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ALTSTÄTTEN: Mit Leidenschaft und Augenmass

Stadtpräsident Ruedi Mattle sprach an der Neujahrsbegrüssung von der Polarisierung der Politik und trat ein für Leidenschaft, Augenmass und Kompromiss. Auch Pfarrer Roman Karrer hielt eine Rede.
Remo Zollinger
Viele Altstätterinnen und Altstätter folgten der Einladung in den Göttersaal des Museums Prestegg. (Bilder: Remo Zollinger)

Viele Altstätterinnen und Altstätter folgten der Einladung in den Göttersaal des Museums Prestegg. (Bilder: Remo Zollinger)

Remo Zollinger

Zu Beginn seiner Rede zündete Ruedi Mattle auf dem Tischchen neben dem Rednerpult eine Kerze an. Das Feuer stehe für Kraft, Veränderung und Leidenschaft, sagte er, und fragte: «Und wofür brennen Sie?»

Der Altstätter Stadtpräsident strich drei Begriffe speziell heraus: Leidenschaft, Augenmass und Kompromiss. Den eingangs erwähnten Gedanken Barack Obamas, wonach die Demokratie scheitern würde, wenn der Wille zum Kompromiss fehle, spann Mattle weiter. Man müsse sich «leider zunehmend an eine neue Art Politik gewöhnen» – an eine Politik, in der die gefühlte Wahrheit mehr Erfolg habe als die Wahrheit. Es sei eine Politik der Leidenschaft, diese kenne dabei keine Grenzen.

Es braucht Kompromisse, um zum Ziel zu gelangen

Mattles Punkt war: Leidenschaft, Augenmass und Kompromiss müssen sich nicht ausschliessen. Im Gegenteil. «Wir müssen mit Leidenschaft für die andere Politik, für eine offene und liberale Gesellschaft eintreten», sagte der Stadtpräsident.

Als Beispiel erwähnte er die drei Abstimmungen, die in Altstätten zuletzt viel zu reden gegeben haben: Das Tobelbach-Projekt, die autofreie Marktgasse und das Hallenbad. Beim Tobelbach-Projekt habe es ihn «enorm gefreut, mit welchem Engagement dagegen gekämpft wurde». Alle, die sich eingebracht hatten, hätten dies mit Leidenschaft und Augenmass getan. Gleich sei es bei den anderen beiden Abstimmungen gewesen.

«Wenn diese drei Abstimmungen das Image Altstättens, dass wir streitsüchtig sind, zementieren – so wie es am letzten Freitag in der Zeitung stand – bin ich guten Mutes für unsere Stadt», sagte Mattle. Es gelte auch in Zukunft, leidenschaftlich um die besten Lösungen zu streiten und mit Augenmass einen passenden Kompromiss zu finden. Es war eine eindrückliche Einladung an die Bürger, weiterhin leidenschaftlich dafür einzustehen, wofür sie brennen.

Roman Karrer, Altstättens katholischer Pfarrer, setzte sich mit dem Begriff Anfang auseinander. Vom hebräischen Rosch ha-Schana stamme der Begriff «ein guter Rutsch», er stehe für nichts anderes als den Jahresanfang. Der Anfang, sagte Karrer, sei verlockend, frisch. Den Menschen sei geraten, immer den Geist des Anfängers zu behalten. Und der grösste Anfänger von allen, sagte Karrer, sei Gott.

Nicht die Menschen, sondern die Berichte

Zum Schluss gab der Pfarrer den zahlreichen Zuhörern im Göttersaal des Museums Prestegg unkommentiert zehn Weisheiten mit auf den Weg. In einer davon zitierte er den amerikanischen Schriftsteller William Faulkner (1897 – 1962): «Die Menschen sind heute nicht schlechter als sie früher waren, nur die Berichterstattung über ihre Taten ist gründlicher.» Es war wohl keine Breitseite an die Medien, sondern vielmehr eine Mahnung, die Menschheit nicht wegen der Berichterstattung über sie zu verurteilen.

Mit besonders viel Liebe kündigte Wolfgang Kessler vom organisierenden Verkehrsverein Altstätten jeweils die Auftritte des Gospelchors Singing4you an. Er übersetzte stets die Titel sowie einige Zeilen der Lieder, die das Ensemble danach interpretierte. Der Auftritt von Singing4you war mehr als ein musikalisches Intermezzo: Den Zuhörern gefiel’s ausgezeichnet, einige sangen und klatschten freudig mit.

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