jahre der Planung und Umsetzung des Projekts noch einmal Revue passieren zu lassen. Gemeindepräsident Christian Sepin begrüsste die Mitglieder der Projektgruppe: Ruedi Engeli (Bereichsleiter Bau/Liegenschaften), Monika Bürki (Präsidentin) und Benno Zürn als Vertreter der katholischen Kirchgemeinde, Armin Bartl (Präsident) und Charles Martignoni von der evangelischen Kirchgemeinde sowie Nik Alge, Projektplaner aus Widnau. Sepin betonte, dass die Gemeinde Au durch das Geschaffene jetzt einen würdevollen Platz erhalten habe, um Abschied zu nehmen oder der Verstorbenen zu gedenken.

Niemandsgrab gab den Anstoss

Im Jahr 2015 hatte Judith Eugster die Sanierung ins Rollen gebracht. Damals habe sie sich darüber beklagt, dass das sogenannte Niemandsgrab einen würdelosen Eindruck mache, erinnerte sich der Gemeindepräsident. Nachdem er daraufhin mit Bauchef Ruedi Engeli eine Begehung des Friedhofs vorgenommen hatte, habe er Judith Eugster Recht geben müssen. Kurz darauf wurde die Projektgruppe, bestehend aus Vertretern beider Landeskirchen bestellt. Landschaftsplaner Nik Alge wurde die Projektplanung übertragen. Nach zweijähriger Planungs- und Bauzeit konnte die Sanierung und Umgestaltung des Auer Friedhofs abgeschlossen werden. Gemeindepräsident Christian Sepin verdankte gestern das grosse Engagement aller Projektmitglieder. Bei der Umsetzung sei vor allem die Würde der Verstorbenen im Mittelpunkt gestanden, erläuterte Nik Alge die neue Gestaltung. Zugleich wurde die gesamte Friedhofsanlage übersichtlicher und ist rollstuhlgängig. Im Zentrum steht der neu geschaffene Park mit dem Gemeinschaftsgrab, bei dem Besucherinnen und Besucher Trost und Ruhe finden können.

Kunstwerk soll vernetzen

Das Kunstwerk «Vernetzung Himmel und Erde» bietet Gelegenheit, aus der Anonymität herauszutreten: In die Verkettung sollen Namen der Verstorbenen gebracht werden. Von diesem Platz aus führen Wege zu den verschiedenen Bereichen, wie den Urnennischen, den Urnengräbern, aber auch zu den Grabfeldern für Erdbestattungen. Der Abdankungsbereich wurde mit neuen Sitzbänken bestückt. Auch in den verschiedenen Friedhofsbereichen finden sich Sitzgelegenheiten. Neu gestaltet wurde ebenfalls der Zugang zu den Toilettenanlagen und in den beiden Brunnen sprudelt wieder Giesswasser in Trinkwasserqualität. Ein grosses Anliegen war es Christian Sepin und Projektleiter Ruedi Engeli überdies, Paul Grüninger als Retter vieler Flüchtlinge am Rhein eine würdevolle letzte Ruhestätte zu geben. Seine Grabstätte wurde aus der Anonymität heraus ebenfalls ins Zentrum gerückt.

Die Kosten für die Sanierung liegen mit 414000 Franken nur leicht über dem Budget. Beide Kirchgemeinden haben sich mit 27000 Franken an den Kosten der Umgestaltung beteiligt.