Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

AU: Nur Au setzt auf Stelle im Asylwesen

Die Gemeinde Au hat eine neue Stelle geschaffen, um mehr für die Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen zu tun. Andere Gemeinden vertrauen bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt auf die Repas.
Sophia Zimmerer
Asylbewerber werden in der Schweiz von Freiwilligen unterrichtet. (Bild: Donato Caspari (Weinfelden))

Asylbewerber werden in der Schweiz von Freiwilligen unterrichtet. (Bild: Donato Caspari (Weinfelden))

Rico Dietrich, langjähriger Leiter des Auer Alters- und Pflegeheims, tritt im Frühjahr eine neue Stelle an: Er wird sich auf die Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt konzentrieren (Zeitung vom 29. September). In anderen Gemeinden beschäftigt sich mit der Eingliederung in den Arbeitsmarkt die Repas, die regionale Potenzialabklärungs- und Arbeitsintegrationsstelle.

In Au kümmere sich die Repas einzig um Potenzialabklärungen und meistere ihre Aufgabe gut, sagt Gemeindepräsident Christian Sepin. Dabei werden Sprachkenntnisse, die gesundheitliche Lage, die aktuelle berufliche Situation, die vorhandenen fachlichen und beruflichen Kompetenzen sowie die allgemeine Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der Klienten abgeklärt. Das genügt gemäss Sepin jedoch nicht: «Man muss sich intensiver mit den Zuwanderern auseinandersetzen. Für eine gelungene Eingliederung in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt ist eine gute Vernetzung im Rheintal unabdingbar – und diese bringt die neue Betreuungsstelle dank Rico Dietrich mit sich.»

Immigranten bei Anlässen im Einsatz

Die Gemeinde Oberriet habe im Moment noch keinen Bedarf für eine neue Stelle im Asylwesen, sagt Angelo Bont, Leiter Soziale Dienste. Die Repas werde allerdings neu organisiert, deshalb sei unklar, welche Tätigkeitsfelder künftig abgedeckt seien. Sollten zusätzliche Arbeiten für die Gemeinde anfallen, könnten diese mit dem jetzigen Personalbestand nicht bewältigt werden. In Oberriet leben zurzeit 32 Asylbewerber, 19 vorläufig Aufgenommene, drei vorläufig aufgenommene Flüchtlinge, 25 anerkannte Flüchtlinge und zwei abgewiesene Asylbewerber (Stand 13. Oktober 2016).

Die Gemeinde legt grossen Wert darauf, dass ihre Zuwanderer einer Beschäftigung nachgehen. Noch nicht anerkannte Flüchtlinge werden zum Beispiel bei der Neophyten-Bekämpfung eingesetzt oder unterstützen Kirche und Vereine bei Anlässen wie der Kilbi.

In Diepoldsau geht das Tätigkeitsfeld der Repas ebenfalls über die Potenzialabklärungen hinaus. Gerhard Strasser, Leiter des Sozialamts, sagt, die Repas sei auf die Arbeitsintegration spezialisiert und unter anderem als Job-Coach tätig. Solange die Repas dabei sei, existiere kein Bedarf für eine neue Stelle. Die Gemeinde zählt zurzeit 24 Asylsuchende, 15 vorläufig Aufgenommene, 69 vorläufig aufgenommene Flüchtlinge und 13 anerkannte Flüchtlinge (Stand 11. Oktober 2016). Die Integration der Zuwanderer wird in Diepoldsau anderweitig gefördert. In Zusammenarbeit mit dem Solidaritätsnetz Ostschweiz werden beispielsweise Deutschkurse für Asylsuchende angeboten. Unterrichtet werden die Zuwanderer von Freiwilligen. Ein weiteres Integrationsprogramm bildet das Einsammeln von Abfall, wie auch in Au. Asylsuchende, die aufgrund ihres Status nicht arbeiten dürfen, werden mit diesem Projekt vertraut gemacht. Gerhard Strasser sagt: «Die Zuwanderer machen sehr gerne mit und sind sogar stolz, im Dorf unterwegs sein zu dürfen. Das Projekt gibt ihrem Alltag Struktur.»

Die Gemeinde Eichberg verfährt gleich wie Diepoldsau und braucht keine Stelle ausschliesslich für die Integrationsarbeit. Gemeindepräsident Alex Arnold sagt, Eichberg sei klein und nehme daher wenig Asylsuchende auf. Zurzeit leben dort acht Asylsuchende, zwei vorläufig aufgenommene Flüchtlinge und zwei anerkannte Flüchtlinge (Stand 11. Oktober 2016).

Flüchtlinge ziehen nach positivem Asylbescheid weg

Dennoch wird etwas für die Integration getan. Seit Januar erhalten Zuwanderer zweimal pro Woche Deutschunterricht von einem Einheimischen, der von der Gemeinde bezahlt wird. Alex Arnold hält das kleine Projekt für eine gute Sache und sagt, er habe positive Rückmeldungen erhalten. Weil ein Grossteil der Flüchtlinge nach einem positiven Asylbescheid in städtische Gebiete zu Verwandten und Bekannten ziehe, unternehme Eichberg aber nicht mehr.

Rheineck zieht keine zusätzlichen Massnahmen in Betracht. Michael Schwinn, Leiter Soziale Dienste der Gemeinden Thal und Rheineck, ist mit Äusserungen jedoch vorsichtig, da sich die Organisation der Repas im Umbruch befindet. Die Gemeinde setzt sich aber dafür ein, den Zuwanderern den Alltag zu erleichtern. Dabei stellen ehrenamtliche Personen den Asylsuchenden zum Beispiel Einkaufsmöglichkeiten vor, erklären ihnen die Waschmaschine oder begleiten sie zu einem Arztbesuch. In Rheineck sind zurzeit neun Asylgesuche pendent, 16 vorläufig aufgenommene Personen sind gemeldet (Stand 12. Oktober 2016).

Zentrale Führung bringe Verbesserungen

Roger Hochreutener ist Geschäftsleiter der Vereinigung St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten. Er erklärt, die sechs Repas-Stellen im Kanton würden neu zentral geführt. So verteile man die Dienstleistungen gleichmässiger über alle Regionen.

Roger Hochreutener ist überzeugt: «Sobald man sich an die neuen Strukturen gewöhnt hat, bringen die Änderungen für die Gemeinden Verbesserungen mit sich.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.