ALTSTÄTTEN: Renovieren und technisch aufrüsten

Zwei Projekte werden an der Kirchbürgerversammlung von Evangelisch Altstätten im Vordergrund stehen: die Aussensanierung des Diakonenhauses und die Installation von Leinwänden und Beamern in der Kirche.

Max Tinner
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Das Einfamilienhaus der Kirchgemeinde an der Spitalstrasse 2 soll renoviert werden. Dabei sollen auch der Bambus im Garten und die Kletterranken an der Fassade entfernt werden. (Bild: Max Tinner)

Das Einfamilienhaus der Kirchgemeinde an der Spitalstrasse 2 soll renoviert werden. Dabei sollen auch der Bambus im Garten und die Kletterranken an der Fassade entfernt werden. (Bild: Max Tinner)

Max Tinner

Man traf sich gestern zur Vorversammlung in familiärer Runde: Die Zahl der Kirchbürger, die keine amtliche Funktion in der Kirchgemeinde innehaben, waren an der Hand abzählbar. Die Kirchenvorsteherschaft hat offenbar auch nicht mit mehr Besuchern gerechnet – der Schulungsraum im Kirchgemeindehaus hätte nur wenigen mehr Platz geboten. Des geringen Interesses ungeachtet hält die Kirchenvorsteherschaft das Angebot aufrecht und bietet ihren Kirchbürgern nach wie vor Gelegenheit, sich an einer Vorversammlung über die anstehenden Geschäfte detaillierter zu informieren, als dies in der Regel an der Kirchbürgerversammlung möglich ist.

Zwei ausserordentliche Geschäfte stehen dieses Jahr an. Zum einen soll das vom Diakon und seiner Familie bewohnte Einfamilienhaus an der Spitalstrasse 2, gleich hinter dem Kirchgemeindehaus, aussen renoviert werden. Das Haus ist nach dem Kauf durch die Kirchgemeinde vor 25 Jahren letztmals renoviert worden. Anlass zur Renovation geben schadhaft gewordene Rohre der Grundstückentwässerung. Und weil man ohnehin schon den Garten aufbaggern müsse, nutze man die Gelegenheit, gleich auch den Sitzplatz instand zu stellen, erklärte der Präsident der Kirchenvorsteherschaft, Roger Benz. Der Sitzplatz ist seinerzeit mit Bambus umrandet worden – allerdings ohne Wurzelsperre, weshalb sich dieser ausbreitete und nun den Sitzplatz uneben macht und auch der Hausfassade zusetzt. Die Fassade zum Kirchgemeindehaus hin ist ausserdem von einer Kletterpflanze überwachsen, die zwar schön anzusehen ist, der Fassade aber zusetzt und mittlerweile auch das Schliessen von Fensterläden verunmöglicht. Was für den Bagger im Garten gilt, gilt auch fürs Gerüst, das für die Fassadenrenovation benötigt wird: Wenn es schon steht, möchte man es grad noch für weitere, früher oder später ohnehin nötige Arbeiten nutzen, in diesem Fall für eine Dacherneuerung.

Schäden beheben und weitere vermeiden

Mit der Aussensanierung wolle man zum einen bereits bestehende Schäden beheben, zum an deren weitere Schäden vermeiden, erklärte Roger Benz. Die Kantonalkirche habe zudem empfohlen, die Arbeiten unter einmal auszuführen und nicht zu etappieren. Gerechnet wird mit Kosten in Höhe von 116000 Franken.

Das zweite Projekt, über das die Kirchbürgerversammlung abstimmen wird, betrifft die Anschaffung zweier automatisch aus- und einfahrbarer Leinwände und deren fixe Montage an der Emporenbrüstung beidseits des Altars. Auch zwei Beamer sollen beschafft und fix installiert werden. Damit möchte man die Voraussetzungen für moderne multimediale Gottesdienste schaffen. Leinwand und Beamer werden zwar schon heute immer wieder eingesetzt; sie müssen aber jedes Mal vom Kirchgemeindehaus in die Kirche gezügelt werden. Das sei aufwendig und schade auf Dauer auch dem Material, erklärte Bauchef Ivo Blöchlinger. Für das Projekt werden 35000 Franken beantragt.

Bereits letztes Jahr hat die Kirchgemeinde in moderne Licht- und Tontechnik in der Kirche investiert. Sie habe sich bereits bewährt und die Beleuchtung und die Tonqualität in der Kirche deutlich verbessert. «Eine wirklich coole Anlage», meinte Roger Benz. Diese Erneuerung ist allerdings mit 156000 Franken um rund 35000 Franken teurer ausgefallen, als budgetiert war. Weil die gewählte Technik nun aber bereits netzwerkfähig ist, werde der für dieses Jahr vorgesehene Einbau der Projektionsanlage um gut 50000 Franken günstiger ausfallen.

100 Freiwillige halfen bei der Pfarrhausrenovation mit

Teurer geworden als budgetiert ist letztes Jahr auch die Renovation des Pfarrhauses. Sie kostete 71000 Franken statt der kalkulierten 29000 Franken. Allerdings haben auch rund 100 Freiwillige Eigenleistungen im Wert von 40000 Franken erbracht.

Er habe ebenfalls ein paar Stunden «pro forma» mitgeholfen, meinte der 77-jährige frühere Augenarzt Guy Jenny und zeigte Verständnis dafür, dass solche Arbeiten schwierig zu kalkulieren seien. Er mahnte die Kirchenvorsteherschaft dennoch an, künftig eher grosszügiger zu budgetieren: Minderkosten würden von den Kirchbürgern gern akzeptiert, Mehrkosten auf Dauer aber unter Umständen nicht goutiert.

Die Kirchbürgerversammlung findet am 26. März um 11.15 Uhr nach dem Sonntagsgottesdienst in der Kirche statt.