ALTSTÄTTEN: Positiv denken und dranbleiben

Drei Charakterköpfe hat die Rhema als Referenten für den Gwerblertag eingeladen. Dies, weil es Persönlichkeit braucht, um erfolgreich zu sein. Was sonst noch wichtig ist, verrieten Gabriela Manser, Ronnie Schildknecht und Benedikt Weibel natürlich auch.

Max Tinner
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So viele waren es noch nie: Um die 750 Teilnehmer kamen an den Rhema-Gwerblertag, unter ihnen (vorne rechts) auch Regierungsrat Bruno Damann. (Bilder: Max Tinner)

So viele waren es noch nie: Um die 750 Teilnehmer kamen an den Rhema-Gwerblertag, unter ihnen (vorne rechts) auch Regierungsrat Bruno Damann. (Bilder: Max Tinner)

Max Tinner

Charakterköpfe haben Ecken und Kanten, stellt Rhema-Tagungsleiter Ralph Dietsche zur Eröffnung des gestrigen Gwerblertags fest. Solche Leute würden gelegentlich polarisieren, und manch einer werde als Spinner angesehen. Aber sie sind erfolgreich und damit Inspirationsquellen für das Gewerbe im Rheintal.

Als findige Unternehmerin und als wahres Marketinggenie hat sich Gabriela Manser erwiesen, die 1999 die Mineralquelle Gontenbad, oder kurz Goba, übernommen und den damals defizitären Betrieb zum Erfolg geführt hat. Nicht jeder hätte dies der ein wenig extravagant auftretenden, gelernten Kindergärtnerin zugetraut. Im Gespräch mit Tobias Müller, Moderator der Wissenssendung «Einstein» des Schweizer Fernsehens, erzählt sie, was hinter dem Erfolg steckt.

Ihre spielerische Seite habe ihr sicherlich geholfen, sagt sie. Denn dank dieser sei es ihr leicht gefallen, über den eigenen Horizont hinauszuschauen. Sie scheut sich auch nicht, Firmenexterne, nicht zuletzt Kunden, zu Retraiten einzuladen und mit ihnen über neue Produkte zu sinnieren. «Man muss offen sein für Ideen. Und man sollte sich gelegentlich fragen, ob man das, was man tut, nicht vielleicht auch anders machen könnte, meint sie. Vor Misserfolgen sei auch die Goba nicht gefeit. Seltsamerweise sei dies von Aussenstehenden kaum je so aufgefasst worden. «Ein wenig eigen zu sein, kann also nicht schaden – es bringt einem auf jeden Fall Aufmerksamkeit ein», stellt Gabriela Manser fest.

Extrem positiv denken

Dass es auch Ausdauer braucht, um erfolgreich zu sein, ist für Gwerbler eine Binsenwahrheit. Für den Triathleten und vielfachen Ironman-Sieger Ronnie Schildknecht gilt es freilich ganz besonders. Von ihm will Tobias Müller darum wissen, wie er es schaffe, sich während der Achtstundenwettkämpfe immer wieder zu motivieren und nicht einfach aufzugeben. «Positives Denken», verrät Schildknecht, «wenn man dranbleibt und nicht aufgibt, überwindet man Krisen und kommt von selbst wieder in ein Hoch.» Er verhehlt allerdings nicht, dass er dabei in den körperlichen und seelischen Grenzbereich vorstösst. «Aber ab einem gewissen Punkt geniesst man die Schmerzen.» Als er das sagt, lacht das Publikum, was ihn offenbar irritiert. Jedenfalls fügt er an: «Ich finde es wirklich nicht schlimm.» Erfolg ist für Schildknecht damit letzten Endes eine Frage der eigenen Einstellung.

Ex-SBB-Chef Benedikt Weibel stimmt Schildknecht zu und erinnert an die gescheiterte Expedition Ernest Shackletons vor 100 Jahren in die Antarktis. Aus jener Extremsituation leitet Weibel Erfolg versprechende Führungsgrundsätze ab, nämlich stets optimistisch und gelassen zu bleiben und das Wohl des Teams im Auge zu behalten – was nicht zuletzt heisst, es zu motivieren, «und zwar möglichst so, dass es die Motivationsbemühungen nicht einmal realisiert».

Aus Erfahrung sind für Weibel auch Sachverstand, Leidenschaft und Einfachheit wichtig. Sachverstand erachtet er in KMU als gegeben. Auch Leidenschaft müsse einem gegeben sein. Und Einfachheit bewahre einen davor, sich in Unwichtigem zu verzetteln. Er mahnt auch, messbare Ziele zu setzen, aber sie nicht zu hoch anzusetzen: «Man darf das Rüebli grad so hoch hängen, dass der Chüngel nicht rankommt – dann fängt er zu trainieren an und wird besser.»

Christoph Schwarber und Adrian Knechtle von den Helvetia Versicherungen respektive der Clientis Biene Bank im Rheintal, den Partnerunternehmen der Tagung, sind überzeugt, dass die drei Charakterköpfe die Tagungsteilnehmer überzeugen, weil sie ihresgleichen sind. Denn der Rheintaler sei an sich schon ein Charakterkopf, meinen sie.