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AU: Kantaten aus dem 19. Jahrhundert

Ein weihnachtliches Chorkonzert der Spitzenklasse: Die Rheintalische Singgemeinschaft und die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben begeisterten das Publikum am Sonntag restlos.
Max Pflüger
Karl Hardegger dirigierte in der Auer Kirche feierliche Weihnachtsmusik. (Bild: Max Pflüger)

Karl Hardegger dirigierte in der Auer Kirche feierliche Weihnachtsmusik. (Bild: Max Pflüger)

Max Pflüger

Für das jährliche Weihnachtskonzert der Rheintalischen Singgemeinschaft vom Sonntagabend in der Kirche Au hat Chorleiter Karl Hardegger zwei Kantaten aus der Romantik einstudiert: «Der Stern von Bethlehem» von Josef Gabriel Rheinberger (1839 bis 1901) und «Vom Himmel hoch» von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1847) nach dem gleichnamigen Weihnachtslied von Martin Luther.

Begleitet wurden die rund 60 Sängerinnen und Sänger des Chors und die beiden Solisten Anna Gschwend, Sopran, und Clemens Morgenthaler, Bariton, von der Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben. Am Vorabend der Auer Aufführung begeisterte das Konzert in der Kirche von Gams sein Publikum bereits ein erstes Mal.

Spätromantischer Bilder­bogen zu Weihnachten

Der in Vaduz geborene Komponist zahlreicher geistlicher und weltlicher Werke schrieb «Der Stern von Bethlehem» als Opus 164 im Jahr 1861. Als Text dazu verwendete er einen neunteiligen Gedichtszyklus seiner Frau Franziska «Fanny» von Hoffnaass. Sie erlebte die Uraufführung des Werkes jedoch nicht mehr.

In einem stark lautmalerisch geprägten Bilderbogen erzählten die Sänger und Musiker die weihnachtliche Heilsgeschichte.

Sie spannten den Bogen von den Erwartungen, die der heiligen Nacht vorausgehen, bis zur Erfüllung aller Hoffnungen im Jubel: «Frohlocke, Welt, dem Tod entwunden, hast du in Christ das Leben gefunden. Alleluja!». Mit gleichen Worten und ähnlichen musikalischen Themen umrahmten Anfang und Ende die Kantate und hielten sie so dicht zusammen.

Mit sonorer Stimme beschrieb der Bariton Clemens Morgenthaler die Ankunft der Hirten in Bethlehem und was sie dort vorfanden. Besonders schön zeichnete das Konzert in der katholischen Kirche in Au auch den Zug der Weisen aus dem Morgenland durch die Wüste nach und zauberte damit eine reiche Bilderwelt in die Köpfe der Konzertbesucher. Gefühlvoll und reich interpretierte die Sopranistin Anna Gschwend das Schlaflied Mariens: «Schlumm’re süss, Erlöser der Welt. Schlumm’re süss, du göttliches Kind.»

Kantate über ein bekanntes Weihnachtslied

Die feierliche Musik und die klare Tonsprache des Komponisten in Verbindung mit der hohen Gestaltungskraft von Chor und Orchester schufen mit der Rheinberger Kantate eine unvergleichliche Weihnachtsstimmung, die das grosse, dicht besetzte Auer Kirchenschiff erfüllte.

Die Choralkantate «Vom Himmel hoch» von Felix Mendelssohn Bartholdy beruht auf dem gleichnamigen Weihnachtslied, das Martin Luther gemäss der Überlieferung 1535 für die Weihnachtsbescherung seiner eigenen Kinder geschrieben haben soll. Auch mit diesem Werk, in dem immer wieder bekannte Themen aus dem Luther-Choral erkennbar waren, gelang es dem Chor, den beiden Solisten und dem Orchester den weihnachtliche Gedanken lebendig werden zu lassen.

Die grossartige Leistung der Ausführenden belohnte das Publikum zum Schluss des Konzertes mit einer lang anhaltenden, stehenden Ovation: wohlverdienter Lohn für das Weihnachtskonzert.

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