AU: «Nimm nun, o Herr, meine Seele!»

Unter der Leitung von Karl Hardegger führten die Rheintalische Singgemeinschaft und die Kammer- Philharmonie Bodensee-Oberschwaben am Sonntagabend vier kirchenmusikalische Werke der Romantik auf.

Max Pflüger
Merken
Drucken
Teilen
Herrliche Musik im passenden, 1924/25 erbauten Auer Kirchenraum. (Bild: Max Pflüger)

Herrliche Musik im passenden, 1924/25 erbauten Auer Kirchenraum. (Bild: Max Pflüger)

Max Pflüger

Auf dem Programm standen je zwei Kompositionen von Gabriel Fauré (1845 – 1924) und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1847). Unterstützt wurden Chor und Orchester von den Solisten Anna Gschwend, Sopran, und Christian Büchel, Bariton.

Vom Sterben und vom ewigen Leben

Melodiös und ruhig eröffnete die Pavane op. 50 von Fauré den Konzertabend. Dem Stück folgte Faurés Requiem op. 48 sowie die Arie «Es ist genug» des Elias aus dem Elias-Oratorium und die Kantate nach dem Psalm 42 von Mendelssohn. Die drei Chorwerke zeichneten Bilder vom Sterben und der Überwindung des Todes durch Jesus nach. Dabei sind die Schrecken des Todes nur zurückhaltend dargestellt. Die Freuden der Auferstehung überwiegen und werden von den Sängern und Instrumentalisten eindrücklich nachgezeichnet. So siegte im Konzert der Glaube über die Dunkelheit des Sterbens.

Neben den schönen Stimmen der Sängerinnen und Sängern der Singgemeinschaft und ihrer dynamischen und stimmtechnischen Brillanz überzeugten vor allem auch die beiden Solisten. Mit hellem Klang leuchtete Anna Gschwend über dem Orchester und symbolisierte so das Göttliche, die Gnade, die Erlösung. Mit fester Stimme untermalte der Bariton die Musik. Auch das Or­chester leistete Grossartiges und brachte hochstehende Musik zu Gehör. Stellvertretend für alle anderen Musiker sei der Querflötist erwähnt, der immer wieder, vor allem aber in der Pavane mit hellen Tönen den Klangteppich der Streicher belebte. Und so war es nach 90 bereichernden Musikminuten keine Frage: Zum Schlussapplaus erhoben sich alle Zuhörer und spendeten Chor und Orchester stehend einen wohlverdienten tosenden Applaus.