Arbeiten bis 65? Nein danke!

Um die Renten der 1. und 2. Säule langfristig zu finanzieren, hat Sozialminister Alain Berset ein umfassendes Reformpaket ausgearbeitet. Unter anderem soll das Rentenalter für Frauen von heute 64 Jahre auf 65 Jahre angehoben und somit dem Rentenalter der Männer angeglichen werden.

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Um die Renten der 1. und 2. Säule langfristig zu finanzieren, hat Sozialminister Alain Berset ein umfassendes Reformpaket ausgearbeitet. Unter anderem soll das Rentenalter für Frauen von heute 64 Jahre auf 65 Jahre angehoben und somit dem Rentenalter der Männer angeglichen werden.

Diese Lösung findet bei vielen, vor allem bei den Männern, rege Zustimmung. Sie argumentieren mit der Gleichberechtigung auch bei den Renten.

Warum können aber Frauen nicht früher in Rente gehen als Männer, wenn sie doch jahrelang eine Doppelbelastung tragen? Wir Frauen und Mütter kümmern uns deutlich mehr um die Kindererziehung und um den Haushalt. Wir Frauen reiben uns zunehmend auf bei dem Versuch, beide Aufgaben so zu bewältigen, dass alle Beteiligten zufrieden sind. Wir Frauen zahlen in der Regel dafür die Zeche.

Wir sind ein «Risiko» bei der Bewerbung um einen Job und bei der Beförderung auf höhere Positionen, denn bei uns droht immer ein Ausfall wegen einer weiteren Geburt. Wir riskieren kleinere AHV-Renten, weil wir durch die Kindererziehung Rentenausfälle haben. Bei all den Fakten, die auf dem Tisch liegen, erscheint es also nicht mehr so logisch, was Bundesrat Alain Berset fordert.

Aufgrund der Doppelbelastung als berufstätige Mutter fände ich es gerecht, wenn Frauen pro Kind ein Jahr früher in Rente gehen könnten. Dadurch, dass ich immer Vollzeit gearbeitet habe, war es oft stressig. Im Rückblick hätte ich gerne etwas mehr Zeit für mich gehabt. Die könnte ich ein Jahr früher haben. Aber nur dann, wenn das Rentenalter für Frauen nicht angehoben wird.