ALTSTÄTTEN: Keine Sorgen um den Nachwuchs

Gestern hat der regionale Kurs für angehende Feuerwehrleute begonnen. Bis Samstag sieht man sie im und rund ums Städtli arbeiten. 53 Personen der Feuerwehren von Thal bis Rüthi nehmen am Kurs teil.

Kurt Latzer
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Die angehenden Feuerwehrleute wurden heute auf Herz und Nieren getestet, mit Atemschutzgerät. (Bild: Kurtz Latzer)

Die angehenden Feuerwehrleute wurden heute auf Herz und Nieren getestet, mit Atemschutzgerät. (Bild: Kurtz Latzer)

Kurt Latzer

Sie kriechen durch dunkle Höhlen auf der Trümmerpiste. Durch feuchten Dreck und einen kleinen Schlupf wieder ins Freie. Durch Spalten in den Betontrümmern hört man sie schlurfen und schnaufen. Es ist der erste Tag ihres Kurses, der sie auf den Feuerwehrdienst vorbereiten soll. Leiter dieses Lehrgangs ist Walter Seglias, ein alter Fuchs bei der Feuerwehr und erfahrener Instruktor. «Bei dem Posten auf dem Zaza-Übungsplatz werden die Teilnehmenden physisch und psychisch gefordert, in voller Montur mit Atemschutz», sagt Seglias.

Lernen, an die eigenen Grenzen zu gehen

Etwa 20 Kilo ist ein Feuerwehrmann schwerer, wenn er das zivile Gewand durch das der Feuerwehr tauscht. Inklusive Atemschutzgerät. Nur wer schon mit voller Ausrüstung und der Atemschutzmaske vor dem Gesicht einen Parcours, wie den in der «Zaza» absolviert hat, weiss, wie anstrengend das ist. Denn nach dem Durchqueren der dunklen Höhle geht es weiter, die Treppen des Brandhauses hinauf und wieder hinunter, wieder durch eine schmale Röhre ohne Licht und am Ende eine Leiter hoch. Total ausser Atem, froh, diesen Test bestanden zu haben, kriechen die angehenden Feuerwehrleute aus dem finsteren Loch.

Heute brennt und raucht es in der «Zaza»

«Sie müssen lernen, an ihre Belastungsgrenzen zu gehen und abschätzen zu lernen, wann besser Schluss ist», sagt Peter Keel, neuer Kommandant der Feuerwehr Altstätten-Eichberg, die für diesen Kurs die Infrastruktur stellt. Noch plagen die Feuerwehren im Rheintal keine Nachwuchssorgen, «obwohl wir immer mehr kämpfen müssen, ­junge Leute für den Dienst zu ­begeistern», sagt Walter Seglias. Neben Interessenten stossen auch jedes Jahr Angehörige der Jugendfeuerwehr Rheintal ins vorderste Glied nach. «Die müssen nachweisen, dass sie den Stoff beherrschen, der am Einführungskurs geprüft wird», sagt Seglias. Normalerweise sei das kein Problem, weil die Kinder und Jugendlichen acht Jahre Dienst in der Jugendfeuerwehr leisten.

Im Gegensatz zu gestern ­bekommen es die angehenden Feuerwehrleute heute und morgen mit Feuer und verschiedenen Klein-Löschgeräten zu tun. Der Geruch von Brandbeschleuniger liegt in der Luft: Die Vorbereitungen für das «Zündeln» beim Brandhaus sind bereits getroffen. Der regionale Kurs dauert noch bis morgen Samstag.