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ALTSTÄTTEN: Torferlebnis im Eisenwürfel

Der Würfel, aus dem man unter Wasser trockenen Fusses das Leben in einem Weiher beobachten kann, ist eine Attraktion der Schollenmühle. Jetzt entsteht ein weiterer begehbarer Würfel im Torfboden.
Max Tinner
Gestern wurde der Würfel in drei Teilen zur Schollenmühle geliefert und mit einem Kran in die vorbereitete Baugrube gesetzt. (Bild: Max Tinner)

Gestern wurde der Würfel in drei Teilen zur Schollenmühle geliefert und mit einem Kran in die vorbereitete Baugrube gesetzt. (Bild: Max Tinner)

Max Tinner

Die einstige Torffabrik Schollenmühle ist das Herzstück des Naturschutzgebiets Bannriet. Der Verein Pro Riet Rheintal hat sie zu einem lehrreichen Naturzentrum mit hohem Erlebniswert ausgebaut. Eine Attraktion ist ein begehbarer Würfel in einem Weiher. Steigt man in ihn hinab, kann man durch eine transparente Wand auf Augenhöhe das Leben im Wasser beobachten.

Blick in eine Streuwiese aus Hasenperspektive

Jetzt installiert Pro Riet einen zweiten, ebenfalls aus Eisen­platten bestehenden Würfel. Der wird aber nicht im Wasser stehen, sondern in der Erde vergraben sein. Hinein kommt man über eine Treppe, die man hinabsteigt. Unten angekommen kann man an der gegenüberliegenden Wand einige Leitersprossen hochklettern und durch einen Fensterstreifen knapp über Boden in eine Streuewiese blicken. «Aus der Perspektive eines Feldhasen, von denen es hier viele gibt», sagt Pro-Riet-Vorstandsmitglied Beat Stoller.

Wieder zurück auf den Boden des Würfels hinabgestiegen, öffnet sich einem links ein Raum. Darin sieht man, wie ein Torf­boden aufgebaut ist, und erfährt, wie er entstanden ist – und man erkennt, wie dieser Prozess vom schwankenden Grundwasserstand abhängig ist.

Was war, als der Rheintaler Torf entstand

Torf, wie er rund um die Schollenmühle bis Ende der 1990er-Jahre abgebaut und zu Torfmull und Spezialerden verarbeitet wurde, bildet sich nur sehr, sehr langsam. Ein Torfboden wächst lediglich um etwa einen Millimeter pro Jahr. Es braucht damit Jahr­hunderte bis Jahrtausende zur Entstehung eines tiefgründigen Moores. Dies wird einem im Würfel den Torfschichten entlang anhand einer Zeitlinie veranschaulicht, mit geschichtlichen Hinweisen, was war, als die jeweilige Schicht des Torfbodens entstand.

Kantonalbank fördert das Projekt mit 100'000 Franken

Den Torfwürfel wollte der Verein Pro Riet Rheintal realisieren, seit er die Schollenmühle übernommen und dann vor sieben Jahren zum Naturzentrum umgestaltet hat. Aus Kostengründen hat der Verein das Vorhaben zurück­gestellt. Immerhin kostet diese zusätzliche Attraktion bei der Schollenmühle um die 200000 Franken. Dass sie nun realisiert werden kann, verdankt Pro Riet der St. Galler Kantonbank. Der Torfwürfel ist nämlich eines von über drei Dutzend Projekten, die von der Bank im Rahmen ihres 150-Jahr-Jubiläums von nächstem Jahr unterstützt werden. Ohne die 100000 Franken von der Kantonalbank wäre die Realisierung wohl noch länger nicht möglich gewesen.

Das schöne Wetter der letzten Tage nutzte man, um die Baugrube auszuheben und mit Spundwänden zu sichern. Gestern ist der vom Metallbauunternehmen Wüst nach Plänen des Architekturbüros Archraum gefertigte Würfel zur Schollenmühle gebracht und in die Grube eingesetzt worden. Der Grösse wegen in drei Teilen, die in der Baugrube teils zusammengeschweisst, teils verschraubt wurden.

Wer nun den Torfwürfel gleich erkunden will, muss sich allerdings noch bis nächsten Frühling gedulden. Erst muss eine Beleuchtung eingerichtet und der Würfel mit den Schau­elementen ausgestattet werden. Zuletzt wird er noch mit Erde überdeckt. Natürlich nebst dem Einstieg. Im Mai 2018 wird es dann einen Tag der offenen Schollenmühle geben, an dem der Torfwürfel offiziell seiner Bestimmung übergeben wird.

Hinweis

Mehr zum Torfwürfel auf den Jubiläumsprojekte-Seiten der Kantonalbank: www.sgkb.ch/150jahre/torf-erleben. Mehr zur Schollenmühle auf www.pro-riet.ch.

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