ALTSTÄTTEN: Jeden Tag ein wenig schöner machen

Einen Adventskalender der etwas anderen Art gab es diesen Dezember in Altstätten. Nämlich jenen von «Kunscht au?». Tag für Tag fanden Aktionen statt. An verschiedenen Orten mit diversen Mitwirkenden.

Gerhard Huber
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Sie haben mit viel Herz den «Kunscht au?»-Adventskalender organisiert. Christa Kehl (v. l.), Fredi Frei, Andrea Wild, Heidi Moreni, Birgit Sonderegger, Petra Stamm. (Bild: Ulrike Huber)

Sie haben mit viel Herz den «Kunscht au?»-Adventskalender organisiert. Christa Kehl (v. l.), Fredi Frei, Andrea Wild, Heidi Moreni, Birgit Sonderegger, Petra Stamm. (Bild: Ulrike Huber)

Freitagabend, letzter Tag vor dem Weihnachtsfest, in der Marktgasse von Altstätten: Schüler der Oberstufe stehen zu zweit, zu dritt oder zu mehreren an verschiedenen Plätzen, mitten zwischen den letzten vorbeieilenden Kaufwilligen, die noch ein Geschenk für ihre Lieben ergattern wollen. Die Schüler lesen Geschichten vor. Besinnliche, heitere, winterliche und weihnachtliche Texte. Etwa die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens über den Geizhals Ebenezer Scrooge und die Geister der Weihnacht. Aber auch philosophische und politische Fragen wurden von den Jugendlichen aufgeworfen. Diese Leseaktion war Teil des von der Vereinigung «Kunscht au?» veranstalteten Adventskalenders.

Schöne Erfahrungen und Begegnungen

Die Grundidee hierfür stammte von Christa Kehl. «Wir wollen ja jeden Monat etwas zu Kunst und Kultur beitragen. Für die Adventszeit haben wir uns für jeden Tag einen kleinen Event, eine kleine Begegnung einfallen lassen. Unterschiedlichste Aktivitäten, die zu schönen Erfahrungen und Begegnungen geführt haben.» Die Rückmeldungen der Passanten und auch der Kaufleute von Altstätten, von denen viele selbst mitgemacht haben, seien sehr positiv gewesen, wie auch Mitorganisatorin Andrea Wild bestätigte. Die Organisatoren von «Kunscht au?» waren vor allem von den zahlreichen Teilnehmenden begeistert, die die Aktionen ohne zu zögern und mit viel Einsatz und Herzblut unterstützt und getragen haben. Da wurden etwa nach einem Design von Petra Stamm aus wetterfestem Kunststoff durchsichtige und leuchtende Sterne entwickelt und von den Eltern der mitmachenden Schüler genäht und gefertigt und kamen bei den einzelnen Aktionen zum Einsatz. Nach Abschluss der freitagabendlichen Lesungen der Oberstufenschüler durften die Kinder «ihren» Stern dann auch mit nach Hause nehmen.

Aber nicht nur Schüler und Schulen unterstützten diesen originellen Adventskalender. Auch die Stadt Altstätten sowie zahlreiche Institutionen und Geschäfte, wie die Kerzenfabrik Hongler, das Café Breite, die Bäckerei Hautle, die Bibliothek und viele andere standen mit Rat und Tat zur Seite. Und so wurde dann jeder Adventstag noch ein bisschen schöner gemacht. Wurde über dem Innenhof des neuen Raiffeisengebäudes ein Sternenhimmel gespannt, Schülerzeichnungen in Fenster projiziert, im «Balmerhäuschen» Wichtelgeschichten erzählt und der altehrwürdige Ginkgobaum beim Schulhaus Bild winterlich dekoriert.

Im dunklen Museum oder Sternenbegleitung

Es gab auch viele Sachen zum Mitmachen. Mit der Taschenlampe ins dunkle Museum Prestegg – das war ein Abenteuer für Gross und Klein. Oder die Sternenbegleitung der Schulkinder, die am frühen Morgen, als es noch dunkel war, von Eltern und deren Kindern mit beleuchteten Sternen auf dem Schulweg an der Hand genommen wurden. Oder die Verteilung einer süssen Morgenüberraschung in Form von Schokoladenstückchen an die Frühaufsteher, die bereits um 6.15 Uhr beim Rathaus auf ihren Bus warteten. Viele schöne, leuchtende, kleine und von Herzen kommende Ereignisse. Kleine Taten, die mehr Licht in die dunklen Adventstage brachten. Die die Menschen in Altstätten etwas näher zusammenrücken liessen. Dieser Adventskalender von «Kunscht au?» war eine wirklich schöne, eine zutiefst weihnachtliche Idee.

Gerhard Huber