Au will Widnauer Funken kopieren

Das Bauamt und die Jungwacht Widnau überraschten letzten Frühling am Funkensonntag die Bevölkerung im Dorf und der Region mit einem hell und rauchlos lodernden Funken. Ihn nimmt der Gemeinderat Au jetzt als Vorbild. Die Vereine müssen künftig «verschärfte Auflagen einhalten».

René Schneider
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AU/WIDNAU. «Dem Gemeinderat ist ein sauberer Funken anlässlich des Funkensonntags wichtig», teilt der Rat im aktuellen Gemeindeblatt mit. «Der durchführende Verein wird deshalb ab nächstem Jahr verschärfte Auflagen einhalten müssen. Im Gegenzug wird er bei der Beschaffung von sauberem Brennholz zusätzlich unterstützt.»

Mit Tips vom Werkhof

In Widnau ist es noch nicht lange her, dass der Funken wie in anderen Gemeinden vor allem gross zu sein hatte und hoch. Die Funken-Buben nahmen trotz Ermahnungen und besseren Wissens beim Sammeln fast alles an, was Feuer oder wenigstens Rauch versprach. Und manch einer spendete noch einen besonderen Zustupf in die Vereinskasse, wenn die Sammelnden auch die alte Matratze oder ein paar schiefe Paletten mitnahmen.

Doch wurde über die letzten Jahre der Widnauer Funken immer schöner, heller, rauchfreier und «sauberer». Man habe eher auf Kooperation, Gespräche und Tips mit den Jungwächtlern gesetzt als auf Repression und Drohungen, sagt Werkhofchef (und Feuerwehrkommandant) Marco Köppel.

Umdenken

Das gemeinsame Umdenken habe eingesetzt, als die Gemeinde vor ein paar Jahren nach dem Funken angesengten Müll für 4000 Franken entsorgen lassen musste. Marco Köppel unterstützt die Jungwächtler bei der Suche nach sauberem Holz indem er ihnen hilft, entsprechende Sponsoren zu finden. Darum loderten im letzten Frühjahr trockene, «saubere Spalten, die man als Brennholz hätte verwenden können», wie der Funkenchef der Jungwächtler damals festhielt. Der vier bis fünf Meter hohe, schlank gebaute Stapel brannte bis zum Einsturz hell und rauchlos wie eine Fackel fast eine halbe Stunde lang.

Au zieht nach

«Nur wir müssen so strenge Auflagen einhalten», klagte im Frühling der Widnauer Funkenchef und wies auf die rauchenden Funken in den Nachbardörfern. Mindestens jener in Au wird im nächsten Frühjahr ähnlich sauber abbrennen. Der Gemeinderat will den Organisatoren gar mit Geld aus der Steuerkasse zu sauberem, trockenen Holz verhelfen und hat dafür einen Zustupf von maximal zweitausend Franken bewilligt.

Signalwirkung

Die Gemeinde Balgach engagiert sich gemäss Gemeindepräsident Ernst Metzler «seit Jahren» und unterstützt den Verkehrsverein mit Geld für den Holz-Kauf. Angelo Franco, Funkenmann und Präsident des Feuerwehrvereins Thal, sagt zu den Funken-Initiativen in Widnau und Au: «Die Idee ist sicher gut und zur Nachahmung empfohlen.» Der Feuerwehrverein Thal sei schon bisher «bestrebt» gewesen, sauberes und trockenes Holz zu verwenden. Trotzdem werde er das Thema an der nächsten Vorstandssitzung zur Sprache bringen, verspricht Franco.

In der Gemeinde Oberriet werden sämtliche Funken vor dem Anzünden durch einen Mitarbeiter der Bauverwaltung überprüft, versichert Gemeindepräsident Rolf Huber. «Damit nur zugelassenes Material verbrannt wird.» Die Gemeinde Oberriet unterstützt die Funken-Betreiber bei der Aschen-Entsorgung.