ALTSTÄTTEN: Treue Anbieter, treue Käufer

Werner Ritter ist einer von denen, die am Flohmarkt immer etwas kaufen. Scherers sind dem Flohmarkt als Verkäufer treu. Was alle gemeinsam haben: sie sammeln.

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Peggy und Beda Scherer haben immer einen Stand. (Bilder: Gert Bruderer)

Peggy und Beda Scherer haben immer einen Stand. (Bilder: Gert Bruderer)

So wie der grosse Stand von Scherers aussieht, stellt man sich auch ihre Stube vor. Sie sammeln leidenschaftlich schöne alte Stü­- cke, alles Mögliche, zum Beispiel Dosen.

«Wir sind zwar Sammler, können uns von schönen Stücken aber gut auch wieder trennen», sagt Beda Scherer.

Vor einem Flohmarkt wird jeweils ein Sortiment von Sachen zusammengestellt, von denen Beda und Peggy Scherer sich trennen können, ohne unter der Trennung zu leiden.

500 Franken Umsatz sind das höchste der Gefühle, in aller Regel wird viel weniger verkauft, doch unter 100 Franken liegt der Umsatz nie.

«Wa wötsch för dä?»

Als Gabriel, der zwölfjährige Sohn des früheren Kantonsrats Werner Ritter, nach dem Preis für ein besonderes Schild fragt, kommt Beda Scherer ein wenig in Not. Es geht darum, selbst teuer Erstandenes nicht regelrecht zu verschenken, aber trotzdem einen fairen Preis zu machen. Vater Werner sagt, an keinem Flohmarkt suche er nach etwas, trotzdem lasse sich fast immer etwas finden. Und so ist es diesmal auch. Bei Scherers springt dem Vizepräsidenten des Altstätter Museums Prestegg ein alter Kerzenständer ins Auge.

«Wa wötsch för dä?»

«10 Franken», kommt als Antwort.

Sortiment sieht aus, als würde es nie schrumpfen

Der Kerzenständer ist emailliert, dürfte nach Ritters Einschätzung zwischen 1900 und 1930 entstanden sein und ist gut erhalten.

Bei zehn Franken «mues ma numme maarte», sagt der Antiquitätenfreund – und greift zu.

Zu Hause stehen schon viele alte Beleuchtungskörper. Petrollampen, Kerzenständer und andere.

Nicht nur Scherers, auch andere regelmässige Anbieter, die in ihrem Kollegenkreis als solche bekannt sind, haben das Glück, immer mal wieder Sachen für den Flohmarkt zu bekommen, die nicht mehr gebraucht werden, in einem anderen Haushalt aber ein Prunkstück sein können. Auch deshalb wirken Sortimente wie dasjenige von Scherers so, als würden sie nie schrumpfen.

Gert Bruderer

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