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Die Rheintaler Reben sind am Frost vorbeigeschrammt

Rebbauern und Beerenproduzenten haben unruhige Nächte hinter sich. Die Temperaturen sanken Anfang Woche knapp unter Null. Dennoch sieht es danach aus, dass der Frost kaum Schäden hinterliess.
Hildegard Bickel
Das ist gerade noch gut gegangen: Rebmeister Peter Keel (links) und Rebhelfer Holm Sturm finden keine abgefrorenen Schösslinge. (Bild: hb)

Das ist gerade noch gut gegangen: Rebmeister Peter Keel (links) und Rebhelfer Holm Sturm finden keine abgefrorenen Schösslinge. (Bild: hb)

Späte Kälteeinbrüche sind im Weinbau und der Landwirtschaft gefürchtet. Die grösste Frostgefahr bestand in der Nacht von Montag auf Dienstag. Morgens bedeckte Reif den Boden und teilweise mussten die Scheiben von draussen parkierten Autos gekratzt werden.

Als Peter Keel, Rebmeister der Ortsbürgergemeinde Altstätten, am Dienstagnachmittag den Südhang im Forst begutachtete, konnte er entwarnen. «Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen.» Die Reben machen einen guten Eindruck, es sind keine Erfrierungsmerkmale sichtbar. Minus zwei Grad würden knapp im Toleranzbereich der Reben liegen. «Das hatte es wohl in der Nacht», sagt Peter Keel. «Aber mehr liegt nicht drin.»

Mit Gottvertrauen der Natur ausgesetzt

Die Ortsbürgergemeinde traf keine Massnahmen gegen allfällige Frostschäden, man liess die kalten Nächte mit Gottvertrauen hereinbrechen. «Wa wettsch mache?», fragt Peter Keel. Frostkerzen kamen bisher noch nie zum Einsatz, was auch mit den aufzuwendenden Kosten zusammenhängt. Am Südhang Forst bewirtschaftet die Ortsbürgergemeinde zwei Hektaren Rebberg, pro Hektare wären etwa 200 Frostkerzen nötig, um eine Wirkung zu erzielen. Frostkerzen könnten die Temperaturen in den Reben um etwa 2 Grad anheben.

Eine andere Möglichkeit, Frostschäden vorzubeugen, ist die Frostschutzberegnung. Darauf griff die Familie Leibundgut zurück, die eine Heidelbeerplantage im Burst in Altstätten bewirtschaftet. Eine Premiere, die sich im Einsatz gegen den Frost ausbezahlte.

Der Trick mit dem Eis

Im Riet waren die Temperaturen tiefer als am Hang. «Das Thermometer zeigte minus vier Grad am Dienstagmorgen», sagt Corina Leibundgut. In der Nacht um zwei Uhr stand ihr Mann Ernst auf und liess mit einer Anlage die Sträucher bewässern. Durch den Gefriervorgang der Wassertropfen wird Wärme frei. Die abgebende Erstarrungswärme und die isolierende Wirkung der Eishülle vermeiden, dass die Blüten während den kritischen Stunden erfrieren. Währenddessen läuft die Beregnung weiter, bis die Eispanzer am folgenden Tag wieder auftauen.

«Die kleinen Eiszapfen glitzerten am Morgen in der Sonne wie Kristalle», sagt Corina Leibundgut. «Ein Anblick wie im Winter.» Es schien zu nützen. Die meisten Blüten der Heidelbeeren sehen intakt aus. In anderen Jahren hätten sich Blüten nach einem Frost braun verfärbt. «Einzelne Blüten wird es wohl auch jetzt erwischt haben. Alle Heidelbeeren konnten wir nicht besprenkeln», sagt die Bäuerin.

Die Heidelbeeren befinden sich mitten in der Blütezeit. Grossflächige Frostschäden wären katastrophal. Bisher sieht es aber nach einer guten Ernte aus, die voraussichtlich ab Ende Juni beginnen kann.

Auch in den Reben ist die Stimmung zuversichtlich. Das Entwicklungsstadium ist im üblichen Rahmen, ungefähr eine Woche später als im Vorjahr. «Jetzt hoffen wir das Beste und dass nichts mehr passiert», sagt Peter Keel. Die Wärme während des Tages beschleunigt das Wachstum. Wenn es nach dem überstandenen Frost so weitergeht, könnte es ein gutes Jahr für die Winzer geben.

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