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Altstätten wird Spitzenstadt

Vom 15. Juni bis 7. Juli wird im Museum Schloss Prestegg Spitzenvielfalt gezeigt. Anlass zu dieser Ausstellung gibt eine Tagung der Vereinigung der Schweizerischen Spitzenmacherinnen.
Monika Graber beim Klöppeln einer traditionellen Spitze. (Bild: pd)

Monika Graber beim Klöppeln einer traditionellen Spitze. (Bild: pd)

ALTSTÄTTEN. Am kommenden Samstag tagt die Vereinigung der Schweizerischen Spitzenmacherinnen in Altstätten. Die Vereinigung, die 1983 gegründet worden ist und mittlerweile über 1000 Spitzen-begeisterte Mitglieder hat, bildet unter anderem Kursleiterinnen und -leiter für die Herstellung der Klöppelspitze aus und bietet auch Weiterbildungskurse an. Ein Gruppe Klöpplerinnen aus der Region hat die Organisation des Anlasses übernommen. Unter der Leitung von Monika Graber aus Kriessern hat sich das OK der Aufgabe gewidmet, neben der Organisation der Tagung auch eine Ausstellung zu schaffen, welche die Herzen der Spitzenmacherinnen und -macher sowie weiterer Interessierter höher schlagen lässt.

Passt hervorragend ins Prestegg

Die historischen Räume des Museums Schloss Prestegg sind für die vielfältige Ausstellung der Spitzenvielfalt bestens geeignet. Die Museumsleitung öffnet dafür gerne die Türen des Museums. Gezeigt werden Klöppelspitzen aus verschiedenen Epochen, Häkelspitzen, Strickspitzen, Frivolité und Spitzen in weiteren Techniken. Sowohl moderne als auch traditionelle Werke werden zu finden sein. Während der Ausstellungszeit sind Klöpplerinnen und Klöppler anwesend, denen man bei der Herstellung von Spitzen über die Schulter schauen kann. Zwei Sonderausstellungen sind ebenfalls vorbereitet worden: die eine zeigt Appenzeller Handstickerei von Verena Schiegg aus Appenzell, die andere Nadelspitzen von Mariana Brankina aus Grabs. Die beiden Techniken sind besonders, weil sie mit der Nadel hergestellt werden.

Jahrhundertealte Technik

Man schätzt, dass das Handwerk Klöppeln im 14. Jahrhundert oder noch früher entwickelt wurde. 1536 erschienen die ersten Spitzen im Gebiet der heutigen Schweiz. Die wachsende Nachfrage nach Klöppelspitzen sicherte vielen Frauen und Mädchen einen Brotverdienst. Die Herstellung der Handklöppelspitze beruht auf einem systematischen Wechsel von Verdrehen, Verkreuzen, Verknüpfen und Verschlingen von Fäden. Grundlage für die Fertigung der Spitze bildet die Mustervorlage, der Klöppelbrief.

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts können Klöppelspitzen auch maschinell hergestellt werden. Waren handgeklöppelte Spitzen nur für Wohlhabende erschwinglich, konnte sich nun mit der Industrialisierung auch die Mittelschicht Spitzen leisten. Heute, in der aktuellen Mode, erleben die Spitzen eine Renaissance. Das zeitintensive Handklöppeln ist eine spannende Freizeitbeschäftigung mit reicher Vergangenheit geworden.

Spitzenstrasse durchs Städtli

Marktgasse, Obergasse und Engelgasse werden für drei Wochen, bis zum 7. Juli, zur Spitzenstrasse. Wer in dieser Zeit durch die Gassen im Städtli schlendert, findet in den Schaufenstern diverser Geschäfte Spitzen ausgestellt. Die Spitzenstrasse ist ein Highlight für Spitzeninteressierte.

Ebenfalls ein Muss für jede Klöpplerin und jeden Klöppler sind während der Tagung am Samstag die Händlerhallen in den Schöntal-Turnhallen. Händler aus dem In- und Ausland verkaufen Waren zur Herstellung von Spitzen. Die Klöpplerinnen und Klöppler können sich hier mit Material eindecken und in Gesprächen mit anderen Spitzen-begeisterten Erfahrungen austauschen. Die Cafeteria, die von den Bäuerinnen Hinterforst geführt wird, ist dafür bestens geeignet.

Ausstellung im Pfarreiheim

Am 15. und 16. Juni sind ausserdem im katholischen Pfarreiheim Spitzen ausgestellt, welche die Vereinigung der Schweizerischen Spitzenmacherinnen in ihren Aus- und Weiterbildungskursen erstellen lässt. Zu Ehren des 30-jährigen Bestehens einiger europäischer Spitzenvereine wurden Objekte geklöppelt, die ebenfalls im Pfarreiheim zu besichtigen sind. Manche dieser Werke können später im Museum Prestegg bestaunt werden. (pd)

Das Museum Prestegg zeigt die Spitzen nach dem Tagungswochenende noch an den Sonntagen vom 23. Juni, 30. Juni und 7. Juli jeweils von 10 bis 16 Uhr. Führungen ausserhalb der Öffnungszeiten kann man bei Monika Graber auf Telefon 071 755 84 22 buchen.

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