AU: Das grüne Rätsel am Rhein

Am Montag, kurz nach Mittag, ist etwa eine Dreiviertelstunde lang Gras oder ähnliches Grünzeug den Rhein hinunter geschwommen, verteilt über die ganze Breite des Flusses.

Kurt Latzer
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Bis zu etwa drei Quadratmeter grosse Büschel Grünzeug trieben den Rhein hinunter. Eine Erklärung gibt es bislang nicht. (Bild: Kurt Latzer)

Bis zu etwa drei Quadratmeter grosse Büschel Grünzeug trieben den Rhein hinunter. Eine Erklärung gibt es bislang nicht. (Bild: Kurt Latzer)

AU. Nicht nur Fussgänger und Velofahrer, die gestern zur Mittagszeit die für den restlichen Verkehr gesperrte Brücke zwischen Au und Lustenau passiert haben, wurden Zeugen des Schauspiels. Auch Arbeiter des Rheinunternehmens haben die schwimmenden Grasteppiche gesehen. Dicht an dicht, verteilt über die gesamte Breite des Rheins, trieben Grünzeug-Büschel. Zum Teil etwa drei Quadratmeter grosse Fetzen.

Man hatte fast den Eindruck, das Wasser färbe sich lindengrün, so viel Pflanzenmaterial bewegte sich Richtung Bodensee. Kurt Köppel, Leiter Rheinunternehmen in Widnau, sagt auf Anfrage: «Ich habe keine Ahnung, um was es sich dabei handelt.» Seine Mitarbeiter, die zurzeit am Rhein beschäftigt sind, hätten auch keine Erklärung für den Vorfall.

Das Grünzeug müsse aus einer Gegend weiter flussaufwärts stammen. «Vielleicht entsorgt ein Landwirt das Gras aus dem Vorland im Fluss, das wegen des Hochwassers nicht mehr zu gebrauchen ist», sagt Köppel. Vielleicht werde weiter oben am Fluss ein Bach entkrautet. Diese Art der Entsorgung sei nicht akzeptabel. «Wenn wir beispielsweise Grünzeug zu entsorgen haben, bringen wir das Material in die Biogas-Anlage», sagt der Leiter Rheinunternehmen. Handelt es sich um gutes Gras, liessen sich dafür bei den Landwirten Abnehmer finden. Auf alle Fälle will Kurt Köppel der Sache auf den Grund gehen.