ALTSTÄTTEN: Standortvorteil kostet etwas

Wäre die Infoveranstaltung vom Mittwoch Abend massgebend, wäre die Altstätter Zustimmung zu Hallenbad und Zweckverband wohl deutlich.

Gert Bruderer
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Diese Pflanzen vor dem Altstätter Hallenbad taugen zur symbolischen Darstellung des geplanten Zweckverbandes. Sogar die Grössenverhältnisse stimmen in etwa: (von links) Rebstein, Marbach, Altstätten (Standortgemeinde als Spirale), Eichberg, Oberriet, Rüthi. (Bild: Gert Bruderer)

Diese Pflanzen vor dem Altstätter Hallenbad taugen zur symbolischen Darstellung des geplanten Zweckverbandes. Sogar die Grössenverhältnisse stimmen in etwa: (von links) Rebstein, Marbach, Altstätten (Standortgemeinde als Spirale), Eichberg, Oberriet, Rüthi. (Bild: Gert Bruderer)

Gert Bruderer

Werner Ritter, der in einer frühen Planungsphase noch den rauen Gegenwind verkörperte, begnügte sich jetzt mit Zuhören. Schon vor der Veranstaltung stellte er sich hinters Projekt. Die Lösung mit dem Zweckverband erachtet er - wie viele andere - als gut.

Lob gab es dann auch für die Abstimmungsunterlagen. Von Werner Engler. Nach dem 70-minütigen Infoteil wurden exakt 30 Minuten lang sieben Fragen gestellt und beantwortet, Kritik gab’s nur ein klein wenig am Rande. Werner Engler hätte sich gewünscht, dass nicht Altstätten das Grundstück einbringe, sondern dieses zum Beispiel im Baurecht bereitgestellt worden wäre. Eine Mutter setzte hinter die Distanz zwischen Planschbecken und Rutschbahn ein Fragezeichen. Auch, ob die Beheizung des Aussenbeckens denn tatsächlich sinnvoll sei, wurde gefragt.

Faire Bedingungen für alle Gemeinden

«Das Grundstück, das Altstätten einbringt, ist ganz klar ein Beitrag, den die Stadt in den Zweckverband einzahlt», sagte Stadtpräsident Ruedi Mattle, der schon zuvor angemerkt hatte: «Der Standortvorteil kostet etwas.» Als wichtig werden denn auch faire Bedingungen für die fünf anderen Oberrheintaler Gemeinden erachtet, zumal der Zweckverband nur entstehen kann, wenn alle fünf Gemeinden an ihren Bürgerversammlungen im Frühjahr zustimmen. Altstätten geht mit der Urnenabstimmung am 26. November voraus.

Den Standort der Rutschbahn begründete Architekt Kay Kröger damit, dass sie vom Freibad her ebenfalls zugänglich sein solle; benutzt werde sie ausserdem nicht von den ganz Kleinen.

Das beheizte Aussenbecken koste zwar etwas, meinte Ruedi Mattle, es werde jedoch ökologisch im Rahmen eines ausgeklügelten Energiekonzepts betrieben und sei als einer von vielen Teilen zu sehen, die zusammen ein attraktives Ganzes ergäben; in Frage stellen könnte man, wenn man wollte, jedes Einzelteil, auch das Kleinkinderbecken. Der Stadtrat empfiehlt ein Ja zu Hallenbad und Zweckverband sowie die Ablehnung des (gemäss Volkswillen separat ausgewiesenen) Wellnessbereichs, den Altstätten allein zu finanzieren hätte.

Der Lüchinger Schulpräsident Mattia Girardi sprach sich auch namens seiner Amtskollegen deutlich für das neue Hallenbad aus, weil Kinder schwimmen lernen müssten und das Freibad für den Unterricht bei weitem nicht genüge.

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Kostengarantie. Implenia baut zu einem fixen Preis, wobei der Zweckverband bei den Auftragsvergaben mitreden kann. Vorgebrachte Beispiele wie das Oberstufenzentrum in Gossau lassen eine hohe Beteiligung des lokalen Gewerbes erwarten.