AU: Besonderes Konzert

Die Rheintalische Singgemeinschaft interpretiert Werke von Fauré und Mendelssohn.

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Am Sonntag, 26. November, Beginn um 17 Uhr, erklingt in der ­katholischen Kirche Au ein Chorkonzert der Extraklasse. Unter der Leitung von Karl Hardegger werden die Rheintalische Singgemeinschaft, Anna Gschwend, Sopran, Christian Büchel, Bariton, sowie die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben Werke von Gabriel Fauré und Felix Mendelssohn Bartholdy zur Aufführung bringen.

Eröffnet wird das Konzert mit Gabriel Faurés (1845 – 1924) berühmter «Pavane» op. 50; eine zarte Orchesterstudie in feinsinniger Instrumentation.

Darauf folgt Gabriel Faurés «Requiem» op. 48 für Sopran, Bariton, vier- bis sechsstimmigen Chor und Orchester. Fauré komponierte sein einziges grösseres Werk mit einem religiösen Text als Basis unter dem Eindruck des kurz nacheinander erfolgten Todes seiner Eltern während seiner zweiten Schaffensperiode 1887/88. Das siebensätzige Werk weicht in mehrerlei Hinsicht von der traditionellen Totenmesse ab. Im Gegensatz zum traditionellen Ablauf der Messe verzichtet Fauré auf eine dramatisierende Darstellung des Dies irae und beschränkt sich auf die Vertonung von dessen letztem Vers, dem Pie Jesu. Dagegen fügte er das In paradisum aus den Exequien hinzu, das traditionell bei der Überführung des Leichnams von der Kirche zum Friedhof erklingt.

Der zweite Konzertteil beginnt mit der berührenden Arie des Elias aus dem gleichnamigen Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847) «Es ist genug». Die vom Violoncello begleitete Fis-Moll-Arie ist erfüllt vom Klang einer Resignation, die zugleich Erhebung über das Leben, Eingehen in die erlösende Sphäre der Vollendung bedeutet.

Den glanzvollen Abschluss des Konzertes macht «Der 42. Psalm» op. 42, «Wie der Hirsch schreit», eine Kantate für Sopran, gemischten Chor und Orchester von Felix Mendelssohn Bartholdy. Robert Schumann lobte Mendelssohn dafür. Das Werk sei «die höchste Stufe, die er als Kirchenkomponist, ja die neuere Kirchenmusik überhaupt, erreicht hat.» Der Text beruht auf dem alttestamentlichen Psalm 42 in der Übersetzung Martin Luthers. Der weichgetönte Eingangschor verarbeitet das vom Chor-Alt vorgestellte Thema kontrapunktisch mit homophon bekräftigenden Einwürfen und einem verinnerlichten A-cappella-Abschnitt am Schluss. In den beiden folgenden Arien führt der Solo-Sopran zunächst einen Dialog mit der Oboe nach dem Vorbild der Arien Bachs, danach mit dem Frauenchor. Ein affirmativer Chor, der Elemente der Mehrchörigkeit aufnimmt, bildet den Mittelteil des Werks, dem sich ein Quintett des Solo-Soprans mit den Männerstimmen anschliesst. Der an Händel gemahnende Schlusschor nimmt das Thema des vierten Teils wieder auf und mündet in eine breit angelegte Fuge auf den Text «Preis sei dem Herrn», die dem Psalmtext quasi als Gloria Patri angefügt ist.

Die Abendkasse öffnet um 16 Uhr; www.rhsg.ch. (pd)