«An die Leitplanken halten»

An der gestrigen Hauptversammlung des Schlittschuh-Clubs Rheintal (SCR) gab Patrick Berhalter seinen Rücktritt aus dem Vorstand bekannt. Einen Nachfolger gibt es vorerst nicht.

Andrea Plüss
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Ex-Vorstand Patrick Berhalter (Mitte), mit seinem Abschiedsgeschenk. Rechts der neue Goalie Dominik Binggeli und Verteidiger Roger Schnürle, (beide SC Herisau) der nun fest beim SCR bleibt. (Bild:Andrea Plüss)

Ex-Vorstand Patrick Berhalter (Mitte), mit seinem Abschiedsgeschenk. Rechts der neue Goalie Dominik Binggeli und Verteidiger Roger Schnürle, (beide SC Herisau) der nun fest beim SCR bleibt. (Bild:Andrea Plüss)

EISHOCKEY. Der SCR sei ein «komplexes und sensibles Gebilde», habe er in seinem ersten Amtsjahr als Präsident festgestellt, so Thomas Roth. Als Quereinsteiger habe er sich einen Überblick über die Vereinsarbeit und die Strukturen verschafft. Es gelte nun, Arbeit und Abläufe stetig zu verbessern.

Keine Grüppchenbildung

Die sich zum Teil entwickelnde Eigendynamik Einzelner müsse immer zugunsten des Vereins ausfallen, betonte Roth, der damit jedweder Grüppchenbildung entgegen trat.

«Mit unserer Strategie sowie Andy Plüss als TK-CHef sind wir auf dem richtigen Weg», bilanzierte der Präsident. «Wir müssen uns nun an die gesetzten Leitplanken halten.»

Von einem «harten, aber ruhigeren Jahr» sprach TK-Chef Andy Plüss. Namen auf dem Papier garantierten noch keinen Erfolg. Manches hätte im vergangenen Jahr noch umstrukturiert werden müssen, meinte Plüss.

Ein «positives» Jahr

Nicht nur das Erreichen der Playoffs durch die erste Mannschaft machte das vergangene Jahr für Plüss zu einem guten: Die Elterngespräche im Juniorenbereich hätten sich bewährt und würden auch zukünftig – in veränderter Form – durchgeführt. Gerade beim Nachwuchs bestehe im Kommunikationsbereich Verbesserungspotential, meinte Plüss.

Aus seiner Sicht als kantonaler Ausbildungschef schilderte Plüss den sogenannten «kleinen Transfermarkt» für junge Spieler. Ihm sei ein Moskito-Spieler bekannt, der bereits dreimal den Verein gewechselt habe. Übertriebener Ehrgeiz – meist eher von den Eltern, als vom Spieler – führe nicht unbedingt zur besten Lösung für das Kind.

Plüss kritisierte die Clubs in der Ostschweiz, die sehr stark auf Eltern einwirken, um bereits 10-jährige Eishockeyspieler «abzuwerben». «Schulwechsel, höhere Vereinsbeiträge und viel Fahrerei werden hingenommen, ohne auf das Wohl des Kindes zu achten», appellierte Plüss an die Eltern. Er selbst wird aus Prioritätsgründen die Teamleitung U 14 abgeben.

Strategie 2010/2011

«Die Saison von Team 1 lässt sich mit den Worten von hervorragend bis haarsträubend bezeichnen», beschrieb Andy Plüss die Mannschaftsleistung. Nur durch zahlreiche Einzelgespräche, Mannschaftsaussprachen und den Willen der Spieler konnten die Playoffs noch erreicht werden.

Zusammen mit Simon Engler, Team-Manager, sei man überein gekommen, dass vor allem gestandene, eigene Spieler gehalten werden müssten.

Der SCR brauche keine Kader-Ergänzungsspieler sondern «echte Verstärkungen», wie zum Beispiel Pirmin Hugentobler, der von Uzwil kam und den Plüss als «Entdeckung der letzten Saison» bezeichnete. Grundsätzlich hätten sich alle Spieler mit B-Lizenz gut eingefügt. Die bestehende Zusammenarbeit mit dem SC Herisau werde in der neuen Saison noch ausgebaut, so Plüss. Erfreut konnte Plüss mit Dominik Binggeli (vom SC Herisau) den neuen Goalie neben Simon Ade vorstellen. Als Saisonziel für die erste Mannschaft gab der TK-Chef das Erreichen der Playoffs aus.

Ordentliche Traktanden

Jahresrechnung und Jahresbericht 2009 wurden einstimmig angenommen. Das Rechnungsjahr schloss mit einem Gewinn von rund 3200 Franken. Für 2010/2011 sind Einnahmen von 366 500 Franken budgetiert sowie ein Gewinn von etwa 700 Franken.

Erst wurde Thomas Roth als Präsident und dann in globo Marianne Holdener, Andy Plüss und Roger Weder als Vorstandsmitglieder bestätigt. Nach mehr als zehnjähriger Vorstandsarbeit legte Patrick Berhalter sein Amt nieder.

Ein neues Vorstandsmitglied wurde nicht gewählt.

Viele und teils heftige Diskussionen gab es um den Antrag B, wonach Team 1 und Team 2 Spieler zu Pflichteinsätzen für den Verein (beim Moschtifest, Papiersammlung etc.) verpflichtet werden sollten, die nicht als Frondienst gelten. Kurt Sieber warf die Frage auf, worum es in einem Verein gehe. Ob es immer nur das Geld sei?. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. Ebenso Antrag A zum E-Mail-Versand der HV-Einladungen.