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ALTSTÄTTEN: Uralte Schriftrollen – moderne Kunst

Am Samstagabend eröffnete Verena Brassel im Museum Prestegg ihre Jubiläumsausstellung «20 Jahre internationales Kunstschaffen» mit von alten Schriften aus verschiedenen Kulturen inspirierten Werken.
Paul-Josef Hangartner (rechts aussen) führte in die Ausstellung von Verena Brassel (Zweite von rechts) ein. (Bild: Max Pflüger)

Paul-Josef Hangartner (rechts aussen) führte in die Ausstellung von Verena Brassel (Zweite von rechts) ein. (Bild: Max Pflüger)

Musikalisch umrahmte Urs Stieger die Vernissage mit kraftvollen alten Liedern, unter anderem vom Altstätter Minnesänger Chuonrat. Mit interessanten Ausführungen zur Geschichte der Schriftrollen von Qumran und zur zwanzigjährigen Schaffens­geschichte der Künstlerin führte der Präsident der Museumsgesellschaft, Paul-Josef Hangartner, in die Ausstellung ein.

Von 250 vor bis 40 nach Christi Geburt wurden in Qumran am Toten Meer Hunderte von Schriftrollen mit Abschriften biblischer Texte geschaffen, da­runter die Jesaja-Rolle. Die erst 1947 entdeckte Schrift ist das älteste vollständige Manuskript eines Buches der Bibel.

Rund 2000 Jahre nach ihrer Entstehung hat die Altstätter Künstlerin die Qumranschriften bei einem Besuch in Israel für sich entdeckt. Kopien der alten Zeugnisse verarbeitet sie zu modernen Kunstwerken und baut sie in Bilder ein, aus selbst hergestellten Farben aus verschiedenen Erden und Steinpigmenten. Ihr Werk umfasst aber nicht nur alte jüdische Schriften, auch arabische und islamische Texte, alte christliche Werke oder heidnische Texte wie die germanische Nibelungensage sind ihr Inspi­ration und gestalterische Anregung.

Verena Brassel malt seit über dreissig Jahren. Am Anfang standen Aquarellbilder und Landschaften in Öl. Vor 20 Jahren stand die Künstlerin unter dem Einfluss vieler Reisen in ferne Länder vor einem Neuanfang. Die Völkerverständigung, die Beschäftigung mit unterschiedlichen Menschen und Kulturen standen dabei im Mittelpunkt.

Mit ihrem Schaffen hatte Verena Brassel einen beachtlichen Erfolg. Es folgten Ausstellungen in St. Gallen, Zürich und Bern, in Österreich und Deutschland und 2008 in Jerusalem und Tel Aviv sowie in Rotterdam und St. Petersburg, ab 2011 auch in Florida, Houston, Los Angeles und zuletzt in Chicago.

Im Museum Prestegg in Altstätten zeigt Verena Brassel unter dem Titel «Alte Schriften in der neuen Zeit» einen interessanten Querschnitt durch die aus den Originalkopien alter Dokumente entstandenen Bildwelten. Besonders interessant sind die künstlerischen Installationen mit den alten Schriftrollen aus Qumran im Museumskeller. Die originell präsentierten zweitausend Jahre alten Schriften fügen sich perfekt in das alte Kellergewölbe ein.

Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 23. Dezember jeweils von Donnerstag bis Sonntag, 14 bis 17 Uhr, sowie am 2., 7. und 16. Dezember von 14 bis 21 Uhr.

Max Pflüger

Weitere Bilder auf rheintaler.ch unter Bilderstrecken.

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