Ankerverbot am Rheinspitz

In einem Flachwassergebiet des Bodensees, links der Mündung des Alten Rheins, darf seit Anfang Juli nicht mehr geankert werden. Der Grund sind Bootsbesitzer, die ihre Hunde im angrenzenden Naturschutzgebiet streunen liessen.

Martin Rechsteiner
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ALTENRHEIN. Es ist ein schönes grünes Fleckchen, an der Mündung des Alten Rheins, direkt am Bodensee: Das Naturschutzgebiet Rheinspitz ist ruhig gelegen, und im Sommer sorgen dort weidende Hochlandrinder für schon fast schottisches Ambiente. Deshalb ist das Gebiet, angrenzend an eine Flachwasserzone des Bodensees, bei Bootsfahrern ein beliebter Platz für Landspaziergänge. Damit das Boot bleibt, wo es ist, werfen sie in genau dieser Flachwasserzone den Anker aus.

Doch damit ist jetzt Schluss. Anfang Juli hat das Kantonale Schifffahrtsamt für die Flachwasserzone zwischen der Mündung des Alten Rheins und dem Areal der Marina Rheinhof ein Ankerverbot verfügt. Das rund 50 Hektar grosse Gebiet dürfe aber weiterhin von Booten befahren werden, heisst es vom Amt. Ausgenommen vom Ankerverbot seien zudem Verankerungen von Fischereigeräten der Berufsfischer.

«Kein Ort für Hunde»

Laut Kurt Reich, dem Vorsteher des Schifffahrtsamts des Kantons St. Gallen in Rorschach, sei das Naturschutzgebiet einfach zu beliebt gewesen. «Immer mehr Bootsfahrer gingen dort an Land», sagt er. Viele von ihnen hätten dabei ihre Hunde frei laufen lassen. Dies sei dem Rheinunternehmen des Kantons St. Gallen, welches das Naturschutzgebiet unterhält, ein Dorn im Auge gewesen. «Das Naturschutzgebiet wurde für mehrere Millionen Franken renaturiert und gepflegt», sagt Silvio Müller vom Rheinunternehmen. «Es ist kein Ort, um Hunde streunen zu lassen.» Deshalb sei das Gebiet vom Land her auch abgesperrt.

Camper dürfen weiter Wassern

«Das Rheinunternehmen ist mit dem Problem bei uns vorstellig geworden», sagt Kurt Reich. «Darauf haben wir uns, in Absprache mit dem Kantonalen Amt für Jagd und Fischerei, für ein Ankerverbot in dem Gebiet entschieden.» Ab jetzt müssten die Bootsführer etwas weiter aussen im See ankern. Reich betont, dass die Zone nach wie vor befahren werden dürfe. «Camper können dort weiterhin ihre Boote ins Wasser schieben.» Die Zufahrt zur Ein- und Auswasserungsstelle des Marina Rheinhofs bleibe uneingeschränkt möglich.

«Wird das Ankerverbot gut eingehalten, sehen wir keinen Grund, in dem Gebiet ein Fahrverbot zu verfügen», sagt Reich. Dies komme erst als Massnahme in Frage, falls sich die Leute nicht an das Ankerverbot hielten. Zur besseren Signalisation des neuen Verbots werden zwei Pfosten mit Beschilderung in den Seeboden geschlagen.

Gegen das Ankerverbot kann bis 25. Juli 2016 beim Sicherheits-und Justizdepartement des Kantons St. Gallen schriftlich Rekurs eingereicht werden.