ALTSTÄTTEN: «Wir Schweizer sind Spitze»

Am Behördentag sprach Alt-Nationalrat Franz Jäger zum Thema «Kleinstaat Schweiz – Auslauf- oder Erfolgsmodell?».

Max Pflüger
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Sabina Saggioro stellte dem Referenten Franz Jäger zum Schloss einige Fragen. (Bild: Max Pflüger)

Sabina Saggioro stellte dem Referenten Franz Jäger zum Schloss einige Fragen. (Bild: Max Pflüger)

Max Pflüger

Zum neunten Mal lud der Verein St. Galler Rheintal die gewählten Behörden der politischen Gemeinden, der Orts-, Schul- und Kirchgemeinden von St. Margrethen bis hinauf nach Lienz zum Behördentag ein. Ziel dieses Begegnungsanlasses ist auf der einen Seite die Vermittlung von Information und Wissen. Auf der anderen Seite aber, so Präsident Thomas Ammann, auch ein Zeichen der Wertschätzung. Der Vorstand dankt damit den vie­- len Behördenmitgliedern für ihr grosses Engagement im Interesse der Allgemeinheit.

Für die Eingeladenen ist der Behördenanlass an der Rhema jedoch auch eine willkommene Gelegenheit zum Pflegen der Kontakte über die engen Gemeindegrenzen hinweg in die Region hinaus. Rund 350 waren denn auch der Einladung gerne ge­­-folgt und genossen gestern am späten Nachmittag die gemeinsamen Augenblicke in der Rhema-Eventhalle.

Musikalisch umrahmt wur­- de der Anlass von der Rheinta­- ler Girl-Band Miracle Four. Die vier jungen Damen unterhielten mit gefühlvollen Balladen und swingendem A-cappella-Ge-sang.

Engagierte Begeisterung für den Kleinstaat

Mit grosser Spannung erwartet wurde das Referat des bekannten LdU-Nationalrats Franz Jäger. Hat die kleine Schweiz inmitten der Grossstaaten noch eine Zukunft? Mit Vehemenz und sprühender Begeisterung bejahte der emeritierte Professor und ehemalige Schweizer Spitzenpolitiker diese Frage. Und das nicht nur aus einem patriotischen Gefühl heraus, wie er sagte, sondern aufgrund harter Fakten und statistischer Werte.

Aber nicht nur mit seiner starken Motivation überzeugte er, auch mit Humor holte er seine Zuhörer. Immer wieder hatte er die Lacher auf seiner Seite.

«Ich rede nicht überall, ich bin Rosinenpflücker. Das Rheintal ist eine Rosine. Darum bin ich hier.» Ein erster Applaus war ihm mit diesem Einstieg sicher. «Das ist jetzt wirklich wissenschaftlich. Das ist keine Statistik, die ich selbst gefälscht habe», kommentierte er seine Zahlen.

Leicht und locker brachte er so seine Thesen von der Schweiz als bestem aller möglichen Zukunftsmodelle an die Frau und den Mann: Wir, die direkte Demokratie, der Kleinstaat mit guten Beziehungen zu seinen gleichberechtigten Partnerstaaten, vom Mut zum Selbstbewusstsein . . . Eloquent und unterhaltsam sprang Jäger von Thema zu Thema. «Das steht alles in meinem neuen Buch. Nur ein bisschen genauer», kürzte er immer wieder ab und erntete damit tosenden Schlussapplaus.

Dienst am Sterbenden und Dienst an der Gemeinde

In zwei Kurzreferaten stellten anschliessend Jutta Cobbioni und Thomas Ammann die Tätigkeiten des Hospiz-Dienstes Rheintal und des Vereins St. Galler Rheintal vor.

Und nach einem weiteren Auftritt der vier zauberhaften Girls widmeten sich die Gäste dem geselligen Networking bei einem feinen Tropfen und bei verführerischen Häppchen.