AU: 37 Jahre die Gastroszene belebt

Vor 32 Jahren übernahmen Hildegard und Peter Roth das Restaurant Freihof. Bereits zwischen 1975 und 1980 hatten sie den alten «Löwen» geführt. Ende August werden sie nun letztmals ihre Gäste bedienen.

Susi Miara
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Hildegard und Peter Roth freuen sich auf den nächsten Lebensabschnitt. (Bild: Susi Miara)

Hildegard und Peter Roth freuen sich auf den nächsten Lebensabschnitt. (Bild: Susi Miara)

Susi Miara

Ihrem Motto sind die Wirtsleute bis heute treu geblieben. «Wir sind das Restaurant, wo man sich gerne trifft», sagt Hildegard Roth. Und dieser Leitspruch stimmt wirklich. Im «Freihof» sitzen einfache Büezer zusammen mit Geschäftsleuten oder mit dem Bankdirektor am gleichen Tisch. Man ist offen für jede Diskussion, und Schweizer kommen mit Nichtschweizern bestens aus.

Zuerst Discjockey, später Wirt

Bereits mit 18 Jahren begann Peter Roth in der Gastronomie zu arbeiten. Bevor er 1975 mit seiner Frau Hildegard das Restaurant Löwen eröffnete, arbeitete er als DJ, zuerst im Bahnhöfli in Au, später in der Laterne in Rheineck und in diversen Diskotheken in Vorarlberg und Liechtenstein. Hildegard Roth wuchs in Lusten­au auf und kam mit 18 in die Schweiz. Im Kafi Schnell in Rorschach fand sie ihre erste Stelle im Service. Sie war gerade 19, als sie Peter Roth das Jawort gab. Da war ihr Sohn Marco bereits geboren. 46 Jahre sind Hildegard und Peter Roth mittlerweile verheiratet. Während dieser Zeit führten sie 37 Jahre lang gemeinsam ein Restaurant. «Es ist nicht einfach, täglich 24 Stunden zusammen zu sein», sagt Hildegard Roth. «Wenn wir ein Problem hatten, durften die Gäste davon nichts merken.» Später, unter vier Augen, wurde aber immer alles ausdiskutiert. Beide bereuen ihre Zeit als Gastronomen nicht. Sie konnten mit ihren Gästen viele schöne Stunden verbringen. Auf die Frage, ob sie den Weg nochmals wählen würden, antworten beide mit einem Ja.

Das Konsumverhalten hat sich geändert

«Nicht aber zu den heutigen ­Bedingungen», sagt Peter Roth. Nachdem die Spielautomaten aus den Restaurants verschwunden sind, die Promillegrenze von 0,8 auf 0,5 gesenkt und schliesslich auch noch das Rauchen in Restaurants untersagt wurde, bekamen viele Dorfbeizen Probleme. «Mit dem Gewinn der Spiel­automaten konnten wir früher unsere Miete bezahlen», sagt Peter Roth. Noch vor zehn Jahren war auch das Feierabendbier sehr populär. Heute sieht man nur noch wenige Arbeiter mit Überhosen nach dem Feierabend im Restaurant, und auch das Mittagessen ist nicht mehr so gefragt. Früher waren es 15 bis 20 Essen, heute zwei bis drei, manchmal sogar keins. «Wir können heute nur noch dank der guten Stammgäste überleben», sagt Peter Roth. Da beide das Pensionsalter bereits erreicht haben, finden sie, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, einen Schlussstrich zu ziehen. Bis Ende August werden sie ihre Gäste noch bedienen. Wie es mit dem «Freihof» weiter geht, wissen sie nicht. Der Besitzer suche auf jeden Fall einen neuen Pächter.

Mit dem neuen Lebensabschnitt steht für Hildegard und Peter Roth eine Neuorientierung an. In Au wollen sie aber auf jeden Fall bleiben.