ALTSTÄTTEN: Weniger Verkehr statt autofrei

Nun liegt der Gegenvorschlag des Stadtrats zur Initiative «Autofreie Marktgasse» vor. Autofrei soll die Marktgasse nur während der Sommerwochenenden im Bereich Rabengasse – Frauenhofplatz werden.

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Die Sommerwochenende über wäre die Marktgasse zwischen Rabengasse und «Frauenhof» bei Annahme des Gegenvorschlags an Wochenenden autofrei. Ein Linksabbiegeverbot soll hier die Durchfahrt durch die Marktgasse auch in der übrigen Zeit unattraktiv machen. (Bild: Max Tinner)

Die Sommerwochenende über wäre die Marktgasse zwischen Rabengasse und «Frauenhof» bei Annahme des Gegenvorschlags an Wochenenden autofrei. Ein Linksabbiegeverbot soll hier die Durchfahrt durch die Marktgasse auch in der übrigen Zeit unattraktiv machen. (Bild: Max Tinner)

Im Herbst werden die Stimmberechtigten der Stadt Altstätten über die Initiative «Autofreie Marktgasse» abstimmen. Der Stadtrat teilt die Ansicht der Initianten, dass die Altstadt und besonders die Marktgasse für die Altstätterinnen und Altstätter eine besondere Bedeutung hat. Der Stadtrat lehnt das im Ini­tiativtext formulierte Begehren einer autofreien Marktgasse mit Aufhebung aller Parkplätze aber ab und unterbreitet dem Stimmvolk zusätzlich zur Initiative einen Gegenvorschlag.

Die Grundlagen für diesen wurden durch die begleitende Arbeitsgruppe unter der Leitung von Stadtrat Ruedi Dörig erarbeitet. Sie hat mehrere Varianten erarbeitet und danach von Experten prüfen und verfeinern lassen. Anschliessend fanden Informationsanlässe mit Ortsparteien, Liegenschaftseigentümern, Geschäftsinhabern und Gewerbevertretern statt. Die Rückmeldungen sind in die weitere Ausgestaltung eingeflossen. Der Stadtrat hat sich mit dem Thema an mehreren Sitzungen eingehend auseinandergesetzt und hat nun seinen Gegenvorschlag verabschiedet.

Reduktion der Parkplätze

Der Gegenvorschlag will das geltende Verkehrsregime einer Begegnungszone mit Einrichtungsverkehr durch die Marktgasse beibehalten. Die Anzahl der Parkplätze wird aber merklich reduziert: Anstelle von 28 Parkplätzen würden künftig in der Marktgasse noch 18 Parkplätze (inklusive einem rollstuhlgängigen Parkplatz) angeboten, alle in Zweierpaketen und in Längsparkierung angeordnet. Dies soll die Verkehrssicherheit erhöhen, den Gesamteindruck der Gasse durch das Freispielen der Arkaden und Fassaden verbessern und mehr Freiraum für andere Nutzungen schaffen. Parkdauer und Gebühren bleiben unverändert.

Durchfahrtsverkehr eindämmen

Besonders unerwünscht und störend ist der Durchfahrtsverkehr. Zählungen zeigten, dass knapp ein Drittel der Fahrzeuge die Marktgasse als Abkürzung benützen. Um diesen unnötigen Verkehr einzudämmen, wird die Fahrbahn beim Einlenker Rabengasse optisch verengt und damit der Verkehrsfluss in die Rabengasse gelenkt. Bei der Ausfahrt beim «Frauenhof» in die Gerbergasse ist ein Linksabbiegeverbot vorgesehen, womit die direkte Fahrt in Richtung Stoss nicht mehr möglich sein wird.

Durchfahrtsbeschränkung im Sommerhalbjahr

Während der Sommermonate, von Ende April bis Ende Okto­- ber, ist ein Fahr- und Parkverbot im Bereich «Frauenhof», ab Einlenker Rabengasse bis zur Verzweigung Gerbergasse, von Sams­tagmorgen 8 Uhr bis Sonntagabend 20 Uhr vorgesehen. Der frei werdende Platz kann für den Bauernmarkt sowie für weitere Anlässe genutzt und bespielt werden. Der Stadtrat ist überzeugt, damit die Aufenthaltsqualität in den Sommermonaten zu erhöhen und das Flanieren und Verweilen zu fördern, zu Zeiten, an denen die Besucher/-innen des Städtlis auch Musse dazu haben.

Modernes Parkleitsystem

Eine Massnahme zur Reduktion des Suchverkehrs ist die Einführung eines Parkleitsystems im Gebiet Marktgasse, Obergasse und Gemüsemarkt. Es wird auf den Vorsignalen auch die Belegung der Parkgarage Rathaus anzeigen. Mit Magnetfeldsensoren im Belag ist es heute möglich, auch Aussenparkplätze elektronisch zu erfassen und Automobilisten zum nächsten freien Parkplatz zu lenken. In Deutschland sind solche Systeme im Einsatz. In der Schweiz laufen an mehreren Orten Pilotprojekte, demnächst auch in der Stadt St. Gallen. Um von Erfahrungen dort zu profitieren und ein marktreifes Produkt zu beschaffen, wird die Einführung des Parkleitsystems innert rund zwei Jahren ab Einführung der veränderten Verkehrsmassnahmen angestrebt.

Weniger Verkehr, mehr Freiraum, mehr Sicherheit

Zusätzlich werden Sitzgelegenheiten und Grünräume mit neuen Pflanzgefässen geschaffen. Ebenfalls wird der häufig genannte Wunsch nach Veloabstellplätzen mit Velobügeln an mehreren Standorten erfüllt. Alles in allem resultiert weniger Verkehr, und es gibt mehr Freiraum und mehr Sicherheit für alle. Der Stadtrat ist überzeugt, mit diesem Gegenvorschlag die unterschiedlichen Bedürfnisse in der Altstadt ausgewogen zu berücksichtigen.

Die Abstimmungsunterlagen werden in den kommenden Wochen erarbeitet und gedruckt, sodass sie bis Anfang September bei den Stimmberechtigten eintreffen. Am Mittwoch, 6. September, findet eine öffentliche Orientierungsversammlung statt, an der das Initiativkomitee und der Stadtrat die Bevölkerung über die Anliegen informieren. Die Ur­nenabstimmung selbst ist auf 24. September angesetzt. (sk)

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