Am Eidgenössischen dabei

Der 15-jährige Janosch Kobler vom Schwingklub Mittelrheintal hat sich für das Eidgenössische Nachwuchsschwingfest in Aarburg qualifiziert, das nur alle drei Jahre stattfindet.

Mäx Hasler
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Auf dem nächsten Foto möchte Janosch Kobler zumindest einen Doppelzweig tragen. (Bild: Mäx Hasler)

Auf dem nächsten Foto möchte Janosch Kobler zumindest einen Doppelzweig tragen. (Bild: Mäx Hasler)

SCHWINGEN. Hat das Rheintal am Sonntag einen Schwingerkönig, respektive einen Schwinger-Prinzen? (Amtierender König ist bekanntlich Matthias Sempach.)

Aussenseiter mit Chancen

Wenn es nach den Beteiligten geht, die am Sonntag nach Aarburg fahren und wenn alles klappt, schon. Der 15-jährige Janosch Kobler aus Kobelwies ist nämlich einer der 150 Nachwuchsschwinger, die um den Königstitel des Nachwuchses kämpfen. Auf den Rücken legen muss er jedoch nur einige der 49 Schwinger seines Jahrgangs, denn die 150 Jugendlichen sind in drei Jahrgänge aufgeteilt. Im Jahrgang 1998 ist der Sieger mit Samuel Giger praktisch gegeben. Im Jahrgang 2000, bei dem Kobler schwingt, hat der Oberrieter für die Veranstalter jedoch nur Aussenseiterchancen. Obwohl Kobler schon das NOS-Nachwuchsschwingfest in seiner Kategorie gewann und sich vier Zweige an Kantonalfesten erobern konnte. Die Spitzenpaarungen sind für die Organisatoren aber Marcel Stucki gegen Grégoire Loup, Fabian Birchler gegen Jann Bärtsch sowie Lukas Döbeli gegen Robin Roth. Für Janosch Kobler also eine gute Gelegenheit zu beweisen, dass auch im Rheintal gut geschwungen wird, am Thron des zukünftigen Nachwuchskönigs zu wackeln oder vielleicht selber auf diesen zu steigen.

Mindestens einen Doppelzweig

Der Kobelwieser hat sich in den Kopf gesetzt, in Aarburg mindestens einen Doppelzweig zu holen. Der fehlt nämlich noch in der Bilanz seiner bisher 25 Zweige an normalen Schwingfesten. «Die Chance, an einem eidgenössischen Nachwuchsschwingfest mitzumachen, habe ich nur einmal. Auch wenn es vielleicht nicht ganz nach vorne reicht, möchte ich wenigstens mit Eichenlaub heimkehren», sagt der stämmige Jungschwinger.

An Kraft mangelt es nicht

So ganz chancenlos ist Janosch Kobler nicht, denn nur drei Konkurrenten sind minim grösser und schwerer. Die grössten Brocken sind mit 110 Kilo Loup und mit 216 Pfund Döbeli. Betreut wird Kobler, der erst seit fünf Jahren schwingt und wegen seiner Grösse mit den Aktivschwingern trainiert, von Remo Meier, Marcel Hangartner und Beda Coray. Remo Meier zu Koblers Chancen: «Ich denke, wenn Janosch an sich glaubt, einen guten Tag erwischt und auch etwas Einteilungsglück hat, kann er es weit nach vorne schaffen. An Kraft mangelt es ihm nicht, wo er Nachholbedarf hat, ist im technischen Bereich.»

Anschwingen ist am Sonntag um 8.15 Uhr, und die Schlussgänge sind ab 16.30 Uhr. Janosch Kobler wäre natürlich nicht unglücklich, wenn er bei seinen Gängen Unterstützung aus der Heimat hätte. Gemeinsam sollte es möglich sein, dass an der Hauptversammlung Ende Oktober in der Schwinghalle in Montlingen nach Karl Steiger junior wieder mal ein Eidgenosse gefeiert werden kann, auch wenn es «nur» im Nachwuchs ist. Wobei Kobler in vier Jahren ein Aktivkranz durchaus auch zuzutrauen ist.