ALTSTÄTTEN: Schnurren, Fauchen und Miauen

Mehr als 200 Rassekatzen zeigten sich an der Internationalen Katzenausstellung in der Schöntalhalle in Altstätten zwei Tage lang von ihrer besten Seite und machten ihre Besitzer stolz.

Gerhard Huber
Merken
Drucken
Teilen
Wertungsrichter-Assistentin Olga Korovin präsentiert den Maine-Coon-Kater Daniel. (Bilder: Ulrike Huber)

Wertungsrichter-Assistentin Olga Korovin präsentiert den Maine-Coon-Kater Daniel. (Bilder: Ulrike Huber)

ALTSTÄTTEN. Grosse bernsteinfarbene Augen, lange spitze Ohren, breite Tatzen und ein gepflegtes Langhaarfell. So präsentiert sich Kater Daniel, ein wirklich grosser Maine Coon mit sichtlichem Stolz und laut schnurrend der Wettkampfrichterin. Gelassen lässt er es über sich ergehen, von allen Seiten begutachtet, berührt und abgetastet zu werden. Routiniert, ja beinahe gelangweilt wartet er auf die Rückgabe an seinen Besitzer, der in Rankweil im benachbarten Vorarlberg eine Zucht für Maine-Coon-Katzen betreibt.

Meiste Zeit im Käfig

Viele verschiedene Rassen wurden in vier Kategorien durch die Wettkampfrichter begutachtet. Die überwiegende Zeit verbrachten die Samtpfoten mit dem geheimnisvollen Blick in ihren Käfigen, stets von ihren zweibeinigen Begleitern aufs Beste betreut. So konnte man herrlich faul den Tag verschlafen, sich träge seinem Spielzeug widmen oder sich ausgiebig bürsten lassen. Denn wie heisst es so schön: Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal.

Gefahr für Vorhänge

Die Aussteller waren wirklich international. Die längste Reise hatte eine Katzenfreundin aus Sizilien hinter sich, die mehr als 1700 Kilometer angereist war. «Die meisten präsentierten Tiere kommen natürlich aus der Schweiz», sagt Michael Friedauer, Präsident der veranstaltenden Rassekatzen-Vereinigung Ostschweiz, «aber auch zahlreiche Prachtexemplare aus Österreich, Deutschland und Italien waren hier.» Friedauer selbst züchtet seine vierpfotigen Lieblinge der Rasse Britisch Kurzhaar in Lüchingen. Und kann natürlich allerhand aus dem Zusammenleben mit diesen kleinen Schmusetieren erzählen, die vor allem im ersten Lebensjahr eine ernste Gefahr für Vorhänge und Polstermöbel darstellen. Und er weiss auch zu erklären, weshalb die Tiere an der Katzenausstellung alle den Eindruck machen, als ob sie die Situation tatsächlich geniessen würden. «Natürlich werden die Tiere langsam an die Ausstellungsatmosphäre herangeführt. Von klein auf werden sie daran gewöhnt, von fremden Personen abgetastet zu werden oder mit fremden Katzen zusammen zu sein und keine Angst haben zu müssen.» Zu den ersten Ausstellungen würden die Jungtiere nur in Begleitung eines gewohnten und routinierten älteren Tieres mitgenommen. «Jeder, der unsere Ausstellung besucht, wird sich davon überzeugen, dass die Tiere von ihren Besitzern mit viel Liebe behandelt werden», ergänzt Michael Friedauer.

Gesundheit geht vor

Und die Gesundheit der schnurrenden Raubtiere, die wir Menschen zu unserem liebsten Haustier domestiziert haben, steht an vorderster Stelle. Vor Betreten der Ausstellungshalle wird jede Katze von einem Tierarzt untersucht und auffällige Tiere sofort in Quarantäne ausgesondert, was in Altstätten zum Glück nicht nötig war. Vielmehr erlebten die Besucher, die Aussteller und die Tiger im Kleinformat zwei ruhige, angenehme und erfreuliche Tage.