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ALTSTÄTTEN: Was die Feuerwehrkasse belastet

Dass die Reserven der Feuerwehr aufgebraucht sind, liegt auch an den Unwetterereignissen der letzten Jahre. Die Kosten für solche ausserordentlichen Einsätze kann die Feuerwehr niemandem in Rechnung stellen.
Max Tinner
Wasserabpumpen an der Ringgasse im Herbst 2017: Die Einsätze während der Unwetter der letzten Jahre haben die Altstätter Feuerwehrkasse überstrapaziert. (Bild: Max Tinner)

Wasserabpumpen an der Ringgasse im Herbst 2017: Die Einsätze während der Unwetter der letzten Jahre haben die Altstätter Feuerwehrkasse überstrapaziert. (Bild: Max Tinner)

Max Tinner

Wenn Feuer im Dach ist, weiss jedermann zu schätzen, dass die Feuerwehr kommt, um es zu löschen. Und man hat danach nicht einmal eine Rechnung dafür im Briefkasten. Denn ein Hausbrand ist durch die im Kanton St. Gallen obligatorische Gebäudeversicherung gedeckt. Und nach kantonalem Feuerschutzgesetz ist die Hilfeleistung der Feuerwehr für ein Ereignis, das durch die Gebäudeversicherung gedeckt ist, unentgeltlich.

Aus Sicht der Feuerwehr kostet ein solcher Einsatz allerdings durchaus etwas. Im Besonderen haben die Feuerwehrleute, die ausgerückt sind, eine Entschädigung für ihren Einsatz zugute. Bezahlt wird sie nicht aus der Stadtkasse, sondern aus der separat geführten Feuerwehrrechnung.

«Die Aufgaben der Feuerwehr gehen aber weit übers Feuerlöschen hinaus», betont Stadtpräsident Ruedi Mattle. In den letzten Jahren hatte die Feuerwehr Altstätten immer wieder Hochwasserereignisse zu bewältigen. Und gerade diese Häufung von Elementarschadenereignissen hat die Feuerwehrkasse enorm belastet, weil dies eben auch GVA-versicherte Schäden sind, für die die Feuerwehr ihre Einsätze niemandem in Rechnung stellen kann.

Zum Vergleich: 2015, als es keine grösseren Unwetter gab, leistete die Feuerwehr Altstätten 1881 Einsatzstunden. Im Unwetterjahr 2014, als der Stadtbach über die Ufer trat, waren es hingegen 3294 Stunden; 2016 mit dem Unwetter in Lüchingen waren es 2628 Stunden und 2017 unter anderem mit dem Unwetter im September 3137 Stunden.

Auch die zusätzliche Ausbildung kostet

Es sind aber nicht nur die Einsätze selbst, welche die Feuerwehrkasse in den letzten Jahren enorm belastet haben, erklärt der Stadtpräsident. Die Feuerwehr Altstätten sah sich durch die Hochwasserereignisse auch genötigt, zusätzliches Material zu beschaffen. Stärkere Pumpen zum Beispiel oder Schlauchdämme, so genannte Beaver. Als Konsequenz ist auch der Ausbildungsaufwand gestiegen. Dazu gehört auch die Handhabung der Schwenktore und Dammbalken, die von der Stadt nach den Hochwassern am Stadtbach installiert worden sind.

Nach mehreren Jahren mit aussergewöhnlich hohem Aufwand sind die Reserven nun nahezu aufgebraucht; im Verlauf dieses Jahres hätte die Feuerwehr ihr Konto überziehen müssen. Die Stadt darf das Defizit der Feuerwehr aber nicht einfach mit Steuergeldern ausgleichen. «Die Feuerwehr wird als Spezialfinanzierung geführt, die selbsttragend zu sein hat und über Gebühren und Abgaben finanziert werden muss», hält Ruedi Mattle fest.

Das Geld stammt hauptsächlich aus der Feuerwehrersatz­abgabe, die von Einwohnern erhoben wird, die keinen Feuerwehrdienst leisten. Ausserdem alimentiert die Gebäudeversicherung die Feuerwehren mit einer jährlichen Pauschale, die von der Grösse des Einzugsgebiets, der Einwohnerzahl und des Versicherungswerts der Gebäude abhängt. Um eine Verschuldung der Feuerwehr zu vermeiden, hat der Stadtrat eine Erhöhung der Feuerwehrersatzabgabe beschlossen (siehe Ausgabe von gestern Mittwoch, 17. Januar). Dies bringt der Feuerwehr jährliche Mehreinnahmen von rund 120000 Franken.

Weniger Geld fürs Wasserwerk

Saniert wird die Kasse der Altstätter Feuerwehr nicht nur durch ­höhere Feuerwehrersatzabgaben. Sie wird auch ausgabenseitig entlastet, indem sie künftig weniger Geld ans Wasserwerk abliefern muss. Weil nämlich das Trinkwasserleitungsnetz gleichzeitig die Löschwasserversorgung gewährleistet, bezahlt die Feuerwehr dem Wasserwerk das verbrauchte Löschwasser und leistet einen Beitrag an den Hydrantenunterhalt und die Wartung der Fernsteuerung, mit der die Löschwasserreserve in den Reservoirs ausgelöst wird. Bisher waren dies jährlich 137 500 Franken. Indem der Feuerwehr der Beitrag an Unterhalt und Wartung erlassen und der Löschwasserbeitrag reduziert wird, werden es künftig noch 65 000 Franken sein.

Ausserdem fliesst der Erlös aus dem Verkauf des ehemaligen Feuerwehrdepots am Stossplatz an die Stadt (siehe Ausgabe von Dienstag, 16. Januar) als Einmaleinlage in die Kasse der Feuerwehr. (mt)

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