ALTSTÄTTEN: Rhode beteiligt sich am «Blumenfeld»

Die Bergrhode Gätzi-Warmesberg erbringt Leistungen im Dienst der Allgemeinheit. Die Rechnung schliesst mit einem Aufwandüberschuss.

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Die Bachverbauung am Luterbach oberhalb der ehemaligen Käserei Gätziberg wurde durch die Altstätter Forstgemeinschaft im Auftrag der Rhode Gätzi-Warmesberg ausgeführt. (Bild: pd)

Die Bachverbauung am Luterbach oberhalb der ehemaligen Käserei Gätziberg wurde durch die Altstätter Forstgemeinschaft im Auftrag der Rhode Gätzi-Warmesberg ausgeführt. (Bild: pd)

Letzte Woche wurden oberhalb der Stossbergquellen der Stadt Altstätten im Luterbach die marode Bachverbauung und -sperre neu erstellt. Diese auf den ersten Blick kleine Instandhaltung kann im Falle eines erneuten Unwetters die darunterliegende Quellfassung und das Reservoir vor grösserem Schaden bewahren. Was sich in den Bergen oberhalb der Stadt Altstätten frühzeitig lösen lässt, muss später nicht durch die Bevölkerung, um ein Vielfaches aufwendiger, getragen werden. Dieses Bauwerk soll als Beispiel aufzeigen, wie die Rhoden und Ortsgemeinden nicht nur die Öffentlichkeit und Vereine mit rein finanziellen Mitteln unterstützen, sondern oft im Verdeckten nicht unerhebliche Leistungen für die Allgemeinheit erbringen.

Über die Hälfte der Rhodsbürger anwesend

Am vergangenen Freitag durfte Rhodspräsident Walter Bücheli 43 Stimmberechtigte und einige Gäste zur ordentlichen Bürgerversammlung im Restaurant Alter Zoll begrüssen. Dass das Interesse am Rhodsgeschehen bei der Bergbevölkerung gross ist, zeigt die erfreuliche Teilnehmerzahl, entspricht dies doch 54 Prozent aller stimmberechtigten Rhodsbürger. Als Einstimmung auf den Bürgerabend erzählten die zwei Rheinholzer Eugen Baumgartner aus Kriessern und Hansruedi Zellweger aus Diepoldsau einiges aus ihrem Leben und dem Erfahrungsschatz der Rheinholzerei. Anhand von mitgebrachten Gerätschaften wurde den Interessierten näher gebracht, was es heisst, einen Wurfhaken 20 m und mehr in den reissenden Fluss, auch bei Nacht und Dunkelheit, zu werfen und so mit jedem Wurf ein paar Ster Brennholz aus dem Rhein zu fischen. Während bei der Holzerei im Wald die Zeit eher eine wirtschaftliche Bedeutung hat, ist es beim Rheinholzen entscheidend, dass der Holzer dann bereit ist, wenn das Holz im Rhein daherschwimmt. Ansonsten muss er es wehmütig den flussabwärts stehenden Holzern überlassen. Manch eine Episode aus dem harten und anstrengenden Geschehen am Rhein trug zu einem lebendigen Referat und auch erheitertem Gelächter bei.

Hiebsatz nur zu einem Drittel ausgenutzt

In seinem Jahresbericht liess Bücheli die Aktivitäten und Geschäfte der Rhode vom vergangenen Jahr aufleben. Nach einem sehr intensiven Holzschlag im Vorjahr (2015) wurde 2016 der Hiebsatz von 1148 m3 nur zu einem Drittel mit 405,01 m3 Rundholz ausgeschöpft. Diese Zurückhaltung spiegelt sich in der Jahresrechnung, die mit einem Aufwandüberschuss von 10300 Fr. abschliesst. Das angefallene Hackholz wurde zu Hackschnitzeln verarbeitet und konnte regional in Grossheizanlagen in CO2-neutrale Wärmeenergie umgewandelt werden. Brennholz wurde an diverse Interessenten in der Region verkauft. Die Liegenschaft Schulhaus Gätziberg schliesst dank fast ganzjähriger Vollvermietung mit einem erfreulichen Gewinn. In der Sparte Landwirtschaft schlagen die neu gefassten Quellen an der Klosmerenstrasse und im Schönenbüel zu Buche. Es wurden drei Liegenschaften und drei neue Brunnen auf dem Pachtland der Rhode mit Quellwasser erschlossen. Ein Teil der Kosten wird über die nächsten Jahre durch eine vorgenommene Anpassung der Pachtzinse abgegolten.

Rhode beteiligt sich an Alterswohnungen

Die Rhode Gätzi-Warmesberg beteiligt sich am Neubau der Genossenschaft Alterswohnungen Blumenfeld mit einem Darlehen von 50000 Franken und einer Genossenschaftsbeteiligung von 10000 Franken. Damit soll im Rahmen der Möglichkeiten das Interesse an allgemeinnützigen Vorhaben und Institutionen gezeichnet werden. Weder zur Jahresrechnung noch zum Budget blieben Fragen offen, alle Anträge wurden einstimmig angenommen. Josef Oeler wurde nach 20-jähriger Mitarbeit in der GPK mit einem Präsent verabschiedet. Revierförster Werner Zogg wird im Herbst 2017 pensioniert. Er durfte als Gast an der Bürgerversammlung eine Würdigung seines Einsatzes und zum Dank ein Präsent entgegennehmen. (wbü)