ALTSTÄTTEN: «Hoffentlich weiss er, was er tut»

Auch in Altstätten kamen wegen der Pfarrwahl deutlich mehr Katholiken an die Kirchbürgerversammlung als sonst. Sie wählten Roman Karrer mit sichtlicher Begeisterung. Der Pfarrer zeigt aber auch Respekt vor der neuen Aufgabe.

Max Tinner
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Wie viele andere nutzte auch alt Stadtpräsident Josef Signer beim Apéro nach der Kirchbürgerversammlung die Gelegenheit, Pfarrer Roman Karrer (rechts) zur Wahl zu gratulieren. (Bild: Max Tinner 9450 Luechinge)

Wie viele andere nutzte auch alt Stadtpräsident Josef Signer beim Apéro nach der Kirchbürgerversammlung die Gelegenheit, Pfarrer Roman Karrer (rechts) zur Wahl zu gratulieren. (Bild: Max Tinner 9450 Luechinge)

ALTSTÄTTEN. Eigentlich hätte die katholische Kirchbürgerversammlung im Pfarreiheim stattfinden sollen. Weil in der Zeitung zu lesen gewesen war, dass wohl wegen der Pfarrwahl in den anderen Kirchgemeinden der Seelsorgeeinheit deutlich mehr Kirchbürger an die Versammlungen gekommen seien als andere Jahre, beschloss die Kirchenverwaltung – bereits beim Herrichten des Saals –, die Versammlung in die Kirche zu verlegen.

Ein kluger Entscheid, wie sich zeigen sollte: Mit 154 Kirchbürgern kamen auch in Altstätten weit mehr Stimmberechtigte als gewöhnlich. 2013 waren es beispielsweise nur 87. Die auch in Altstätten erwartungsgemäss einstimmige Wahl Roman Karrers zum neuen Pfarrer fand somit in besonders würdevollem Rahmen statt. Auch die Lieder des Kirchenchors zu Beginn der Versammlung hatten in der Altstätter Stadtkirche eine viel voluminösere Wirkung, als sie im familiäreren Pfarreisaal gehabt hätten.

Kirchenverwaltungsratspräsident William Canal ist Bischof Markus Büchel dankbar, dass er nach der Berufung Pfarrer Albert Wickis zum Regens der Seelsorgeeinheit bereits wieder einen Pfarrer zur Verfügung stellt. Selbst in ähnlich grossen Seelsorgeeinheiten hätten sich andernorts die Katholiken schon viel länger gedulden müssen.

Eine grosse Aufgabe

Pfarrer Karrer, momentan noch Kaplan im Taminatal, freute sich sichtlich über die Beteiligung an der Kirchbürgerversammlung und die mit Applaus unterstrichene Wahl. Im Bewusstsein seiner erst 36 Jahre zeigt er aber auch Respekt vor der neuen Aufgabe: «Der Bischof traut mir hier einiges zu – ich hoffe, er weiss, was er tut», meinte er. Da Bischof Markus als Rheintaler das Rheintal und die Rheintaler kenne und der Bischof mittlerweile auch ihn gut kenne, wolle er mit Gottes Hilfe alles ihm Mögliche tun, um den Erwartungen gerecht zu werden.

Er wisse auch, wie gerne Albert Wicki Pfarrer in Altstätten gewesen sei. Das hänge damit zusammen, dass man als Pfarrer heute den Leuten viel näher sei als früher. Darum schlage man schneller Wurzeln; umso schwerer falle einem aber auch das Loslassen. Es gehe ihm nach acht Jahren im Oberland ebenso, gab er zu.

«Ich bin kein Übermensch»

Pfarrer Karrer versprach aber, auch in Altstätten ein volksnaher Pfarrer zu sein – auch um angesichts des Priestermangels jungen Männern zu demonstrieren, wie erfüllend der Beruf sein kann. Er bat aber auch um Verständnis, dass er nicht dauerpräsent sein könne. «Ich bin kein Übermensch», meinte Roman Karrer. Er wolle auch in den andern Pfarreien der Seelsorgeeinheit präsent sein. Ausserdem brauche er auch Zeit für sich selbst – Zeit, in der er in sich hinein und auf Christus hören wolle, um danach auch selbst wieder etwas zu sagen zu haben.

Rechnung und Budget der Kirchgemeinde wurden von der Versammlung gutgeheissen. Zuvor und danach ging Kirchenverwaltungsratspräsident William Canal auf Ersuchen Walter Büchels auf verschiedene Ausgaben etwas detaillierter ein. Unter anderem zum Vorgehen bei der Projektierung für die nötige Sanierung der Kirche.

Im Anschluss an die Kirchbürgerversammlung begab man sich dann doch noch ins Pfarreiheim – um mit dem neuen Pfarrer anzustossen und erste Worte mit ihm zu wechseln.

Die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger wählten Roman Karrer einstimmig zu ihrem neuen Pfarrer – manche mit sichtlicher Begeisterung. (Bild: Max Tinner)

Die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger wählten Roman Karrer einstimmig zu ihrem neuen Pfarrer – manche mit sichtlicher Begeisterung. (Bild: Max Tinner)

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