Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Am Anfang ganz unten

Der FC Widnau startet mit einer 1:6-Niederlage in die Rückrunde. Das Heimspiel gegen Linth wird zum Debakel. Tomislav Bundovic, der neue Trainer, steht vor einer schwierigen Aufgabe.
Beni Bruggmann
Ungläubig blickend verfolgt Widnaus neuer Trainer Tomislav Bundovic einen weiteren missratenen Abwehrversuch seiner Spieler. (Bild: Yves Solenthaler)

Ungläubig blickend verfolgt Widnaus neuer Trainer Tomislav Bundovic einen weiteren missratenen Abwehrversuch seiner Spieler. (Bild: Yves Solenthaler)

FUSSBALL. Im letzten August ist Widnau in diese Saison gestartet, und zwar als einer der Favoriten. Man konnte sich damals die Mannschaft von Trainer Rankovic durchaus auch als Gruppensieger – und damit als Aufsteiger in die 1. Liga – vorstellen. Jetzt, ein halbes Jahr später, ist Widnau ein Abstiegskandidat. Und wenn man das Spiel vom Sonntag gegen Linth zum Massstab nimmt, sogar ein ganz ernsthafter.

Die Winterpause schien gut genutzt: Mit Tomislav Bundovic kommt ein neuer Trainer. Einige neue Spieler scheinen Verstärkungen zu sein. Die Resultate der Vorbereitungsspiele machen Mut: Ein Unentschieden gegen Brühl, Siege gegen Amriswil und Altstätten. Die Niederlage gegen Au-Berneck kann man als «Unfall» abhaken. Das Fazit von Bundovic nach der Vorbereitung und vor dem ersten Ernstkampf: «Die Qualität ist vorhanden. Ich habe lernwillige Spieler. Aber erst wenn wir ein homogenes Team sind (und das sind wir heute noch nicht), dann sind wir auch ein starkes Team.»

Er kennt den Fussball …

Der neue Trainer kennt den Fussball. Als Kind steht er beim FC Bischofszell im Tor, als jugendliches Talent stürmt er in den Nachwuchsteams von Thurgau und beim FC St. Gallen, später zieht er beim FC Gossau (auch in der Challenge League), bei Kreuzlingen und Chur die Fäden im Mittelfeld, und gegen Schluss der Karriere spielt er bei Arbon in der Verteidigung. Nach vielen lehrreichen Jahren als Spieler wird er bei den Thurgauern Trainer und steigt in die 2. Liga inter auf.

… und das Leben

Tomislav Bundovic ist kroatisch-schweizerischer Doppelbürger, in der Schweiz geboren. «Ich fühle mich mehr als Schweizer», sagt er. Er ist 36-jährig, hat das KV gemacht und sich weitergebildet. Er arbeitet als Personalberater und wohnt in Arbon. Vor 20 Jahren lernt er Pädön kennen, eine Tibeterin. Er heiratet seine Jugendliebe, Leon Yönden heisst ihr gemeinsamer Sohn. Vor drei Jahren wurde die Ehe geschieden, aber Pädön und Tomislav leben heute bereits wieder zusammen. So darf man durchaus behaupten: Der Fussballtrainer kennt auch das Leben.

Mit vielfältigen Erfahrungen ist er bereit für seine zweite Trainerstelle. Der Sportchef des FC Widnau, Markus Hutter, hat den Kontakt zu ihm gesucht. Widnau mit seiner guten Infrastruktur ist eine gute Adresse. Das Ziel ist klar: «Wir wollen den Abstieg vermeiden. Dazu muss ich das Selbstvertrauen der Spieler stärken.» Er möchte mit seinem Team offensiven, gepflegten Fussball spielen. Er möchte, dass es rasch umschaltet, also schnell von der Abwehr in den Angriff übergeht.

So tigert er in seinem ersten Heimspiel die Mannschaft zumeist vor der Spielerbank hin und her und macht sich gelegentlich Notizen. Auf dem Kunstrasen bringen seine Spieler kein Bein vor das andere, haben Mühe mit der Ballkontrolle und zeigen Schwächen im Zweikampf. Also: Die Leistung seiner Spieler ist weit weg vom angestrebten gepflegten Fussball. «Theorie und Praxis liegen oft weit auseinander», hat Bundovic vor dem Spiel selber gesagt.

Noch zwölf Spiele

«Fehler folgte auf Fehler», sagt Bundovic nach dem Spiel, «jeder war zu sehr mit sich selber beschäftigt.» Dann aber macht er sich selber Mut: «Es sind noch zwölf Spiele zu spielen.» Er wird versuchen, die Mannschaft im Verlauf der Woche wieder aufzubauen. Aber dieses erste Spiel wird noch eine Weile in den Köpfen nachwirken. Der Trainer hat den Rückrundenstart mit einem Wort perfekt charakterisiert: «Bitter!»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.