Ans Schulhaus Bündt wird angebaut

RÜTHI. Die Rüthner haben an der ausserordentlichen Schulbürgerversammlung am Donnerstag dem Anbau ans Schulhaus Bündt mit 152 Ja zu 27 Nein mit deutlichem Mehr zugestimmt. Zuvor gab es allerdings einige kritische Wortmeldungen.

Max Tinner
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Trotz deutlicher Zustimmung liess der Schulpräsident die Stimmen auszählen: 152 stimmten für, 27 gegen den Erweiterungsbau ans Schulhaus Bündt. Anwesend waren 210 Schulbürger. (Bild: Max Tinner)

Trotz deutlicher Zustimmung liess der Schulpräsident die Stimmen auszählen: 152 stimmten für, 27 gegen den Erweiterungsbau ans Schulhaus Bündt. Anwesend waren 210 Schulbürger. (Bild: Max Tinner)

Die Schülerzahlen steigen in Rüthi stärker, als der Schulrat noch vor ein paar Jahren erwartet hat. 2009 hatte Rüthi knapp 180 Schüler, aktuell sind es nicht ganz 200, in vier Jahren werden es an die 250 sein. Bereits in zwei Jahren werden drei Klassen mehr als heute geführt werden müssen – die natürlich auch ein Schulzimmer brauchen.

Das Raumproblem lösen soll ein Anbau in Holzbauweise ans Schulhaus Bündt. Am Donnerstag hatten die Schulbürger über den Baukredit in Höhe von 2,71 Mio. Franken zu befinden. Sie stimmten dem Erweiterungsbau mit grossem Mehr zu: mit 152 Ja zu 27 Nein. Zuvor gab es allerdings einige kritische Wortmeldungen. Mehrere Schulbürger kritisierten das Erweiterungsprojekt. In Frage gestellt wurde nicht nur die Grösse, sondern auch die Notwendigkeit an sich.

«Das <Dorf> täte es auch»

So wünschte sich die frühere Schulsekretärin Ruth Traber anstelle des Neubaus die Reaktivierung des Schulhauses Dorf. Der Schulrat hat diese Option zwar geprüft, dann aber verworfen: wegen des Sanierungsbedarfs und weil man letztlich doch nicht genügend Räume hätte, die zudem den heutigen Bedürfnissen nicht gerecht würden. Hansruedi Büchel bezweifelte dies. Talauf talab würden um die 20 ebenso alte Schulhäuser noch als solche genutzt. Also müsste es doch auch in Rüthi möglich sein. Er warf dem Schulrat vor, den Schulbürgern ein manipulatives Gutachten vorgelegt zu haben – «eine Verkaufsbroschüre», in der sich der Schulrat die Argumente und Kostenberechnungen passend zurechtgelegt habe.

Dem widersprachen nicht nur Schulratspräsident Hermann Wild und Gemeindepräsident Thomas Ammann, sondern auch Schulleiterin Tanja Schneider und der schulische Heilpädagoge Daniel Schneider. Die Raumverhältnisse seien tatsächlich so prekär, wie es im Gutachten beschrieben sei, betonte Letzterer.

Für alt Lehrer Toni Kobler wäre gleichwohl eine Nutzung des Schulhauses Dorf für Archiv, Musik- und Religionsunterricht und Ähnliches denkbar gewesen. Der Erweiterungsbau hätte dann kleiner und günstiger gebaut werden können. Und Daniel Baumgartner hätte sich gewünscht, man hätte gerade auch schon über die künftige Nutzung des ehemaligen Schulhauses Dorf abstimmen können. Er fürchtet, dass die Sanierungskosten für das Gebäude doch noch anfallen könnten, sollte sich kein Käufer dafür finden.

Die Argumente der Kritiker überzeugten letztlich nur eine Minderheit. Die grosse Mehrheit stimmte für den Erweiterungsbau. Nebst den 27 Gegenstimmen gab es aber (bei 210 anwesenden Stimmberechtigten) auch rund 30 Enthaltungen.

Der Schulrat möchte nun das Projekt schleunig vorantreiben. Bereits aufs nächste Schuljahr hin soll der Neubau bezogen werden. «Ein mehr als sportliches Zeitprogramm», gab Kantonsrat Peter Eggenberger zu bedenken. Hermann Wild hält es aber für machbar.

Gratulationen für Ammann

Nach der Versammlung lud der Gemeinderat ein, die Wahl Thomas Ammanns in den Nationalrat zu feiern. Gratuliert haben diesem dabei Vizegemeindepräsident Aldo Frei, Daniel Strebel im Namen der CVP-Ortspartei sowie der in Rüthi wohnende Kantonsratspräsident Markus Straub. Und während des Apéros noch so mancher Bürger.

Fotos von der Schulbürgerversammlung (und dem Auftritt der Schüler davor) sowie der Wahlfeier auf rheintaler.ch/bilderstrecken.