AU: Religiösen Aspekt des Grabes hinterfragt

Im Gegensatz zu Rechnung und Budget gab das neue Gemeinschaftsgrab an der Vorversammlung der katholischen Kirchgemeinde Au am meisten zu reden.

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An der Vorversammlung entbrannte eine angeregte Diskussion. (Bild: Kurt Latzer)

An der Vorversammlung entbrannte eine angeregte Diskussion. (Bild: Kurt Latzer)

An «Erdundhimmel», so heisst das neue Gemeinschaftsgrab auf dem jüngst sanierten Auer Friedhof, hat die katholische Kirchgemeinde 20 000 Franken gezahlt. Mitzubestimmen aber hatte der Kirchenverwaltungsrat nichts. Zumindest nicht aus theologischer oder religiöser Sicht. Ein Kirchbürger bemängelte gestern Abend im Pfarreiheim-Saal, beim Sockel unter dem Gemeinschaftsgrab «Erdundhimmel» handle es sich um einen geschlossenen Betonkasten, ähnlich einem Schwimmbecken. Er wollte von Monika Bürki, Präsidentin der katholischen Kirchgemeinde Au, wissen, ob es falsch sei, wenn es heisse, Asche müsse zur Erde zurück.

Wie sehr der theologische oder religiöse Aspekt beim Entwickeln des Grabes berücksichtigt wurde, weiss Monika Bürki nicht. Weil die Politische Gemeinde die Friedhofsanierung finanzierte, habe der Gemeinderat auch über das Gemeinschaftsgrab entschieden. Sie werde mit dem Gemeindepräsidenten und dem Architekten darüber reden. «Vielleicht kann man da ja noch etwas ändern», sagte sie. Pfarrer Josef Benz: «Welchen theologischen Hintergrund der Architekt hat, weiss ich nicht. Als es vor ein paar Jahren in Berneck um das Urnengrab ging, waren die evangelische Pfarrerin und ich in der Kommission.» Das war beim Auer Gemeinschaftsgrab nicht der Fall. Es entbrannte eine angeregte Diskussion über Asche zu Erde, ob die anderswo nicht auch in geschlossene Steinkammern oder Gefässe kämen. In den Urnen komme die Asche mit der Erde ja auch nicht in direkten Kontakt, glaubte eine Kirchbürgerin. Pfarrer Benz korrigierte die Frau: «Die heutigen Urnen zersetzen sich im Boden innert weniger Jahre.» Während ein Kirchbürger meinte, man solle die Sache nicht aufbauschen, wollten andere wissen, ob denn die Asche aller Verstorbenen tatsächlich gemeinsam, in denselben «Betonkasten» komme. In diesem Zusammenhang dürfte bis zur Kirchbürgerversammlung von kommendem Samstag, 1. April, um 18.15 Uhr im Pfarreiheimsaal einiges zu hinterfragen sein. Nichts zu reden gaben die Jahresrechnung 2016 und das Budget 2017. Die Rechnung schliesst mit einem Überschuss von gut 93 000 Franken, budgetiert war ein Minus von über 61 000 Franken. Der Steuerfuss bleibt bei 21 Prozent, inklusive vier Prozent Zentralsteuer.

Kurt Latzer