ALTSTÄTTEN: Wie man seinen Traum verwirklicht

Wer ein Unternehmen gründet, braucht einen langen Schnauf. Das Neuunternehmerforum an der Rhema will Neuunternehmern Hilfestellung bieten. Nicht zuletzt mit Tipps von anderen Gründern.

Max Tinner
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Rund 330 Unternehmensgründer nahmen am diesjährigen, dritten Neuunternehmerforum teil. (Bilder: Max Tinner)

Rund 330 Unternehmensgründer nahmen am diesjährigen, dritten Neuunternehmerforum teil. (Bilder: Max Tinner)

Max Tinner

«Das Allerwichtigste: Mitarbeiter und Lieferanten muss man stets bezahlen können!» Der Liechtensteiner Patrick Elkuch, der mit seiner Schwester und seinem Schwager unter dem Label Frooggies Fruchtpulver produziert und vertreibt, mahnt, die Liquidität des neu gegründeten Unternehmens nie aus den Augen zu verlieren. Ihm mag dies leichter gefallen sein als anderen, hat sein Start-up durch die Teilnahme an der Sendung «Die Höhle der Löwen» des deutschen Privatfernsehsenders Vox doch immerhin zu einem solventen Investor gefunden. Aber auch Frooggies hat ganz klein angefangen. Die Startphase habe man mit Crowdfunding finanziert, erzählte Elkuch gestern am Neuunternehmerforum.

Die Tagung fand bereits zum dritten Mal an der Rhema statt. Hinter ihr stehen das Institut für Jungunternehmen und die Standortförderung des Kantons St. Gallen sowie die Postfinance. Erfahrungsberichte und Tipps von Unternehmensgründern wie Patrick Elkuch sollen helfen, die Gründungsphase des eigenen Start-ups besser durchzustehen. Die Vernetzung mit anderen Forumsteilnehmenden ist dabei ebenso hilfreich.

Im Vergleich zu den meisten Teilnehmern gestern hat Claudia Graf einen wesentlichen Vorteil: Ihr Unternehmen, die Brauerei Sonnenbräu, gibt es schon seit langem. Ihre Erfahrungen als Geschäftsführerin in einem männerdominierten Business dürften gleichwohl wertvoll sein, selbstredend vor allem für Frauen: «Als Frau ist es wichtig, das Geschäft bis ins Detail zu kennen», betont sie. Der gelernten Kaufmännin war es darum wichtig, vor der Übernahme des Familienbetriebs die Ausbildung zur Braumeisterin zu durchlaufen.

Die richtigen Mitarbeiter suchen

Als weiteren Tipp gab sie dem Plenum mit, der Mitarbeiterrekrutierung und -pflege grosses Gewicht beizumessen: «Letztlich ist jeder Mitarbeiter auch Repräsentant unseres Unternehmens und Verkäufer unseres Produkts.»

Dies sagt auch Roger Koch aus Balgach, der mit seinen «Heimatzigaretten» aus 100% Schweizer Tabak einiges Aufsehen erregt hat. Er rät, sich bei der Suche nach Mitarbeitern auch bei alltäglichen Begegnungen zu fragen, ob das Gegenüber «womöglich der oder die Richtige sein könnte, um für mich zu arbeiten». Wenn es ausserdem jemand sei, für den etwas vielleicht schwierig, aber nie unmöglich ist, und man sich ausserdem vorstellen könnte, dass man sich den Betreffenden auch als eigenen Chef vorstellen könnte, dann wäre dies für Koch der geeignete Mitarbeiter für sein Unternehmen.

Christian Naef von Advertima musste einen grossen Teil seiner Mitarbeiter allerdings im Ausland rekrutieren. Für das IT-Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz sei es kaum möglich gewesen, Fachleute zu finden, die bereit waren, zu einem Lohn zu arbeiten, den ein Start-up zahlen kann. Heute arbeiten in seinem Team Leute aus 14 Nationen. Und jeder im Unternehmen verdiene gleich viel. Wichtiger als die Lohnpolitik der Advertima dürfte für die Forumsteilnehmer Naefs Rat gewesen sein, die Geschäftsidee nicht geheim zu halten, sondern im Gegenteil mit möglichst vielen darüber zu reden: «Das hilft, die Idee weiterzuentwickeln.»

Allen, die den Weg in die Selbständigkeit suchen, ihre Geschäftsidee aber noch nicht gefunden haben, rät Roger Koch, «bei seinen eigenen Träumen mit der Suche zu beginnen».