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AU: Top Mod sieht keine Perspektive

Nach über 36 Jahren schliesst das Modegeschäft Top Mod Ende Jahr seine Türen. Nicht nur finanzielle Sorgen treiben den Familienbetrieb zur Schliessung, sondern die Aussichtslosigkeit einer ganzen Branche.
Benjamin Schmid
Armin Stoffel ist mit Leib und Seele bei der Arbeit. (Bilder: Benjamin Schmid)

Armin Stoffel ist mit Leib und Seele bei der Arbeit. (Bilder: Benjamin Schmid)

Benjamin Schmid

Alles begann 1981, als Armin Stoffel das Kleidergeschäft Top Mod an der Hauptstrasse 98 in Au eröffnete. Der gelernte Schneider machte sein Hobby zum Beruf. Lag der Verkaufsfokus am Anfang vorwiegend auf der Herrenmode, wurde die Damenkollektion sukzessive ausgebaut und das Sortiment erweitert. Vor allem in den ersten Jahren erfreute sich das Geschäft eines wachsenden Kundenstamms und genoss weitherum einen guten Ruf. «Mir war es stets ein Anliegen, unseren Kundinnen und Kunden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, sie gut und kompetent zu beraten», sagt Armin Stoffel.

Noch schreibt Top Mod schwarze Zahlen

Für seinen Sohn André Stoffel, selbst gelernter Sportartikelverkäufer und Experte für Beratung und Bewirtschaftung im Bereich Textil, war ein weiterer Punkt von zentraler Bedeutung: «Bei unserer Arbeit ging es immer auch um Wissensvermittlung. Es lag uns am Herzen, dass wir Lehrlinge selber ausbildeten und diese durch eine hohe Fachkompetenz zu überzeugen vermochten.» Bis heute habe sich daran nichts geändert.

«Selbst mit dem Ende vor Augen war uns klar, dass wir für unsere Angestellten eine solide und vor allem eine verbindliche Lösung finden müssen.» Die eine Lehrtochter führt ihre Lehre bereits an einem anderen Ort fort, während die zweite in diesen Tagen mit einer neuen Stelle beginnt. Obschon das Geschäft vor allem im vergangenen und zu Beginn des neuen Jahrhunderts florierte, spürten die Verantwortlichen eine schleichende Verän­derung der Branche. Wirbelten Onlineshops und multinationale Modeketten die Bekleidungsindustrie bereits nach dem Mil­lennium ordentlich durcheinander, verursachten die Wirtschaftskrise und der starke Franken fundamentale Probleme. «Während auf der einen Seite die Umsätze in den letzten Jahren stagnierten oder gar sanken, stiegen auf der anderen Seite der Aufwand und die Kosten», informiert Stoffel. Natürlich habe man die Entwicklung in der Textilindustrie mit grossem Interesse verfolgt und analysiert, sei jedoch zum Schluss gekommen, dass eine rentable Fortführung des Betriebs aussichtslos bleiben würde. «Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende», sagt Stoffel und ergänzt: «Aktuell schreiben wir noch schwarze Zahlen, nur kann keiner genau sagen, wie lange noch!»

Mangels erfolgsversprechenden Perspektiven und fehlender Aufträge hält André Stoffel Ausschau nach neuen Arbeitsmöglichkeiten, während Armin Stoffel weiterhin seiner Leidenschaft frönt und das Nähatelier fortführt. «Bis eine Nachfolgelösung gefunden wird, geht der Betrieb normal weiter.» Es werden Än­derungswünsche beherzigt und Kleider verkauft. «Möglicherweise purzeln die Preise im Herbst noch weiter», sagt Stoffel.

Die guten Erinnerungen überwiegen

Logischerweise sei der rational gefasste Entschluss nicht ohne Herzschmerz vonstatten gegangen. «In all den Jahren haben wir Unglaubliches erlebt. Unsere Kunden sind uns ans Herzen gewachsen, und die Arbeit hat uns Freude bereitet». Auch wenn das Ende schmerze, so lägen die Gründe dafür auf der Hand. Und ausserdem biete jedes Ende auch die Chance auf einen Neuanfang.

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