ALTSTÄTTEN: Ja zur Rundumerneuerung

40 Jahre nach der letzten Sanierung hat die Stadtkirche dringend eine weitere nötig. Kosten wird diese rund 2,6 Mio. Franken. Am Montag hat die Kirchbürgerversammlung den Kredit dafür einstimmig gutgeheissen.

Max Tinner
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Schmuck: Die Altstätter Pfarrkirche bei Nacht. Bei Tageslicht sieht sie allerdings nicht mehr so malerisch aus. Sie soll darum nächstes Jahr renoviert werden. (Bild: Max Tinner)

Schmuck: Die Altstätter Pfarrkirche bei Nacht. Bei Tageslicht sieht sie allerdings nicht mehr so malerisch aus. Sie soll darum nächstes Jahr renoviert werden. (Bild: Max Tinner)

Max Tinner

Die Kirche St. Nikolaus ist ein prägendes Gebäude im Stadtbild. Auf dem gegenüber früher offeneren Rathausplatz mehr denn je. Doch sie hat schon bessere Zeiten gesehen. Die Fassade ist rissig, der Putz blättert ab, teils bröckelt schon Naturstein ab, und das Dach ist auch nicht mehr dicht. 20 Jahre nach der letzten Innenrenovation ist zudem in der Kirche drin eine gründliche Reinigung nötig. «Optisch macht unsere Kirche keine Freude», heisst es im Architektenbericht des Büros Göldi und Eggenberger im Amtsbericht der Kirchenverwaltung. Altstättens Katholiken sind derselben Meinung. Sie haben an ihrer Kirchbürgerversammlung am Montag einen Sanierungskredit über 2,6 Mio. Franken gesprochen. Einstimmig.

Die Kirchgemeinde wird nicht die ganze Summe alleine aufbringen müssen. So wird mit Beiträgen der Denkmalpflege des Kantons und der Kantonalkirche von zusammen rund 350000 Franken gerechnet. Auch hofft man auf Beiträge vom Bund und von der Stadt Altstätten, die allerdings noch nicht zugesagt sind.

100000 Franken an die Bauschäden

Bereits auf sicher hat man 100000 Franken, die die Stadt zusammen mit der Mettler2Invest an die Ausbesserung der Risse zu bezahlen bereit ist. Dies ist das Ergebnis der Verhandlungen der Kirchenverwaltung mit den Bauherrschaften des Rathauses und der Freihof-Überbauung. Vor einem Jahr stritt man mit den Versicherungen darüber, in welchem Umfang die Ausdehnung der Risse auf die Bauarbeiten zurückzuführen ist und um wie viel teurer das Flicken der Risse dadurch wird. Die Zahlung wird ohne Anerkennung einer Pflicht geleistet. Die Kirchenverwaltung ist aber schon froh, überhaupt zu einer Lösung gefunden zu haben.

570000 Franken können zudem der Baureserve entnommen werden, so dass noch jährliche Kapitalkosten von anfänglich 80000 Franken anfallen. Das sei verkraftbar, erklärte der Kirchenverwaltungsratspräsident, William Canal. Denn 2018 werde die Amortisation auf dem Altstätter Pfarreiheim auslaufen. Und jene für die Kirchenrenovation falle erst ab 2019 an. Beiträge von Stadt und Bund würden die Amortisationslast noch mindern.

Nicht ganz so schlank wie die Abstimmung über die Kirchenrenovation und jene zur Rechnung 2016 ging jene zum Budget fürs laufende Jahr über die Bühne. Walter Büchel wollte an der ­Kirchenmusik sparen. 207000 Franken sind für sie vorgesehen. Nach Ansicht Büchels zu viel; er wollte die Position um 10 % gekürzt haben. Weil ein grosser Teil der Ausgaben gebunden und darum nicht kürzbar sei (etwa vertraglich geregelte Löhne), müsste im Detail spezifiziert werden, wo gespart werden soll, hielt GPK-Präsident Werner Ritter Büchel entgegen. Ausserdem lag kein schriftlicher Antrag vor, wie er für eine Abstimmung nötig wäre. William Canal lud Büchel ein, sein Anliegen an der nächstjährigen Kirchbürgerversammlung erneut, dann schriftlich, vorzubringen. Das Budget wurde mit einer Gegenstimme gutgeheissen.

Kirchenverwaltung wieder komplett

Ersatzwahl Während andere Kirchgemeinden bei Vakanzen im Kirchenverwaltungsrat mühsam nach Kandidaten suchen müssen, standen in Altstätten für eine Ersatzwahl gleich zwei Kandidaten zur Wahl: Marco Schraner und Christoph Klein. Die Kirchbürger sprachen sich mit deutlichem Mehr für ersteren aus. Marco Schraner, beruflich Schulleiter in Altstätten, engagierte sich als Kommunionhelfer bereits bisher in der Kirchgemeinde. Er wurde vom Kirchenverwaltungsrat angefragt, ob er bereit wäre, die Nachfolge der zurückgetretenen Myriam Eugster anzutreten. Christoph Klein bewarb sich auf die öffentliche Ausschreibung hin für das Amt. Auch der Theologe engagiert sich bereits in der Kirchgemeinde, nämlich als Kantor. Früher war er ausserdem Religionslehrer und bildete während einiger Jahre auch Religionslehrer aus. In der Wahl unterlag er Schraner aber klar; er bekam nur einige wenige Stimmen. (mt)