ALTSTÄTTEN: Malcolm Green überstrahlte alle

Gesang und Tanz, schauspielerische Höchstleistungen, unterhaltsames Jazz- und Soulprogramm, humorvolle Moderation und ein begeistertes Publikum am SSC-Big-Band-Konzertabend in der «Sonne».

Max Pflüger
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Malcolm Green, Uschi Palmisano und die SSC Big Band: Eine Show der Superlative. (Bild: Max Pflüger)

Malcolm Green, Uschi Palmisano und die SSC Big Band: Eine Show der Superlative. (Bild: Max Pflüger)

Max Pflüger

«Das war Spitze! Ein Entertainer der Superlative!» So lautete die wohl einhellige Meinung der Gäste am Jazz & Soul-Abend der SSC Big Band Rheintal am Samstag im «Sonnen»-Saal. Und um es gleich vorwegzunehmen: Der Gastsänger Malcolm Green riss das Publikum vom Hocker, die Begeisterung im Saal gipfelte in einer tosenden, kaum enden wollenden Standing Ovation am Schluss des Abends.

Malcolm Green und die Sängerin der SSC Big Band, Uschi Palmisano, überzeugten mit ihren stimmigen Interpretationen bekannter und beliebter Lieder unter anderem von Stevie Wonder, Joe Cocker und Ray Charles. Von Malcolm animiert, sang man im Publikum mit: «Unchain My Heart», «I Just Called To Say I Love You», «Ebony & Ivory» oder «Hit The Road Jack». Und schwenkte im Takt dazu die im Saal ausgeteilten Leuchtstäbe. Der Saal kochte.

Malcolm Green überzeugte aber nicht nur mit seiner Stimme: Mit enormer Bühnenpräsenz, tänzerischem Flair, energiegeladener Quirligkeit und humorvollen Moderationen war er durch und durch der grossartige Entertainer. Ältere Semester konnten sich dabei durchaus an den Auftritt von Sammy Davis jr. in seiner Rolle als Sportin’ Life in Gershwins «Porgy and Bess» erinnern. Denn Malcolm Green war wohl ebenso mitreissend.

Hervorragend passten dazu die virtuosen Soli der Big-Band-Musiker. Etwa die Saxofonklänge von Rüdiger Wagner und das grossartige Schlagzeugsolo von Mario Thurnherr in «Some­thing’s Got A Hold On Me».

Viel Raum für die Solisten

Schöne Soli – zum Beispiel von Martin Kobelt und Claudio Willi (Trompeten), Eric Visscher (Posaune) oder Rüdiger Wagner (Tenorsax) – waren auch im einleitenden ersten Konzertteil zu hören und erhielten vom Publikum immer wieder begeisterten Szenenapplaus. So präsentierte sich auch der Band-Neuling Roland Jenny gleich mehrfach mit flinkem Saitenspiel auf seiner Gitarre. Und der junge Saxofonist Rafael Frei brillierte ebenfalls mit mehreren Soloeinsätzen. Erwähnenswert zum Beispiel das pulsierende Stimmungsbild aus einem New Yorker Vorort, «New Rochelle» von Bob Mintzer, in dem sich gleich verschiedene Bandmitglieder solistisch präsentieren konnten.

Rhythmisch starke, jazzige Stücke wechselten mit gefühlvollem Soul, wie es der Konzerttitel versprochen hatte.

Interessant und aufschlussreich kommentiert von Bandleader Mario Haltinner. Er hatte zusammen mit den Musikern nicht nur ein stimmungsvolles Programm erarbeitet, sondern mehrere Stücke auch gleich selbst für die Band und ihre Sänger arrangiert.

So geriet der Abend der SSC Big Band wiederum zu einem besonderen musikalischen Erlebnis, das aber am Samstag für einmal ganz klar von einer überragenden Persönlichkeit dominiert wurde, von Malcolm Green und seinem energiegeladenen, musikalischen und unterhaltenden Entertainertalent.