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ALTSTÄTTEN: Um die Bäche steht es nicht zum Besten

Die Antwort der Regierung auf einen Vorstoss Meinrad Gschwends ist ernüchternd: Die meisten Bäche erreichen die in der Gewässerschutzverordnung geforderte Qualität nicht.
Max Tinner
Bäche sind ökologisch wertvoll: Aubach in Eichenwies. (Archivbild: Max Tinner)

Bäche sind ökologisch wertvoll: Aubach in Eichenwies. (Archivbild: Max Tinner)

Max Tinner

Zuerst die gute Nachricht: Die Wasserqualität in den Seen und Flüssen ist heute gut – dank der hohen Investitionen in die Kanalisationsnetze und Kläranlagen. Dies hält die Regierung in ihrer Antwort auf eine Interpellation fest, die vom Altstätter Kantonsrat Meinrad Gschwend (Grüne Partei) und seinem St. Galler Parteikollegen Basil Oberholzer im September eingereicht worden ist. Was die kleineren Fliessgewässer betrifft, bestätigt die Regierung aber die Befürchtungen Gschwends und Oberholzers: Der Zustand vieler Bäche sei ungenügend, besonders in genutzten Gebieten, also wo sie durch landwirtschaftlich genutzte Flächen oder durch Siedlungsgebiet fliessen.

Der Kanton beschränkt sich bei seinen Erhebungen allerdings auf die tieferen Lagen, wo die Gewässer einem starken Nutzungsdruck ausgesetzt sind. Zu Bächen im Wald, im Gebirge und auf den Alpen gebe es keine kantonalen Untersuchungen. Die Regierung schliesst aus Ergebnissen des Biodiversitätsmonitorings des Bundes, dass dort der Gewässerzustand wegen des geringeren Nutzungsdrucks besser ist.

In Tal-Lagen kaum mehr natürliche Bäche

Rund 8000 Kilometer Flüsse und Bäche hat es im Kanton St. Gallen. Drei Viertel davon sind kleine Fliessgewässer. Und bei rund 70 % davon hat der Kanton bei Untersuchungen der Gewässerqualität Mängel festgestellt. Viele sind verbaut oder eingedolt. Diese Bäche erfüllten die Anforderungen der Gewässerschutzverordnung des Bundes nicht, weil die Lebensgemeinschaften der Tiere nicht naturnah und nicht standortgerecht seien. Mehr noch: «In tieferen Lagen mit intensiver Nutzung kommen natürliche Bäche nur noch selten vor», hält die Regierung fest.

Nicht nur die Struktur der Bäche, auch die Wasserreinheit ist ungenügend. Nebst andern Vorkommnissen hat der Kanton in den letzten Jahren über 40 Gewässerverschmutzungen registriert – pro Jahr. Das dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein: Die Regierung geht davon aus, dass die Zahl der Gewässerverschmutzungen effektiv noch um ein Vielfaches höher ist und diese lediglich nicht erkannt werden.

Gülle, Abwässer, auslaufende Treibstoffe …

Als Hauptursachen für die re­gistrierten Gewässerverunreinigungen nennt die Regierung ­Gülle und Baustellenabwässer. Hinzu kommen Gewässerverschmutzungen wegen Fehlern beim Anschluss von Leitungen an die Kanalisation, nach Verkehrsunfällen auslaufende Treibstoffe und Havarien beim Umschlag von wassergefährdenden Flüssigkeiten.

Die Regierung teilt die Ansicht Meinrad Gschwends und Basil Oberholzers, dass die Bäche ökologisch wichtig sind, auch bei der Vernetzung der Lebensräume. Weitere Massnahmen zum Schutz der Bäche sind aber nach Ansicht der Regierung unnötig. Es gebe bereits heute eine Vielzahl an Vorschriften, die darauf abzielten. Der Bund gebe klare gesetzliche Vorgaben, die von Kantonen und Gemeinden zu vollziehen seien. Dieser Vollzug sei aber anspruchsvoll, Kontrollen seien ressourcenintensiv und nur beschränkt möglich. Die ­Regierung setzt deshalb auch auf die Sensibilisierung der Bevöl­kerung «für die herausragende Bedeutung der kleinen Fliess­gewässer für Natur, Mensch und Landschaft».

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