Ansiedlung weitsichtig geplant

In Kriessern hat die Erfolgsgeschichte der Urban Dietsche & Söhne AG begonnen. Mittelfristig will die auf 15 Firmen angewachsene und in Diepoldsau domizilierte Unternehmensgruppe ihren Hauptsitz wieder nach Kriessern verlegen.

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Die Verhandlungen über den Verkauf der Schützenwiese (Bild) zwischen der Ortsgemeinde und der Urban Dietsche & Söhne AG sind weit gediehen. V.l.n.r.: Daniel Schegg, CEO der Dietsche MontageProfis AG, Marcel Dietsche, Roland Dietsche und Ortsgemeindepräsident Markus Lüchinger. (Bild: Markus Löliger)

Die Verhandlungen über den Verkauf der Schützenwiese (Bild) zwischen der Ortsgemeinde und der Urban Dietsche & Söhne AG sind weit gediehen. V.l.n.r.: Daniel Schegg, CEO der Dietsche MontageProfis AG, Marcel Dietsche, Roland Dietsche und Ortsgemeindepräsident Markus Lüchinger. (Bild: Markus Löliger)

kriessern. Die Ortsgemeinde Kriessern und die Verantwortlichen der Firmengruppe Dietsche führen seit längerer Zeit Verkaufsverhandlungen für Gewerbeland. Im Fokus steht die in der Zone «übriges Gemeindegebiet» liegende und landwirtschaftlich genutzte Parzelle der ehemaligen Schützenwiese an der Umfahrungsstrasse Kriessern.

Bürger haben das letzte Wort

Die Verhandlungen sind weit gediehen, die Parteien haben sich in allen wesentlichen Punkten geeinigt. In Kürze soll eine Absichtserklärung für den Bodenkauf unterzeichnet werden.

Ziel sei es, sagt Ortsgemeindepräsident Markus Lüchinger, bis Ende 2010 ein Vorprojekt zu haben. Baubeginn könnte – bei optimalem Bewilligungsverfahren – frühestens im Jahr 2012 sein.

Das letzte Wort hat die Bürgerversammlung der Ortsgemeinde Kriessern. Sie entscheidet endgültig über den Landverkauf, der vom Ortsverwaltungsrat empfohlen wird.

Win-win-Situation

Es zeichne sich ein interessantes Projekt ab, das für alle Beteiligten Vorteile bringe. Markus Lüchinger: «Die Ortsgemeinde ist überzeugt, mit der Ansiedlung dieser Firma den richtigen Schritt in die Zukunft zu tun. Mit dem Projekt sollen eine nachhaltige Wirkung erzielt und Arbeitsplätze in der Region gehalten sowie neue geschaffen werden.»

Roland Dietsche, zusammen mit seinem Bruder Marcel Inhaber der Unternehmensgruppe, bestätigt die Angaben des Ortspräsidenten und ergänzt, dass allein für die erste Bauetappe «ein zweistelliger Millionenbetrag investiert werden wird».

Vorgesehen ist ein stattliches Gebäude mit einem grossen Büroanteil. Benötigte Landfläche: 10 000 bis 12 000 Quadratmeter, was knapp der Hälfte der ganzen Parzelle entspricht. «Wir wollen mittelfristig alles an einem Ort konzentrieren.

Weil wir am heutigen Standort in Diepoldsau nicht mehr weiterwachsen können, sind wir auf einen neuen Standort angewiesen», sagt Roland Dietsche.

Zurück zu den Wurzeln – nach Kriessern – wäre den beiden Firmeninhabern Roland und Marcel Dietsche am liebsten. Dort haben sie mit der Wohn- und Gewerbeliegenschaft Sonne einen «wichtigen gesellschaftlichen Beitrag geleistet» (Ortspräsident Lüchinger).

Grünes Licht vom Kanton

Das Projekt der Urban Dietsche & Söhne AG ist nicht das erste auf der ehemaligen Schützenwiese. Bisher hatte sich aber immer der Kanton quer gelegt und die Ansiedlung von Gewerbebetrieben verhindert, weil es andernorts in der Gemeinde Oberriet, zu der Kriessern gehört, genügend eingezontes Bauland gebe. Auf diese Weise seien für mehrere Projekte gewerblicher Unternehmen Lösungen gefunden worden, sagt Ortspräsident Markus Lüchinger.

Angesichts der Grösse des jetzt anstehenden Projekts hat der Kanton nach einer erneuten Überprüfung grünes Licht gegeben, und auch die Gemeinde Oberriet steht dahinter. Mit der Umzonung der ehemaligen Schützenwiese kann die bereits entlang der Autobahn bestehende Gewerbe- und Industriezone (Verzinkerei und Grünenfelder) optimal erweitert werden, ohne dass Wohngebiete durch zusätzlichem Verkehr oder Lärm belastet werden.

Ruhiges Gewerbe

Ihren Beitrag zu einer ruhigen Zone trägt auch das Projekt der Urban Dietsche & Söhne AG bei: Es ist ein Dienstleistungsunternehmen mit einer sehr kleinen Eigenproduktion in einem ruhigen Gewerbe (Schreinerei). Viele der insgesamt über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten auswärts auf Montage. Die meisten kehren nur über das Wochenende nach Hause zurück.

Es sind deshalb vor allem Büroarbeitsplätze, Lager- und Umschlagsflächen geplant. Der zu erwartende zusätzliche Verkehr ist eng begrenzt.