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ALTSTÄTTEN: Patrons mit Visionen und Werten

Die Familienunternehmen und ihre Stärken standen im Mittelpunkt des 23. Rhema-Gwerblertages. Vier Referenten erklärten, wie sie mit Unterwäsche, Schokolade, einer Bergbahn und mit Zügen erfolgreich sind.
Max Tinner
Der Gwerblertag ist einer der beliebtesten Netzwerkanlässe im Rheintal. Er war auch dieses Jahr ausverkauft. (Bilder: Max Tinner)

Der Gwerblertag ist einer der beliebtesten Netzwerkanlässe im Rheintal. Er war auch dieses Jahr ausverkauft. (Bilder: Max Tinner)

Max Tinner

Familienunternehmen geschäften anders als die grossen Konzerne. Rhema-Tagungsleiter Ralph Dietsche führt dies auf die Wertehaltung zurück. «Wer selbst Verantwortung trägt, geht anders um mit Kapital und Mitarbeitern», meint er. Umso bewundernswerter seien der Ideenreichtum und der Mut, Neues anzupacken. Befragt von Fernseh­- moderator Tobias Müller erzählten die Patrons von vier Familienunternehmen gestern am 23. Rhema-Gwerblertag, was ihren Erfolg ausmacht.

Anständig bleiben und Herz zeigen

Als ihm sein Vater das Geschäft übergab, habe dieser ihn in die Pflicht genommen, erzählte Andreas Sallmann, der Inhaber von ISA Bodywear. Er habe ihn ermahnt, anständig zu bleiben mit Lohnbezügen und Dividenden. Ausserdem habe er das Unternehmen im selben oder möglichst noch besseren Zustand der nächsten Generation weiterzu­geben. «Familienunternehmen denken nicht in erster Linie an Gewinnoptimierung; sie leben für eine Vision», stellte Sallmann fest. Deshalb würden die Patrons auch nicht immer nur aufgrund nackter Zahlen entscheiden, mit dem Kopf, sondern auch mal aus dem Bauch heraus, mit dem Herzen. Sallmann warnte aber auch: An der Spitze von Familienunternehmen brauche es starke Patrons – aber keine Patriarchen.

So sieht es auch Johannes Läderach von der Glarner Chocolaterie Läderach. Erst vor zwei Monaten hat der 31-Jährige die Führung des Familienunternehmens übernommen und sich dabei Führungsprinzipien zurechtgelegt, die sich von jenen eines Patriarchen wesentlich unterscheiden. So will er begeistern statt befehlen, für die Mitarbeiter da sein statt Chef sein, fragen statt tadeln, eher mal schweigen statt streiten und auch mal geben statt nehmen. Und auch ihm sind Werte wichtig: Sie würden motivieren und Sinn stiften – und lebe man sie als Unternehmer vor, zögen sie die richtigen Mitarbeiter an, die sich mit diesen Werten ebenfalls identifizieren können.

Einer dieser Werte ist für Daniel Lüchinger, Wirt des Berggasthauses Staubern ob Frümsen, die Nachhaltigkeit. «Wir leben von der sauberen Natur – also sollten wir darauf achten, die Umwelt möglichst zu schonen», erklärte er. Das bedeutet für ihn etwa, Strom für das Berggasthaus aus verbrauchtem Frittieröl zu produzieren, das er von andern Gasthäusern bezieht. Oder jüngst eine Seilbahn zu bauen, die mit Sonnenstrom betrieben wird. Das hat die Staubern innert Tagen weit über die Schweiz hinaus bekannt gemacht; selbst Chinesen seien gekommen, um sich die Bahn anzuschauen. Die Aufmerksamkeit, die die Staubernbahn nun geniesst und viele Leute auf den Berg bringt, lässt Lüchinger bereits auf neue Ideen kommen. So überlege er sich etwa, auf dem Grat vor dem Berggasthaus den ersten Verkehrskreisel für Wanderer zu bauen.

Kritik? Bring erst einmal etwas Besseres!

Dem Erfolgreichen schlägt aber nicht selten auch Kritik entgegen. Im Fall der solarbetriebenen Staubernbahn sei etwa die Umweltfreundlichkeit der Stromspeicher hinterfragt worden oder der Energieaufwand, der für die Herstellung von Solarzellen nötig ist. «Etwas zu kritisieren findet man immer», stellt Lüchinger fest, «ich sage dann jeweils, ‹bring mir etwas Besseres – dann machen wir das!›»

Eine Denkweise, die auch Peter Spuhler gefällt, dem Verwaltungsratspräsidenten der Stadler Rail. Obwohl er seine Züge in alle Welt verkauft, setzt er weiterhin auf Swissness. Seine Firma nach China zu verkaufen – ein Angebot gab es – käme für ihn nicht in Frage, «unter keinen Umständen», betonte er und bekam dafür herzhaften Applaus. Unbeeindruckt zeigte er sich auch hinsichtlich der Fusion der Bahnsparten der grossen Konkurrenten Siemens und Alstom. «Grösse ist nicht alles», meinte Spuhler, «die werden die nächsten Zeit vor allem mit sich selbst zu tun haben – man darf sich nicht immer gleich ins Hösli machen, wenn die Konkurrenz sich aufplustert.»

www.rhema.ch

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