Appenzeller Vorderländer reitet olympisch

BEHINDERTENSPORT. Sandro Wessner gehört zur Schweizer Delegation für die Special Olympics in Los Angeles. In der Disziplin Reiten wird er gegen andere Sportler antreten.

Kevin Beining
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Special-Olympics-Athlet und Reiter Sandro Wessner trainiert für den Wettkampf in Los Angeles. (Bild: keb)

Special-Olympics-Athlet und Reiter Sandro Wessner trainiert für den Wettkampf in Los Angeles. (Bild: keb)

BEHINDERTENSPORT. Sandro Wessner gehört zur Schweizer Delegation für die Special Olympics in Los Angeles. In der Disziplin Reiten wird er gegen andere Sportler antreten.

23 Jahre alt ist Sandro Wessner. Ursprünglich aus dem Dorf Ganterschwil im Toggenburg, lebt er schon seit einigen Jahren auf dem Hof Rüti im Appenzeller Vorderland. Nun wird er seine Wahlheimat für ein paar Tage mit der Metropole Los Angeles in den USA tauschen. Das ihm bevorstehende Abenteuer heisst: Mitmachen bei den Special Olympics. Das sind Olympische Spiele für Sportler mit einer geistigen Behinderung.

Sandro Wessners erster Flug

«Lasst mich gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so lasst mich mutig mein Bestes geben», lautet das Motto des Schweizer Komitees. Diesem Motto lebt Sandro Wessner nach. Die Reise steht für ihn im Vordergrund, das Fliegen und das Besuchen von neuen Ländern. «Das erste Mal fliegen», diesen Satz hört man oft im Gespräch mit Sandro Wessner. Die Freude über die Reise ist die ganze Zeit über richtiggehend spürbar.

Die Anstrengungen, die der junge Sportler für diese Möglichkeit der Welt-Erkundung auf sich genommen hat, sind beachtlich. So rückte die Teilnahme an den Special Olympics erstmals vor einem Jahr ins Blickfeld; und dies nach dem Gewinn in der Kategorie A Galopp an den National Games in Bern. Fortan hat er nebst der beruflichen Tätigkeit so oft trainiert wie möglich. Wohn-, Arbeits- und Trainingsort ist Grub AR.

Nach der Schule liess sich Sandro Wessner auf dem Hof Rüti zum Pferdewart ausbilden. Nach einer kurzen Zeit in einer anderen Institution, zog es den Toggenburger wieder ins Appenzellerland.

Seine Arbeitsfelder auf dem Hof sind vielfältig. Neben der eigentlichen Arbeit als Pferdewart müssen auch ergänzende Arbeiten, die mit dem Halten von Pferden anfallen, erledigt werden. So auch das Heuen, das diesen Sommer durch die langanhaltende und intensive Hitze besonders anstrengend war, meint der Athlet. Die Arbeit mache ihm aber Spass, vor allem weil er es für seine Tiere mache.

Das Pferd als Tier und Freund

Auf die Frage, wie er zum Reiten kam, erzählt Sandro Wessner von der beruhigenden Wirkung der Pferde. Dies tue im sehr wohl, und er sei nicht der einzige, der dies so sehe. Da war der Schritt zum Reiten nicht mehr gross gewesen.

Am Anfang hatte er beim Reiten aber durchaus auch Angst, vor allem beim Springen – inzwischen sei diese Angst Geschichte. Auch kenne er sein Pferd gut und wisse, wie es reagiere. Dieses Pferd «werde ich bei den Spielen aber vermissen», so der Athlet. Denn nur der Sportler darf über den Ozean reisen. Sein Trainings-Pferd muss zu Hause bleiben.