AMERICAN FOOTBALL: Diepoldsauer Bär

Der 24-jährige Sandro Gossweiler spielt bei den St. Gallen Bears. Er betreibt die Sportart American Football seit er 13-jährig ist. Letzte Saison wurde Gossweiler zum Most Valuable Player (MVP) und zum Teamplayer des Jahres der Bears gekürt.

Yves Solenthaler
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Sandro Grossweiler (mit blauem Trikot, links) ist als Linebacker so etwas wie der Abwehrchef der St. Gallen Bears: «Meine Aufgaben im Spiel sind: Erstens den Raum beim Vorstoss des Gegners verteidigen und zweitens den Pass spielen.» (Bild: Yves Solenthaler)

Sandro Grossweiler (mit blauem Trikot, links) ist als Linebacker so etwas wie der Abwehrchef der St. Gallen Bears: «Meine Aufgaben im Spiel sind: Erstens den Raum beim Vorstoss des Gegners verteidigen und zweitens den Pass spielen.» (Bild: Yves Solenthaler)

Yves Solenthaler

Auf dem Sportplatz Zil in St. Gallen regnet es am letzten Samstag wie aus Kübeln, dennoch sind annähernd 200 Zuschauer ans Liga-C-Heimspiel der St. Gallen Bears gegen die Schaffhausen Sharks gekommen. Aber selbst bei dieser Nässe sind die Haie aus der Munotstadt kein Gradmesser gegen die Bären aus der Gallusstadt; das Heimteam gewinnt 49:0.

Klatschnass, aber keineswegs wie ein begossener Pudel bzw. Bär steht Sandro Gossweiler nach dem Match da: «Wenn ich nach dem Match die körperlichen Schmerzen spüre – und somit weiss, was ich getan habe – gefällt’s mir am besten. Das fehlt diesmal, aber dennoch hat der Match Spass gemacht.»

Schon als Junior spielte Gossweiler Football

Und das sagt der Diepoldsauer, der inzwischen in St. Margrethen wohnt, nicht nur, weil er sich mit dem nassen Element auskennt: Der gelernte Bodenleger arbeitet als Schwimmbadtechniker.

Sandro Gossweiler spielt mit einem kurzen Unterbruch seit über elf Jahren American Football: «Meine Mutter hatte da­-mals mit einem Amerikaner und einem Österreicher zusammengearbeitet, die bei den Hohen­ems Blue Devils spielten.» Der 13-jährige Sandro war fasziniert von dieser Sportart – und ist es auch als 24-Jähriger noch. Zuerst hat er bei den Vorarlbergern als Junior gespielt, später in der Mannschaft der Erwachsenen. Als 2012 der AFC St. Gallen Bears gegründet wurde, wechselte er zu den Ostschweizern.

Eine andere Sportart als American Football hat Gossweiler nie wettkampfmässig betrieben. «Was mir an der Sportart gefällt, ist klar das Physische, das Tackeln der Gegner», sagt der 1,83 m grosse und rund 100 Kilo schwere Athlet, «das körperlos gespielte Flag Football reizt mich dagegen nicht.

Gossweiler besetzt bei den Bears die Position des Linebackers. Er steht in der Grundformation zentral dicht hinter der defensiven Linie seines Teams – seine wichtigste Aufgabe besteht darin, den Durchbruch eines angreifenden Spielers (Runningback) zu verhindern. Die wichtigste Eigenschaft, um diesen Job erfüllen zu können, ist Kraft.

Der Rheintaler ist einer der wichtigsten Spieler des St. Galler American-Football-Clubs. In der Defensive kommt er immer zum Einsatz, in den Special Teams auch – im American Football stehen 45 Spieler im Kader, von denen aber immer nur elf auf dem Feld stehen. Letzte Saison, die die Bären auf dem dritten Platz in der C-Liga beendeten, ist Gossweiler von den Coaches zum MVP (wertvollsten Spieler) und den Mitspielern zum besten Teamplayer gewählt worden. «Diese Auszeichnungen haben mich sehr gefreut», sagt der Rheintaler mit einem Anflug von Verlegenheit, «besonders die Wahl meiner Kollegen.»

Von Verletzungen weitgehend verschont

Sandro Gossweiler sagt mehrmals im Gespräch, er gebe «immer 120 Prozent, auch wenn wir so klar führen wie gegen Schaffhausen.» Der Aufwand ist beträchtlich: Zu drei Mannschaftstrainings in der Woche, kommen zwei bis drei Einheiten im Kraftraum: «Natürlich geht dadurch Freizeit verloren, aber das stört mich nicht: American Football ist meine Leidenschaft.»

Schmerzen, die dieser körperliche Sport oft verursacht, sind bis zu einem gewissen Grad willkommen, schwere Verletzungen nicht: «Ich hatte mal eine Gehirnerschütterung, damit ist nicht zu spassen. Aber nie einen Knochenbruch, der mich länger zum Pausieren zwang.» Solange das so bleibe «und ich keine Angst vor den Duellen habe, möchte ich möglichst lange spielen.»

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