Anfängerfehler an der WM

Philipp Gubler aus Eichberg verfehlt seine Ziele an der Halbdistanz-Ironman-WM in Zell am See (Ö).

Yves Solenthaler
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Philipp Gubler: An der 70.3-WM die Übersicht verloren. (Bild: Archiv/pd)

Philipp Gubler: An der 70.3-WM die Übersicht verloren. (Bild: Archiv/pd)

TRIATHLON. Der 34-Jährige vom Tri-Top-Team wollte in der Altersklasse 30 – 34 in die Top 5 laufen und hat sogar aufs Podest geschielt. Lange war Gubler auf Kurs, aber gegen Ende der 90-Kilometer-Radstrecke «habe ich im Rummel den Kopf verloren, und machte einen Anfängerfehler».

Überraschend im Verkehr

Philipp Gubler rechnete aufgrund der selektiven Radstrecke mit wenig Verkehr. In der Abfahrt von der Schlüsselstelle – dank einer bis dahin sehr guten Rad-Leistung in den Top 10 liegend – fuhr er dann doch mitten ins Gedränge. Das ist deshalb ein potenzielles Problem, weil Windschattenfahren verboten ist. Gubler, an sich ein erfahrener Athlet mit 15 bis 20 70.3-Ironman in den Beinen, hat die Übersicht verloren: «Ich war so darauf bedacht, keine Strafe wegen Windschattenfahrens zu kassieren, dass ich elementare Dinge vergessen habe: Genug trinken, den Körper regelmässig kühlen.»

Zwar konnte Gubler auf den letzten Kilometern auf dem Rad noch mithalten, aber der Flüssigkeitsmangel machte sich in der grossen Hitze bemerkbar: «Mir wurde leicht übel – wahrscheinlich habe ich einen kleinen Sonnenstich eingefangen.»

Nach 5, 6 Kilometern auf der Laufstrecke kam der Hammermann: «Ich merkte, irgendetwas stimmt nicht. Ich verlor den Anschluss, von hinten schlossen weitere Läufer auf – mir war sofort klar, dass es keinen Spitzenplatz gibt.»

«Meine Freundin, die mich begleitet hat, schilderte dem Coach telefonisch meinen Zustand. Er sagte, ich soll bis ins Ziel laufen.» Als Finisher konnte Gubler das Rennen wenigstens mit einem halbwegs guten Gefühl verlassen. Aber die Halbmarathon-Zeit (1:43 Stunden) war mehr als 20 Minuten über seiner Leistungsfähigkeit. Am Ende resultierte für Gubler der 55. Rang: «Die Dichte war riesig, da fällt man schnell weit zurück. Aber die Rangierung hat keine Bedeutung: Für den 16. gibt es genauso wenig Blumen wie für den 55.»

Körperlich gut gefühlt

Gublers grosses Ziel bleibt die Ironman-WM vom 17. Oktober auf Hawaii. «Die WM in Zell am See gibt mir Zuversicht, weil ich mich körperlich eigentlich gut fühlte.» Seine vorübergehende Kopflosigkeit begründet Gubler mit der Nervosität («es war halt doch meine erste 70.3-WM») und dem Druck, den ein international so starkes Teilnehmerfeld ausübte. Aber der Eichberger ist selbstkritisch genug, um zu wissen: «Ein solcher Fehler dürfte einem erfahrenen Athleten nicht passieren.»