Amtsübergabe an historischem Ort

Sechs Legislaturen oder 24 Jahre hat Toni Frei als Präsident der Ortsgemeinde Schmitter gewirkt. Gestern übergab er sein Amt dem neu gewählten Präsidenten Bruno Spirig.

Susi Miara
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Ab 1. Januar übernimmt Bruno Spirig (rechts) das Amt des Präsidenten der Ortsgemeinde Schmitter. Tony Frei übergab seinem Nachfolger das Amt am gleichen Ort, wo er es vor 24 Jahren entgegengenommen hatte: vor der Nachbildung der Schmitter-Zollbrücke. (Bild: Susi Miara)

Ab 1. Januar übernimmt Bruno Spirig (rechts) das Amt des Präsidenten der Ortsgemeinde Schmitter. Tony Frei übergab seinem Nachfolger das Amt am gleichen Ort, wo er es vor 24 Jahren entgegengenommen hatte: vor der Nachbildung der Schmitter-Zollbrücke. (Bild: Susi Miara)

Die Übergabe fand an einem historischen Ort statt. Bereits vor 24 Jahren, am 1. Januar 1993, hat Tony Frei das Amt von seinem Vorgänger Jakob Frei-Waibel am Schmitter Zoll, vor der Nachbildung der Schmitter-Zollbrücke, entgegengenommen. Was auf dem Foto von damals auffällt: Wie auch gestern fehlte der Schnee.

Als er vor 24 Jahren das Amt des Präsidenten übernahm, dachte er nie daran, so lange zu bleiben. Tony Frei ist überzeugt, dass ihm jetzt etwas fehlen wird. Immerhin habe er jährlich rund 400 Stunden für die Ortsgemeinde gearbeitet. Standen besondere Geschäfte an, seien es noch einige Stunden mehr gewesen. «Hätte ich aber eine weitere Legislatur übernommen, wäre ich noch mit 70 Jahren Präsident gewesen», sagt Tony Frei. Das wollte er nicht.

Mitgeholfen, viele Dorfprobleme zu lösen

Auf das was der Ortsgemeinderat während seiner Amtszeit geleistet hat, ist Tony Frei sehr stolz. «Wir konnten viele Probleme im Dorf lösen und so die Lebensqualität verbessern», sagt er. Sein Ziel sei es gewesen, möglichst viel Ortsgemeindeboden zu erhalten. Dies habe sich aber schlagartig geändert. Zwischen 1994 und 1995 wurde das Gebiet Güter-Wildenau umgezont, und 1997 fand bereits die Erschliessung des Industriegebiets statt. Als Eigentümerin konnte die Ortsgemeinde Schmitter das Land verkaufen oder im Baurecht abgeben. Bereits ein Jahr später wurde das Baugebiet Letten erschlossen, wo 24 neue Einfamilienhäuser gebaut wurden. Eine weitere Möglichkeit für junge Familien bot sich im Jahr 2011, als das Gebiet Platanenstrasse für 15 Einfamilienhäuser erschlossen wurde. Ausser zwei Parzellen im Gebiet Platanenstrasse besitzt die Ortsgemeinde Schmitter heute nur noch Landwirtschaftsboden, aber kein Bauland mehr. 2003 wurde der Schmitterhof mit sämtlichen Ökonomiegebäuden komplett neu gebaut. Hier habe die Ortsgemeinde Schmitter rund eine Million Franken investiert. Mit einem Darlehen habe sich die Ortsgemeinde auch an der Rhy Biogas AG beteiligt. «Heute ist dieses Darlehen bereits bezahlt. Die Ortsgemeinde ist weiterhin Aktionärin der Rhy Biogas AG», sagt Tony Frei. Mit 2,2 Millionen Franken Genossenschaftskapital ist die Ortsgemeinde auch an den Alterswohnungen Diepoldsau-Schmitter beteiligt. Im Rahmen der Einbürgerungsaktion im Jahr 2010 erhielten 307 Bürgerinnen und Bürger das Schmitter Ortsbürgerrecht.

Nur vier Wechsel in 24 Jahren

«Während meiner Amtszeit gab es im Ortsgemeinderat nur vier Wechsel, was von einem guten Team zeugt», sagt Tony Frei. Er erinnert sich an die schönen Anlässe wie die jährliche Abgabe der Christbäume aus den eigenen Kulturen, die Pächterabende, die Rietbegehungen und den Schülertag. «Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass jedes Kind mindestens einmal im Riet gewesen sein muss», erklärt Tony Frei. Im Weiteren zahlte die Ortsgemeinde jährlich Beiträge in der Höhe von 100 000 Franken an die Öffentlichkeit.

Bruno Spirig sitzt seit zehn Jahren im Rat

Weil er seit einem Jahr verheiratet ist, musste er sich zuerst das Einverständnis seiner Frau einholen, bevor er sich zur Wahl als Präsident stellte. «Wir sind ein eingeschworenes Team und arbeiten sehr gut zusammen», sagt Bruno Spirig. Nützlich für den Rat sei, dass er bereits zehn Jahre dabei ist und einiges an Erfahrung mitbringt. Seine erste grosse Herausforderung wird das Projekt Freihof sein. Gemeinsam mit der Politischen Gemeinde sei bereits ein Nutzungsprojekt erstellt worden. Bevor es aber weitergeht, habe die Zentrumsgestaltung Vorrang.