ALTSTÄTTEN: Messerstecher muss ins Gefängnis

Das Kreisgericht Rheintal spricht den 33-jährigen Tamilen, der im Vollrausch auf einen Freund eingestochen hat, der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig.

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Ereignet hatte sich der Vorfall im März 2013 (Ausgabe vom Donnerstag): Drei Freunde verabredeten sich in der Wohnung des Angeklagten zum Trinken. Die Diskussion über die politische Situation in der Heimat, Sri Lanka, artete zwischen zwei Kollegen aus, sodass es zur Rangelei kam. Der 33-Jährige nahm schliesslich ein Messer von der Küchenkombination und stach dem 45-jährigen Opfer damit in den linken Unterbauch. Es kam zu Verletzungen, die gemäss Anklageschrift tödlich hätten verlaufen können, wäre nicht der Notruf verständigt worden.

Die Staatsanwaltschaft forderte im Wesentlichen, der Angeklagte sei der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig zu sprechen und zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren zu verurteilen. Der Verteidiger plädierte für einen Freispruch, da es an Beweisen mangle: Beschuldigter, Opfer und Zeuge konnten sich wegen Trunkenheit kaum an die Ereignisse erinnern.

Das Kreisgericht Rheintal entschied im Sinne der Staatsanwaltschaft und sprach den 33-Jährigen der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig. Er wird zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt, wovon 18 Monate vollziehbar sind, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 65 Tagen. Bei 18 Monaten soll der Vollzug der Freiheitsstrafe mit einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben werden. Die Zivilforderung des Opfers wurde vollumfänglich auf den Zivilweg verwiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Seraina Hess